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Eine WM vor der eigenen Haustür

25.06.2010 | 20:00 Uhr

Düsseldorf. Am Sonntag startet die WM im Eisstadion an der Brehmstraße. Ex-DEG-Trainer Czeslaw Panek trainiert die deutsche Auswahl - und hofft, mit dem Heimvorteil im Rücken auf die Bronzemedaille.

Wer Weltmeisterschafts-Feeling hautnah erleben will, muss nicht unbedingt ins Reisebüro sprinten und noch schnell einen Flug nach Südafrika buchen. Schon die hiesigen Straßenbahnlinien 706 und 708 können da zum Ziel führen, halten diese doch am Brehmplatz. Und im von dort fußläufig erreichbaren Eisstadion an der Brehmstraße startet Sonntag die Inlinehockey-WM der Junioren. Mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Australien (Erstes Bully: 19 Uhr).

Zwölf Nationen kämpfen dann eine Woche lang um den Titel. Zunächst aufgeteilt in  zwei Gruppen zu je sechs Teams. Die vier Erstplatzierten ermitteln dann im üblichen K.o.-Modus den neuen Weltmeister. Der könnte wieder der alte werden. Titelträger Tschechien gilt neben Frankreich als großer Favorit. Und ist auch ein deutscher Vorrundengegner. Wie Kolumbien, Debütant Spanien und die Schweiz.

Personifizierter Lokalkolorit ist auch vor Ort. So wird das Gastgeber-Team von Ex-DEGSpieler und- Trainer Czeslaw Panek gecoacht. Vier Spieler des hiesigen Inlinehockey-Erstligisten DEG Rhein Rollers stehen zudem im Aufgebot. Der Klub fungiert auch als Ausrichter, stemmt die Veranstaltung alleine. Wobei die Sportagentur und einige Sponsoren finanziell unter die Arme griffen.

Sportlich ist das Ziel klar. „Tschechien, Frankreich, Kanada und die USA sind traditionell sehr stark“, so Trainer Panek. „Die Schweiz und auch Mexiko sind ein Geheimtipp. Aber wir können mithalten und wollen den Heimvorteil nutzen.“ Bei der Junioren-WM 2007, die ebenfalls an der Brehmstraße stattfand, trug dieser das deutsche Team seinerzeit zur Bronzemedaille. Was nach dem Viertelfinal-Aus im Vorjahr gegen die Schweiz (2:3) ein Erfolg wäre.

Die Kräfteverhältnisse scheinen mehr noch nicht zuzulassen. In Frankreich gibt es beispielsweise rund 15 000 aktive Inlinehockey-Spieler, hierzulande knapp 2000. „Die Vereine dort haben ein Budget wie ein Eishockey-Oberligist“, sagt Rhein-Rollers-Chef Dirk Schulz. Was einer mittleren sechsstelligen Summe entspricht.

Trainer Panek  freut sich bei allem sportlichen Ehrgeiz aber auch auf den ganz eigenen Reiz einer WM: „Die Spiele gegen Exoten wie Australien oder auch einmal Nambia zu sehen – das wird ein Erlebnis!“

Hinter dem viel Aufwand steckt. „Das ist eine Mordsarbeit für uns“, betont Rhein-Rollers-Mitorganisator Dirk-Peter Sültenfuß. Rund 50 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz, „bemuttern“ die in zwei Hotels untergebrachten Gast-Nationen. Da steht dann auch mal eine ausführliche Tour durch die Altstadt auf dem Programm. „Die WM hat  auch ein schönes verbindendes Element“, sagt Sültenfuß.

GRUPPE A: Deutschland, Australien, Kolumbien, Spanien, Tschechien, Schweiz.

GRUPPE B: Frankreich, Kanada, USA, Namibia, Mexiko, Italien.

Gespielt wird 2 x 20 Minuten, den kompletten Spielplan gibt es im Internet unter www.ihd-online.net.

Das deutsche WM-Aufgebot:

Tor: Sajoscha Messing, Daniel Scheck.

Feldspieler: Niels Hilgenberg, Florian Böhm, Matthias Vater, Dominic Six, Florian Pompino, Steffen Wintgen, Marius Grassler, Bleier, Dennis Berck, Hendrik Horack, Dennis Schlicht, Sven Schlicht, Stefan Stresser, Pierre Wex.

Oliver Schaal

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