Aufschlag im Sandkasten
06.06.2011 | 18:23 Uhr 2011-06-06T18:23:00+0200
Die 26-jährige Ernestine Alexandrowicz interessierte sich bereits als kleines Kind nur für den Rückschlagsport.
Von der Schule abgeholt, im Auto schnell zu Mittag gegessen und direkt weiter auf den Tennisplatz. In der Kindheit und Jugend gab es für Ernestine Alexandrowicz nur eines: Tennis!
Bereits im jungen Alter griff die quirlige Sportlerin zum Racket. Ob im Garten der Eltern. Oder auch im eigenen Zimmer mit Softbällen. Dann schwang sich Papa zum Trainer der siebenjährigen Ernestine auf. Da ihr Vater die damals wie heute zierliche Sportlerin für zu schwach befand, wurden Vorhand- wie Rückhandschlag beidhändig antrainiert. Damit erfolgreich, wurde es in den folgenden Jahren beibehalten.
Von klein auf übte die heute 26-Jährige jeden Tag zwei Stunden auf der roten Asche. Manchmal auch zwei Doppelstunden, wenn es die Zeit erlaubte. Abends wurden dann die Hausaufgaben erledigt. Je öfter Ernestine Alexandrowicz auf dem Tenniscourt stand, desto wohler fühlte sie sich. „Die Schule kam aber dennoch nicht zu kurz. Es war immer klar, dass ich mein Abitur mache. Wäre ich in der Schule abgefallen, hätte ich sicher im Sport zurückstecken müssen. Aber dies war zum Glück nie der Fall“, betont die mittlerweile studierte Sportlehrerin im NRZ-Gespräch.
Ihre Laufbahn begann in ihrem Heimatverein, dem ASC Ratingen-West. Ehe es über den TuS Breitscheid mit zehn Jahren für die ehemalige Bundesliga-Spielerin des Rochusclubs in die Akademie des Ex-Davis-Cup-Coaches und heutigen Teamchef des Bundesligisten Rochusclub, Detlev Irmler, ging. Ab dem Jahr 2000 schlug die damals 16-Jährige für sieben Jahre unter anderem in der 1. und 2.Bundesliga-Damenmannschaft des Vorzeigevereins auf. Und begann neben den eigenen Medenspielen und Trainingsstunden, jüngere Kinder zu coachen. Ihre Hochphase erlebte die Tennisspielerin im Alter von 13 bis 18 Jahren. In diesem Abschnitt wurde (fast) alles dem geliebten Sport untergeordnet.
Profi werden, das stand dennoch nie zur Debatte. „Für so ein Leben mit einer Menge Training und noch mehr Reisen muss man zu viele Opfer bringen. Auch die Schule. Hinterher hätte es besonders auch meinen Vater wohl sehr gefreut, wenn ich Profi geworden wäre. Aber ich habe ein Sportstudium vorgezogen“, erklärte Ernestine Alexandrowicz zielstrebig. So ging es 2004 nach dem Abitur an die Universität Duisburg-Essen, wo die mittlerweile lizenzierte Tennis-Trainerin Sport und Kunst auf Lehramt studiert hat. 2008 entschied sich die motivierte Tennisspielerin, vom Rochusclub zur Dinslakener TG Blau-Weiß in die Niederrheinliga zu wechseln. „Mir hat die ganze Situation im Klub nicht mehr gefallen. Dazu hatte ich ein super Angebot aus Dinslaken. Es war zwar eine Liga tiefer. Aber dafür habe ich dort im Team an einer höheren Position gespielt“, so Ernestine Alexandrowicz.
Der Wechsel im vergangenen Winter zum TC Rheinstadion war vor allem beruflich bedingt. Mittlerweile fühlt sich die Lehrerin pudelwohl in ihrer neuen Mannschaft. Seit dem Ende ihres Studiums im Vorjahr arbeitet die 26-Jährige am Görres-Gymnasium an der Königsallee. Gleichzeitig gibt die Sportlehrerin Tennistraining beim TC Freiheit in Vennhausen. „Ein Tennis-Kind von mir hat zu Rochusclub-Zeiten bereits im TC Freiheit gespielt. Im Sommer 2007 wurde ich dann gefragt, ob ich die Jugendarbeit des Vereins übernehmen möchte. Mit vierzehn Kindern habe ich angefangen, mittlerweile betreue ich mit zwei weiteren Trainern fast sechzig Kinder“, betont Alexandrowicz.
Ein Umzug von Ratingen nach Düsseldorf war unausweichlich. „Deshalb habe ich auch den Verein gewechselt. Lieber spiele ich in einer tieferen Liga, aber dafür kann ich immer auf den Platz, wann ich es will. Die Fahrten nach Dinslaken hätten zu viel Zeit in Ansprich genommen. Dafür spiele ich zu gern“, begründet die Tennisverrückte ihre Entscheidung. An Position Eins startet die 26-Jährige nun in ihre erste Saison in der 1.Verbandsliga für den TC Rheinstadion. Denn auch als Hobby neben dem Beruf muss der Wettkampf vorhanden sein. „Sonst fehlt der Reiz“ für eine echte Sportfanatikerin, die auch leidenschaftlich gerne Beach-Tennis spielt. Als deutsche Meisterin im Damen-Doppel 2009 und 2010 sowie einer Vizemeisterschaft im Mix 2010 zudem sehr erfolgreich.
In den ersten beiden Partien der Verbandsliga siegte der TC Rheinstadion mit 7:2 gegen den Odenkirchener TC aus Mönchengladbach und mit 8:1 über den TK Oberhausen. In beiden Duellen war Ernestine Alexandrowicz an Position eins ihres Teams erfolgreich.
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