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Dramatik pur

01.06.2008 | 21:15 Uhr
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Bei seinem Ausflug an die Spree bringt der ASCD den Favoriten Spandau 04 ins Wanken.Nach dem 5:6 und 8:10 in der Metropole geht es am Mittwoch in Duisburg in die vierte Runde

Turm in der Schlacht: ASCD-Schlussmann Tim-Ole Fischer war am Samstag blendend aufgelegt. Foto: WAZ, Andreas Mangen

WASSERBALL PLAY-OFF-FINALE Arno Troost war nicht enttäuscht. Obwohl der von ihm betreute ASCD das zweite und dritte Finalspiel um den Meistertitel beim Rivalen Spandau knapp verlor, fand er nur lobende Worte: "Wir haben hier zwei supergeile Spiele abgeliefert und den Favoriten ins Wanken gebracht. Darauf können wir stolz sein."

Schon das Duell am Samstag war an Spannung kaum zu überbieten. Beide Teams standen erneut sehr kompakt und machten der gegnerischen Offensive das Leben schwer. Die Gastgeber fanden die Lücke als Erste und legten ein 2:0 vor. Spandaus Nummer eins, Alexander Tchigir, verbaute den Schüssen der Amateure immer wieder den Weg und wehrte kurz vor Ende des ersten Viertels einen Fünfmeter von Vlad Kapsa ab. Weil ASCD-Schlussmann Tim-Ole Fischer nicht minder blendend aufgelegt war, blieben die Fehlversuche im Angriff zunächst folgenlos. Die starke Abwehrleistung lieferte die Grundlage für den Ausgleich im zweiten Viertel, für den Julian Real und Paul Schüler verantwortlich zeichneten. Die Halbzeitführung ging jedoch infolge eines verwandelten Fünfmeters mit 3:2 an Spandau.

Eine Disziplin, die der Favorit an diesem Tag besser beherrschte als der ASCD: Kurz nach Wiederanpfiff vergab Tobias Kreuzmann auch den zweiten Fünfmeter. "Wenn wir die machen, gewinnen wir womöglich das Spiel", so Troost. Spandau erhöhte im Gegenzug auf 4:2. Doch die Amateure gaben ein weiteres Mal zu erkennen, dass sie den Titel endlich an die Wedau holen wollen. Ihre Angriffswellen brandeten in unverminderter Härte an der Spandauer Mauer. Kapsa und Marek Debski gelang es, sie zu durchbrechen und zum 4:4 auszugleichen. Die erneute Führung der Berliner im Schlussviertel konnte Till Rohe per Fernschuss in den Torwinkel noch einmal egalisieren, doch 80 Sekunden vor Spielende besiegelte Sören Mackeben die Niederlage. Wie schon das 4:5, kassierte der ASCD auch dieses Tor in Unterzahl. Troost mochte das ungleiche Verhältnis von sieben zu eins Hinausstellungen gegen die Amateure nicht näher kommentieren. Ein unvollendeter Satz ("Wenn der Favorit einen Steigbügelhalter braucht. . ."), sagt genug.

Auch die Fortsetzung des Finales am Sonntag geriet zu einem Ringen zweier gleichwertiger Rivalen. Der Favorit von der Spree erwischte erneut den besseren Start, woraufhin sich bis zur Halbzeit ein munteres Wechselspiel entwickelte: Spandau ging in Führung, Duisburg glich aus, Spandau ging in Führung. So lange, bis es 5:3 für die Gastgeber stand. Zweimal Florian Müller und Timo Purschke hatten bis dahin für die Gäste getroffen.

Einmal mehr präsentierte sich die Defensive der Amateure stabil und zupackend, doch infolge von insgesamt neun Hinausstellungen gegen sie kamen die Berliner zwangsläufig gefährlich zum Abschluss. Einer der umstrittenen Schiedsrichter-Pfiffe veranlasste Werner Vossen zum entschiedenen Protest, woraufhin sich der Co-Trainer die Rote Karte einhandelte.

Das dritte Viertel lief kaum, da verloren die Amateure auch Kapsa, der nach seinem dritten persönlichen Fehler das Becken verlassen musste. Den Fünfmeter verwertete Spandau zum 6:3. Tim Focke besorgte das Anschlusstor, doch mit dem 8:4 zu Beginn des Schlussviertels waren die Würfel gefallen. Diesmal sollte den Amateuren gegen clevere und kompakt stehende Spandauer kein Husarenritt wie beim Heimsieg am Mittwoch gelingen. Till Rohe ließ zumindest neue Hoffnung aufkeimen. Erst verkürzte er zum 5:8, dann bediente er Timo Purschke, der aus kurzer Distanz nur abzustauben brauchte. Die zwei Tore von Schüler hätten zum Ausgleich genügt, wenn, ja wenn Spandau nicht noch zweimal eingenetzt hätte.

Die Leistung der Amateure in Berlin war meisterlich, die Ausbeute weniger. Aber noch ist nichts verloren. Zwar hat Spandau durch den Doppelpack die 2:1-Führung in der Gesamtwertung übernommen, doch der ASCD hat es in der Hand, mit einem Sieg im Heimspiel am Mittwoch (20 Uhr) die Weichen für ein echtes Endspiel, dann erneut in Berlin, zu stellen.

Von Hendrik Baumann

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