Bruno Hübner sieht bei den MSV-Spielern ein Kopfproblem
12.02.2010 | 05:55 Uhr 2010-02-12T05:55:00+0100
Duisburg. Das Team des MSV Duisburg ist nun in den Spielen gegen die Spitzenmannschaften Kaiserslautern und Bielefeld gefordert. Manager Bruno Hübner hat trotz der letzten Rückschläge weiterhin die 60-Punkte-Marke im Blick. Platz drei hält er noch immer für möglich.
Für Bruno Hübner ist das Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Verein 1. FC Kaiserslautern ein Highlight. Der Manager des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg absolvierte von 1981 bis 1986 insgesamt 76 Bundesligaspiele und acht Europapokalpartien für die Pfälzer. Anschließend musste er seine Profikarriere wegen Kniebeschwerden vorzeitig beenden.
„Ich habe beim FCK eine tolle Zeit verbracht. Der Verein war meine erste Profistation. Insofern ist das Wiedersehen am Montagabend etwas ganz Besonderes”, so Hübner vor dem Duell mit dem aktuellen Tabellenführer. Für die Zebras steht viel auf dem Spiel.
Bisher gelang es dem MSV nicht, gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um die Aufstiegsplätze zu gewinnen. Ausnahme: Das 3:0 gegen Neuling Fortuna Düsseldorf zu Saisonbeginn. „Für uns besteht die Chance, in den kommenden Begegnungen richtig Boden gutzumachen”, blickt Hübner voraus. In der Hinrunde setzte es in den Duellen mit Kaiserslautern (1:4), Arminia Bielefeld (0:3) und Rot-Weiß Oberhausen (0:1) drei Pleiten. „In den jetzt anstehenden Spielen müssen wir die Ausbeute deutlich erhöhen und die Lücke, die sich in der ersten Serie aufgetan hat, schließen”, fordert Hübner.
Der 49-Jährige hat nach wie vor die 60-Punkte-Marke im Blick: „Wenn wir in diesen Bereich vorstoßen, sind wir im Rennen um Platz drei ganz vorne dabei.” Derzeit liegen die Zebras mit 34 Zählern auf Rang sechs. Doch die letzten beiden Auftritte gegen St. Pauli (0:2) und Düsseldorf (0:2) geben nicht gerade Anlass zu großer Hoffnung.
Hübner hat bei der Mannschaft „ein Kopfproblem” ausgemacht. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Fehler, die wir gegen St. Pauli begangen haben, nicht mehr vorkommen. Vielleicht kann die Truppe mit dem Druck nicht so richtig umgehen”, so Hübner. Andererseits ist die Zielsetzung für Duisburgs Profis nicht neu: Von Beginn an hatte sich der MSV den Aufstieg auf die Fahne geschrieben.
„Trotzdem kann man schon mal blockieren, wenn es plötzlich darauf ankommt. Und wenn entscheidende Zweikämpfe verloren werden und dann noch ein absoluter Topmann wie Tom Starke einen Fehler macht, dann schleicht sich das in sämtliche Köpfe ein”, analysiert der Zebra-Manager.
Am Montag sieht der Ex-Wehener den MSV „in klarer Außenseiter-Position.” Hübner: „Aus der Rolle können wir uns trotzdem Selbstvertrauen holen und den Lauf einschlagen, in den wir alle kommen wollen. Die Tabellensituation ist so, dass nach wie vor alles für uns drin ist. Um wieder erfolgreicher zu sein, müssen wir aber die Spielwesie verändern.”
Hübner gibt zu bedenken, „dass die Kaiserslauterner ein ganz anderes Kaliber als Düsseldorf sind, ohne die Fortuna in irgendeiner Form abzuwerten. Der FCK hat eine Top-Innenverteidigung, ist dazu brandgefährlich bei Kontern und eine absolute Macht bei Standardsituationen. Wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein. Im Hinspiel haben wir vieles falsch gemacht. Das darf sich zuhause auf keinen Fall wiederholen.”
Außenseiter gegen Kaiserslautern
Bruno Hübner geht nicht davon aus, dass die Fans den Zebras nach zwei Rückschlägen die kalte Schulter zeigen. „Die Mannschaft hatte sich in den letzten Wochen durch Erfolge einen gewissen Kredit aufgebaut. Und sie hat dokumentiert, dass sie in den Spielen bis zum Schluss alles versucht.”
Trotzdem wird die Kulisse am Montag enttäuschend. „Normalerweise hätte so ein Spitzenspiel 25 000 Zuschauer verdient”, findet der Manager. Realistische Einschätzungen bewegen sich für den Rosenmontags-Kick bei 16 000 Fans. 1500 Anhänger haben sich aus Kaiserslautern angekündigt. Hübner: „Ich hoffe, dass es sich noch der eine oder andere überlegt, trotz Karneval in die MSV-Arena zu gehen.”
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