Fortuna-Stürmer Torghelle muss zu Hause bleiben
01.09.2010 | 19:16 Uhr 2010-09-01T19:16:00+0200
Düsseldorf.Der erste internationale Fußball-Doppelpack der Saison steigt ohne Beteiligung der drei Nationalspieler in Reihen der Zweitliga-Fortunen. Das ärgert vor allem den vom FC Augsburg an den Rhein gewechselten Angreifer Sandor Torghelle, dessen Ungarn zum Qualifikationsstart für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gleich doppelt gefordert werden. Ohne Torghelle, der keine Einladung erhalten hat.
Am morgigen Freitag muss der Vizeweltmeister von 1938 und 1954, der mittlerweile nur noch Nummer 62 der FIFA-Weltrangliste ist, um 20 Uhr im Rasunda-Stadion im Stockholmer Ortsteil Solna bei den Schweden ran. Vier Tage später gastiert Moldawien im Budapester Ferenc-Puszkas-Stadion. Weitere Gegner der Magyaren in der Gruppe E: Vizeweltmeister Niederlande, Finnland und San Marino.
Neuer Nationaltrainer
Die neun Gruppensieger und der beste Zweite sind automatisch qualifiziert. Die restlichen acht Zweiten kämpfen in Play-off-Matches um weitere vier Startplätze. Hinter Holland dürfte sich Ungarn mit Schweden und Finnland um eben jenen zweiten Platz streiten. Wobei die Schweden hier Favorit sind.
„Ich wäre gern dabei gewesen“, sagt Torghelle. Doch der neue ungarische Nationaltrainer Sandor Egervari (60/für Erwin Koeman) lässt den einstigen Stammspieler, wie schon beim Test in Wembley gegen England im August, links liegen. Die bisherigen Pflichtspielleistungen Torghelles im Fortuna-Streifenhemd waren allerdings auch nicht gerade erbaulich. Aus der ersten und zweiten Bundesliga starten für Ungarn übrigens Gabor Kiraly (1860 München), Tamas Hajnal (Borussia Dortmund) und Adam Szalai (FSV Mainz 05).
Fortunas Mittelfeldrenner Patrick Zoundi interessiert mehr die Qualifikation für den Afrika-Cup Anfang 2012 in Gabun und Equatorial Guinea. Allerdings aus der Ferne. „Ich werde mich erst einmal auf Fortuna konzentrieren“, so Zoundi, der das auch so seinem portugiesischen Nationaltrainer Paulo Duarte mitgeteilt hat. Das für Samstag geplante erste Qualifikationsmatch fällt gleich aus. Mauretanien hat sein Team mangels Reisefinanzen zurückgezogen. Weitere Gegner der Burkiner: Gambia und Namibia. Die Nummer 45 der Weltrangliste ist nach der letzten guten WM-Qualifikationdsrunde (nur an der Elfenbeinküste gescheitert) in der Gruppe klarer Favorit.
Das kann man von der Demokratischen Republik Kongo, in Afrika einfach nur „DRC“ genannt, nicht behaupten. Das einst fußballerisch stolze Zaire (WM-Teilnehmer 1974, Afrika-Meister 1968 und 1974) dürfte als Nummer 107 der Weltrangliste in der Qualifikation auf verlorenem Posten stehen. Am Sonntag geht es in Lubumbashi gegen Senegal. Dann warten noch Kamerun und das Außenseiterteam der Zuckerrohrinsel Mauritius.
Abschied mit acht Jahren
Fortuna-Verteidiger Assani Lukimya-Mulongoti kickte zuletzt im Mai für sein Heimatland, das er schon im frühen Alter von acht Jahren in Richtung Berlin verließ, bei zwei Freundschaftsspielen gegen Saudi-Arabien in Österreich. Auf die lange Reise nach Zentralafrika verzichtet Lukimya allerdings – zugunsten der Fortuna.
Übrigens: In der Afrika-Cup-Qualifikation kommen nur die Gruppenersten der elf Gruppen sowie die drei besten Gruppenzweiten in die Endrunde.
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