Alle Hände voll zu tun
14.01.2010 | 10:00 Uhr 2010-01-14T10:00:00+0100Belek/Türkei. Während des Trainingslagers des Niederrheinligisten TV Jahn Hiesfeld schuften nicht nur die Akteure. Ein gutes Dutzend Spieler liegt täglich auf der Massagebank von Patrick Höllering. Die vielen Einheiten fordern ihren Tribut.
Nach fünf Übungseinheiten und einem Freundschaftsspiel zwickt es bei den Spielern des Fußball-Niederrheinligisten TV Jahn Hiesfeld an allen Ecken und Enden. Doch nicht nur sie müssen ein enormes Pensum absolvieren, auch Masseur Patrick Höllering ist während des Trainingslagers im türkischen Belek im Dauereinsatz. Ein Dutzend Akteure tragen sich täglich in dessen Plan ein.
Sonderübung
Selbst um 23 Uhr wird beim 23-jährigen Vertreter von „Veilchen"-Physiotherapeut Detlef Nitschke noch an die Zimmertür geklopft: Seine Erfahrung: „Wade, Oberschenkel und Rücken müssen am häufigsten massiert werden." Aber auch bei anderen Problemen weiß Höllering, der in Mülheim in einer Praxis seinem Handwerk nachgeht, Rat. Mit Torhüter Sven Najemnik absolvierte er beispielsweise eine 20-minütige Sonderübung am Strand, um dessen Achillessehnenreizung zu behandeln.
Der Neuzugang zwischen den Pfosten hätte allerdings noch einen anderen Vorschlag parat: „Weniger laufen!" Doch auch die „Schnapper" müssen die ein oder andere Laufeinheit zur Verwunderung Najemniks voll mitziehen: „Das habe ich bei anderen Vereinen so nie erlebt."
Lockerung
Auch ein Vincent Grütter merkt nach drei Tagen schon die außergewöhnliche Belastung. Klar, dass er sich da zwischen Mittagessen und Nachmittagstraining gerne noch schnell den Händen des Knetmeisters anvertraut: „Ich gehe nicht so oft zur Massage, aber hier ist es ganz gut zur Lockerung."
Aus einem nahe liegenden Grund beißt der Ex-Rheder wie viele andere trotz Wehwehchen auf die Zähne: „Ich will mich hier dem Trainer anbieten." Der schaut sich die Entwicklung vor Ort ganz genau an und führt vor jedem Training noch Gespräche mit seinen Akteuren, um gegebenenfalls die Intensität zu variieren.
Am gestrigen Vormittag gab es Zuckerbrot und Peitsche in umgekehrter Reihenfolge. Wer dachte, nach dem Match gegen Kadriye Spor um eine Laufeinheit herumzukommen, sah sich geirrt.
Im letzten Drittel der 90-minütigen Einheit fanden dann aber nur noch lockere Gruppenspielchen statt, wenngleich auf das jeweilige Verliererteam Liegestütze und Bauchmuskelübungen warteten. Klar, dass da der Rest der Truppe seinen Spaß beim Zuschauen hatte und kräftig anfeuerte.
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