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Fußball-Stadtpokal

Fehlschuss von Fazljija entschied das Endspiel

10.01.2010 | 19:50 Uhr
Fehlschuss von Fazljija entschied das Endspiel

MSV holt sich im Neunmeterschießen zum achten Mal den Sieg in der Rhein-Ruhr-Halle. Homberger haben knapp das Nachsehen. Kreisligist VfL Süd überrascht als Dritter.

Und drin. Und drin. Und drin. Ein Neunmeter nach dem anderen fand sein Ziel, ein Ende schien nicht absehbar. Am Spielfeldrand hatten die Verantwortlichen des MSV Duisburg II die Ahnung, dass es für den NRW-Ligisten kein gutes Ende nehmen würde – schließlich gilt Tim Weichelt, der zweite Keeper der Zebras, nicht unbedingt als Strafstoßkiller. Zumindest in letzterer Hinsicht erwies sich die Ahnung als begründet, denn Weichelt parierte keinen einzigen Neunmeter des VfB Homberg. Doch dafür tat ihm Edis Fazljija den Gefallen, beim zehnten Versuch des Niederrheinligisten nur die Bande anzuvisieren, womit die 24. Auflage des Fußball-Stadtpokals in der Rhein-Ruhr-Halle entschieden war. Durch den 10:9-Sieg holte sich Pokalverteidiger MSV zum insgesamt achten Mal die Trophäe. Bei einem VfB-Sieg hätten die Homberger mit dem MSV gleichgezogen.

Der offizielle Torschützenkönig des Turniers: Athanasios Tsourakis (links) vom MSV, hier vom Homberger Markus Steinke bedrängt, traf allerdings nicht so oft wie Gianni Campanella. (Fotos: Milbret)

Schon im Vorjahr hatte Günter Abel mit den Hombergern das Endspiel gegen den MSV verloren – seinerzeit aber in der regulären Spielzeit. „Wir kommen immer näher ran”, visierte er mit verschmitztem Lächeln den Wachwechsel für das kommende Jahr an. Freilich hätte es auch bei der aktuellen Auflage mit einem Sieg klappen können, denn vor dem Neunmeterschießen erspielte sich der VfB die besseren Torchancen durch El Houcine Bougjdi und Cezary Liedtke. Danach war Jan Terhorst – der verletzte Kevin Rauhut konnte im Finale nicht mehr eingreifen – an zwei Strafstößen der Meidericher dicht dran, hatte aber das Nachsehen.

Letztlich war den Gelb-Schwarzen das Fehlen des gesperrten Torjägers Almir Sogolj deutlich anzumerken. Der „Hallengott” (O-Ton Sogolj) war allerdings während des ganzen Turniers mit von der Partie und leistete seinen Kollegen moralische Unterstützung.

Den Part des Torschützenkönigs teilten sich zwei Akteure – offiziell jedenfalls. Da Athanasios Tsourakis (MSV) und Gianni Campanella (VfL Süd) nach den Halbfinals je sechs Treffer aufwiesen, wurde zwischen ihnen gelost, wobei der NRW-Liga-Kicker das bessere Ende für sich hatte. Allerdings legte Campanella dann im Spiel um Platz drei gegen Hamborn 07 noch zwei Tore nach. Das gelang Tsourakis zwar auch – „aber nur im Neunmeterschießen”, wie der italienische Stürmer in Hüttenheimer Diensten leicht betrübt anmerkte.

Den Favoriten düpiert: Dejan Vukadinovic vom VfL Süd bezwang 07-Keeper Robin Meyer im Spiel um Platz drei.

Zufrieden konnte er aber mit dem Abschneiden seines Teams sein: Der VfL spielte eine starke Vorrunde, unterlag in der Zwischenrunde auch dem späteren Sieger MSV nur knapp, zwang im Halbfinale den VfB Homberg ins Neunmeterschießen und düpierte schließlich im „kleinen Finale” Landesligist Hamborn 07 mit 4:3. Wenn dies wohl auch das beste Abschneiden eines A-Ligisten beim Stadtpokal seit vielen Jahren bedeutete – ganz zufrieden war Trainer Emanuel di Sciacca damit nicht einmal: „Schade, gegen Homberg wäre sogar noch mehr drin gewesen.”

Das galt für Hamborn 07 im zweiten Halbfinale nicht. „Man hat gesehen, dass die Kraft fehlte”, kam das 1:3 gegen den MSV für Trainer Siggi Sonntag nicht überraschend. Schon in der Zwischenrunde war es eng zugegangen; nur knapp konnten die Löwen da Bezirksligist FSV distanzieren, dessen Coach Ilyas Basol nach dem 1:1 gegen Homberg das Halbfinale schon in greifbarer Nähe gesehen hatte.

Für die Reserve des MSV Duisburg gab es am Ende Grund zum Jubeln. Die Titelverteidigung klappte. „Wir haben alle Spiele gewonnen, besaßen qualitativ die besten Einzelspieler und auch das beste Team. Meine Jungs hatten richtig Spaß in der Halle”, bilanzierte MSV-Co-Trainer Andreas Voss. Der Ex-Profi übernahm während des gesamten Wettbewerbs die Verantwortung, da Chefcoach Markus Reiter aus privaten Gründen fehlte. „Für uns war es keine Pflichtveranstaltung. Auch die ganzen Jungen wie Burak Akarca und Harun Celebi, der wie selbstverständlich zwei Elfer verwandelte, haben sich gut präsentiert”, lobte Voss. Als positive Überraschung wertete Voss einen Kreisligisten: „Der VfL Süd hat stark gespielt. Beim VfL war der trickreiche Gianni Campanella prädestiniert für die Halle. So wie bei uns Athanasios Tsourakis. Diese kleinen, wendigen Spieler sind nur ganz schwer in den Griff zu kriegen.”

Thomas Tartemann und Thomas Kristaniak

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