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Zwangsabstieg! Zweite Bundesliga verweigert den Giants Pro-A-Lizenz

03.06.2012 | 23:30 Uhr
Zwangsabstieg! Zweite Bundesliga verweigert den Giants Pro-A-Lizenz

Düsseldorf. Das Saisonziel „Aufstieg“ wurde mit dem Halbfinal-Aus verpasst, offene Hotelrechnungen stehen im Raum, der Antrag zur BBL-Lizenz wurde zu spät abgegeben, es folgten Androhungen fristloser Kündigungen der Mietwohnungen für die Spieler, deren Gehälter zum Teil noch offen sein sollen: Das Chaos hat bei den Zweitliga-Basketballern der Giants Oberhand gewonnen. Nun scheint die Spitze des Eisbergs erreicht. Wie die 2. Liga am Samstag schriftlich mitteilte, wurden die Giganten als Absteiger für die kommende Spielzeit an die viertklassige Regionalliga gemeldet.

Rechtsverfahren anhängig

„Im Fall Düsseldorf ist derzeit noch ein Rechtsverfahren anhängig. Dieses wird vermutlich nicht kurzfristig beendet sein und wir wollen für viele Bundesligisten früh eine Planungssicherheit herstellen“, wird Liga-Geschäftsführer Nicolas Grundmann in dem Schreiben vom Samstag zitiert.

In dem dort erwähnten Verfahren werden die Giganten nach eigener Aussage bereits seit Mitte März von Bird & Bird vertreten. In der Rechtsanwaltskanzlei ist Martin Schimke als ehemaliger Manager von Brandt Hagen und Ex-Gesellschafter der Giants mit Sportrecht vertraut.

Ob es sich bei diesem Verfahren um die Einleitung rechtlicher Mittel durch Spieler handelt, blieb offen. Weder der Lizenzausschuss-Vorsitzende Karlheinz Sonntag noch Geschäftsführer Grundmann waren gestern telefonisch erreichbar. Einige Korbwerfer sollen jedoch einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss sowie ein vorläufiges Zahlungsverbot gegen die Giants erwirkt haben (die NRZ berichtete).

Die Lizenz für die Saison 2012/13 wird offenbar auch verweigert, weil die Giants eine Auflage nach Erhalt der Lizenzbescheide vom 4. April terminlich nicht eingehalten haben sollen. Dem Vernehmen nach haben die Giganten Einspruch eingelegt. Die Frist hierfür beträgt eine Woche. Geschäftsführer Grundmann ließ den Giganten in der Mitteilung vom Samstag eine Hintertür offen: „Wir behalten uns vor, die Pro A zeitnah mit der Sollstärke von sechzehn Teams zu besetzen. Sollten die Giants wider Erwarten eine Pro-A-Lizenz erhalten, würde die Liga mit siebzehn Mannschaften spielen.“

Mit der Verweigerung der Spielgenehmigung sowie dem automatischen Zwangsabstieg wäre bei den „Riesen“ vom Rhein nun der „Worst Case“ eingetroffen. Denn auch die Chancen, am Grünen Tisch per Wildcard am Mittwoch in Frankfurt die Startberechtigung für die Bundesliga (BBL) zu erhalten, sind damit stark gesunken.

„Die Giants werden richtig die Hosen runter lassen und sich erklären müssen, wie es zu diesem Umstand kommen konnte. Auch zu den Presseberichten, die sowohl die Manager der siebzehn Vereine sowie natürlich wir lesen“, betonte BBL-Präsident Dr. Thomas Braumann im NRZ-Gespräch.

Didin ging auf Tauchstation

BBL-Geschäftsführer Jan Pommer betonte gestern in einem Interview bei der TV-Übertragung des ersten Finals zwischen Bamberg und Ulm: „Wir haben als Bewerber für die Wildcard einen sehr ambitionierten Klub aus der zweiten Liga. Wir müssen jedoch hinterfragen, ob dieses Team den eigenen Ansprüchen und Ambitionen gerecht werden kann.“

Giants-Geschäftsführer Murat Didin ging hingegen auf Tauchstation. Erstmals seit seiner zweijährigen Amtszeit war das Mobiltelefon gar ganz abgestellt, obwohl vier Jahre nach dem Umzug der Giants aus Leverkusen in die Landeshauptstadt das Giganten-Kapitel zu scheitern droht – zumindest das der Profis. Der Stammverein würde mit seiner in die Regionalliga aufgestiegenen ersten Mannschaft das neue Zugpferd im Düsseldorfer Basketball werden. Denn Murat Didin wird sicher nicht weiter die Zügel in der Hand behalten, sollte der Einspruch des Vereins im Sande verlaufen und der Klub in der Regionalliga antreten müssen.

Mareike Scheer



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