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Duisburg - die nackte Sportstadt

27.01.2010 | 11:13 Uhr

Duisburg. Das Haushaltssicherungskonzept liegt vor. Wird nun am oder mit dem Sport gespart? Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen greifen, heißt es. Wie „nackt” die Duisburg derzeit ist, darüber gibt das Haushaltsicherungskonzept Aufschluss, das dem Stadtrat am Montag vorlegt worden ist.

Was wird aus der Eissporthalle? Die Gespräche stehen in Kürze an.

Die darin enthaltenen Sparvorschläge sind radikal – und sie betreffen auch den Sport. Würden alle Vorschläge ebenso radikal umgesetzt, würde das Dezernat IV, zudem in der Stadtverwaltung auch der Bereich Sport gehört, in diesem Jahr rund 33,7 Millionen Euro einsparen. Genau 1 344 536 Euro entfallen dabei auf den Eigenbetrieb Duisburg-Sport; in den Folgejahren läge die Summe bei rund zwei Millionen Euro.

Die Vorschläge sind bereits weitgehen bekannt. So soll in den Bädern die Wassertemperatur um zwei auf 26 Grad Celsius reduziert werden, was zunächst 50 000, später über 100 000 Euro Ersparnis bringen soll. Gleichzeitig sollen die Eintrittentgelte in den Bädern um 20 Prozent angehoben werden (für 2010 eine Mehreinnahme von 116 500, ab 2011 von 155 400 Euro). Zum Vorschlagskatalog gehört auch eine Erhöhung der Nutzungsentgelte für Sportstätten von 92 Cent beziehungsweise 1,12 Euro auf 1,25 Euro pro Trainingseinheit. Klingt nach wenig, würde aber pro Jahr 300 000 Euro mehr ins Stadtsäckel bringen. Für Vereine mit vielen Teams und Abteilungen wäre es ein ebenso dicker Batzen Mehrbelastung.

Eissporthalle droht gravierender Einschnitt

Zudem stehen die Schließungen der Hallenbäder Neuenkamp, Großenbaum, Rheinhausen, Rumeln-Kaldenhausen und Wanheim sowie des Freibad-Beckens am Kruppsee zur Debatte sowie der Verkauf eines Teilgrundstücks des Sportplatzes an der Werthauser Straße – dort ist der TB Rheinhausen beheimatet – an die Firma Woma.

Der eindeutig größte und gravierendste Punkt versteckt sich hinter dem Schlagwort „Verkauf/Überlassung der Eissporthalle”. Im Konzept heißt es: „Der Betreiber der Eissporthalle erhält zur Teilbewirtschaftung der Sportanlage einen Zuschuss in Höhe von 346 281 Euro.” Es solle daher geprüft werden, inwieweit die Eissporthalle veräußert werden kann.

„Wir werden bald Gespräche mit der Stadt führen”, erklärte Ralf Pape für die Eissporthallen-Betriebs GmbH und Chef der Eishockey-Füchse. „Ich verstehe, dass die Stadt in einer schwierigen Lage ist. Wir gehen diese Gespräche optimistisch an”, will Pape keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Dass ein kompletter Wegfall der Zuschüsse jedoch nicht nur den Eishockeysport, sondern jeglichen Eissport in Duisburg gefährdet, dürfte auf der Hand liegen – und damit die Frage, ob eine Stadt wie Duisburg einer ganzen Sportartengruppe den Garaus machen kann oder will.

Derweil hofft Franz Hering, Vorsitzender des Stadtsportbundes die Auswirkungen mildern zu können. „Uns wird das Konzept am Donnerstag vorgelegt. Wir bilden eine Arbeitsgruppe, die sich erstmals am Mittwoch der kommenden Woche damit befasst”, erklärt Hering. „Wir sind nicht so kleingeistig, dass wir nicht wüssten, dass gespart werden muss”, so Hering, der weiterhin dafür wirbt, dass mit und nicht am Sport gespart wird. „Es gibt Einsparpotenziale, über die wir reden können. Dabei kommt alles auf den Prüfstand.”

Skeptisch sieht Hering in diesem Zusammenhang auch die mögliche Loveparade in Duisburg. Hering: „Selbst wenn die Kosten nur durch Sponsoren abgedeckt werden würden – diese Sponsoren haben nur eine gewisse Summe zu verteilen, sodass das allen anderen schaden würde. Zudem ist unklar, inwieweit die Duisburger Gastronomie überhaupt davon profitiert. Und ob die Loveparade Kultur ist – ich weiß es nicht.”

Friedhelm Thelen

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Kommentare
27.07.2010
15:20
Duisburg - die nackte Sportstadt
von Peter Buda | #1

Warum mußte Multi Development 190.000 € weniger für das Grundstück Boeker bezahlen?

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