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Lokomotive drehte die Partie

16.01.2010 | 12:23 Uhr
Lokomotive drehte die Partie

Belek. Gegen die russischen Talente von Lokomotive Moskau hielt Niederrheinligist TV Jahn Hiesfeld im türkischen Trainingslager in Belek nur eine Halbzeit mit. Die Russen gewannen 4:1 (0:1). Erkan "Apache" Sevinc hatte die Hiesfelder mit einem Kopfballtreffer in Führung gebracht.

„Einige werden auf der Strecke bleiben", kündigte Hiesfelds Fußball-Trainer Stefan Janßen zu Beginn des Trainingslagers im türkischen Belek an. Worte, die seine Spieler via Internet auf DerWesten.de zu lesen bekamen und ihrem Coach dieser Tage nun erst recht zeigen wollen, welche konditionellen Nehmerqualitäten in ihnen stecken.

Alle ziehen zu 100 Prozent mit. Keiner lässt sich hängen. Selbst der erkältete Juan Oburu kniff trotz Nierenschmerzen beim Morgentraining auf die Zähne und stand dann sogar beim 1:4 (1:0) im Testspiel gegen eine Auswahl aus U19 und Zweitligareserve von Lokomotive Moskau eine Halbzeit auf dem Platz.

Im Match gegen die russischen Talente hauten sich die „Veilchen" ebenfalls richtig rein. „Wenn die so immer in der Liga auftreten würden, ständen wir viel besser da", stellte der ehemalige Abteilungsleiter Erwin Dickmann fest. Stefan Janssen ergänzte: „Mit so einem starken Gegner werden wir es in der Rückrunde nicht zu tun bekommen."

Im ersten Durchgang war Jahn mindestens gleichwertig, lag durch einen Kopfballtreffer von Erkan Sevinc sogar in Front. „Alles klar. Jetzt können wir nach Hause fahren", hatte Manager Harald Plank seinen Spaß. Nach der Pause ließen dann aber auf Seiten der „Veilchen" erwartungsgemäß die Kräfte nach und Lokomotive drehte die Partie zu ihren Gunsten.

„Technisch und von der Schnelligkeit sind sie uns überlegen", mutmaßte Stefan Janßen schon vor dem Anpfiff auf dem gut vorbereiteten Trainingsplatz und sah sich hinterher bestätigt. „Wenn du denen eine Lücke lässt, preschen die wie ein ICE da durch." Aber seine Schützlinge hielten mit wackerem Einsatz und taktischer Disziplin eine gute Stunde mehr als respektabel dagegen. Als Lohn gab es hinterher im Bus die rhetorische Frage: „Wie sieht es aus Männer, morgen früh eine Runde Fußballtennis?" Kollektive Antwort: „Jaaa!"

Scheint fast so, als würde sich Trainer Janßens eingangs zitierte Mutmaßung zur Freude aller nicht bewahrheiten.

Michael Blatt

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