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Die Großen im Visier

03.03.2010 | 23:32 Uhr
Die Großen im Visier

Duisburg. Der Billard-Spieler Dustin Jäschke belegte bei der Junioren-Europameisterschaft in der Türkei den sechsten Platz. Zweimal hat er in der Bundesliga schon für die BSG Duisburg gespielt, irgendwann will er dort einen Stammplatz erreichen.

Mit drei Jahren stand Dustin Jäschke zum ersten Mal am Billard-Tisch. Und auf einem Stuhl. Vater Helmut hatte ihn dort platziert, damit der Junge die drei Kugeln sehen konnte. Mittlerweile ist der Jugendspieler der BSG Duisburg fast 18, fast erwachsen und vor allen Dingen groß genug, um selbst den magischen Sport zu betreiben. Bei der Dreiband-Jugend-Europameisterschaft in der Türkei vor knapp zwei Wochen erreichte Dustin den sechsten Platz. Für ihn der bislang größte Erfolg, für die Sportredaktion Grund genug, den 17-Jährigen zum Sportler des Monats Februar zu küren.

Martin Horn
nervös gemacht

In der Türkei schied Dustin Jäschke mit Pech im Viertelfinale aus. „Trotzdem war es eine riesige Sache“, so der gebürtige Dinslakener, der zehn Jahre lang auch auf dem Fußballplatz unterwegs war. „Leistungsklasse“, sagt er mit Stolz, beim VfB Lohberg und beim TV Jahn Hiesfeld trat er gegen den Ball, beim BC Gute Kameraden Lohberg touchierte er mit Gefühl die Billard-Kugeln. Vor zweieinhalb Jahren gab er dem grünen Tisch den Vorzug vor dem grünen Rasen und wechselte zum Bundesligisten BSG Duisburg.

Dort halten sie große Stücke auf das Talent. Altmeister Jürgen Kühl trainiert den Spieler. „Wenn Dustin fleißig trainiert, kann er ein Großer werden“, sagt Kühl. Jäschke zollt seinem Lehrmeister Respekt: „Unglaublich, was er alles am Tisch zeigen kann.“

Auch Weltklasse-Spieler Martin Horn ging durch Kühls Schule. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bald Wildungen kreuzten sich unlängst die Wege auf eigentümliche Weise. Martin Horn wurde wieder Meister. Auf dem Weg dorthin verlor er nur einen Satz. In der Vorrunde gegen Jäschke. Dustin gegen Goliath. Wurde der Weltklasse-Mann etwa nervös? „Er hat schon ein wenig komisch geguckt, dann aber sein Programm gekonnt abgespult“, schmunzelt der Youngster.

Für die BSG Duisburg absolvierte Jäschke bereits zwei Partien in der Bundesliga, gegen Erlangen folgt nun das dritte Match. „Natürlich will ich in die Bundesliga. Und in die holländische Ehrendivision“, so Jäschke, der schon beim niederländischen Drittligisten Doetichen spielt und dort auf Aufstiegskurs steuert.

Bei einem jungen Billard-Spieler wie Jäschke heißen die Vorbilder nicht mehr Ceulemans oder Zanetti, sondern Frederic Caudron und Torbjörn Blomdahl. Der Franzose und der Schwede sind auch in der Bundesliga am Ball. Jäschke träumt davon, seinen Idolen eines Tages am Billardtisch auf Augenhöhe zu begegnen. Ohne Stuhl.

Dirk Retzlaff

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