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Bobfahren-Weltcup

Düsseldorfer Ex-Footballer Richard Adjei winkt ein Olympia-Ticket

12.01.2010 | 06:00 Uhr

Der ehemalige Rhein-Fire- und Panther-Spieler siegte beim Weltcup in Königssee im Zweierbob. Und hofft nun auf einen Start als Anschieber in Vancouver

Düsseldorf. Richard Adjei steuerte gestern Nachmittag sein Auto gen St. Moritz. Zum Monaco der Formel 1 im Eiskanal. Der 26-jährige Düsseldorfer muss sich schon hörbar bremsen, wenn er an die nächsten Tage als Zweierbob-Anschieber hinter Pilot Thomas Florschütz (Riesa) denkt. Der Weltcupsieg des deutschen Bobs am Königssee vom vergangenen Wochenende hat Adjeis Chancen auf einen Olympia-Start in Vancouver zweifelsohne steil ansteigen lassen.

„Wenn ich den Ball flach halte und in St. Moritz wieder eine gute Leistung zeige, könnte es was mit Olympia werden”, stapelt der ehemalige Panther- und Rhein-Fire-Footballer im Gespräch mit der NRZ betont tief. Drei Zweier- und drei Viererbobs werden Schwarz-Rot-Gold nach geschaffter Olympia-Qualifikation in West-Kanada vertreten. Der achtmalige Weltmeister Christoph Langen, der den 1,90 Meter großen, 112 Kilogramm schweren Adjei vor drei Jahren bei einem Footballer-Casting als geeigneten Anschieber herausgepickt hatte, wird die Besetzungen mit festlegen.

Vancouver-Start ist fast wie ein Super Bowl

„In Vancouver zu starten wäre für mich fast so, wie im Super Bowl auf dem Platz zu stehen”, sagt Adjei. Football bleibt die große Leidenschaft des Sportsoldaten, der für den WSV Königssee in den Bob steigt. Nach drei Saisons bei Rhein Fire und Berlin Thunder endeten mit dem NFL-Europaliga-Aus 2007 auch seine vagen Ambitionen, möglicherweise in der finanzstärksten Liga der Welt zu landen.

Die NFL ist für Adjei Geschichte. Auch eine, dem Leistungsvermögen des ehemaligen Abwehr-Linebackers entsprechende Liga wie die CFL in Kanada kommt nicht mehr in Frage. „Das Bobfahren ist sicherer”, sagt Adjei. Und meint damit seine finanzielle Zukunft. Der gebürtige Düsseldorfer, dessen Vater Ghanaer ist, gehörte zum ersten privat finanzierten deutschen Bob-Juniorenteam.

2,4 Millionen Zuschauer sahen am Wochenende in der ARD den ersten Weltcup-Sieg Adjeis. Der hieß im TV und in allen Sportagenturen übrigens kurioserweise „Adjei-Otto”. Der Doppelname ist allerdings Quatsch, wie Adjei versichert. Auf einer Meldeliste des Verbandes hatte er einmal angegeben, dass er bei seinen deutschen Großeltern gemeldet sei – die den Nachnamen Otto tragen. Aus dem „c/o” der Postanschrift wurde später ein Bindestrich. „Ich werde den Irrtum mal aufklären müssen”, sagt der Olympia-Anwärter. Spätestens in Vancouver.

Michael Ryberg

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