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Kirchners kurioses Erfolgsrezept

01.06.2012 | 15:30 Uhr
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Kirchners kurioses Erfolgsrezept
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Diese Maßnahme kommt im Landesliga-Abstiegskampf erfrischend anders daher: Frank Kirchner, Trainer des Drittletzten SW Eppendorf, scheint nämlich kein Freund von Motivationstrainern, besonderen Ansprachen oder Vertrauensspielchen zu sein. Er wendet seit vier Wochen ein anderes Erfolgsrezept im Training an. „Wir treffen uns einfach nur noch zum Fußball spielen, machen keine großartigen Übungen“, so der Coach.

Das Kuriose daran: Seitdem haben die Schwarz-Weißen dreimal gewonnen und mischen wieder mit im Abstiegskampf. „Wir waren damals ja schon abgeschrieben. Deshalb ändern wir daran nichts mehr. Warum sollte ich jetzt plötzlich wieder Hütchen aufstellen?“, fragt Kirchner. Beim SV Arminia Marten (Sonntag, 15 Uhr) steht einiges auf dem Spiel: Mit einem Sieg kann erstmals der Sprung auf den fünftletzten Relegationsplatz gelingen.

Doch Vorsicht: Die Arminen gelten als extrem kampfstark und wiegen dadurch ihre spielerischen Schwächen auf. Die größte Diskrepanz besteht zwischen den Offensiv-Abteilungen beider Teams. Während Eppendorf schon 51 Tore erzielt hat, waren die Dortmunder Gastgeber erst 36-mal erfolgreich. Die Abwehrreihen indes ähneln sich - in ihrer Anfälligkeit. Hier ist Eppendorf einen „Tick“ schlechter.

„Ich sage den Jungs immer: Macht euch nicht verrückt und rechnet nicht. Um es in Formel 1-Sprache zu sagen: Wir sind noch nicht in der Pole Position. Wir starten noch aus der dritten Reihe“, so Frank Kirchner, dem kein Spieler fehlt. Die Schwarz-Weißen scheinen einen Weg zur Lockerheit gefunden zu haben. Dennoch wäre ein Ausrutscher Gift.

WSV empfängt Waltrop

Ähnlich entspannt wie Kirchner ist seit jeher Wernes Spielertrainer Farat Toku. Nach dem 2:1-Sieg in Weitmar empfängt der WSV morgen (15 Uhr, Heinrich-Gustav-Straße) den Tabellennachbarn VfB Waltrop. Die Gäste waren, ähnlich wie Eppendorf, vor einigen Wochen schon so gut wie weg vom Fenster, haben sich aber dank sieben von neun möglichen Punkten aus den letzten drei Spielen befreit, belegen momentan den Relegationsplatz. Einen Punkt davor rangiert der WSV auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. „Daheim haben wir in der Rückrunde erst ein Spiel verloren“, setzt Toku auf die Heimstärke. Zudem fordere er nun „explizit“, wie schon gegen Weitmar, „dass wir ergebnisorientiert spielen. Wie unser Fußball aussieht, ist jetzt relativ egal.“ Kombiniert mit den „wichtigsten Tugenden wie taktischer Disziplin, Grundordnung und Leidenschaft“ sollte das laut Toku zum Sieg reichen. Allerdings sollte es nicht nur - es muss. Denn in den letzten beiden Partien warten mit Mengede (2.) und Zweckel (3.) Top-Teams. Toku muss auf Lukas Wächter und Niklas Koslowski verzichten, Peter Küpper sowie Deniz Kizilboga fallen wegen ihrer Rot-Sperren aus.

Weitmar 45 braucht einen Sahnetag

Für den SC Weitmar 45, der den ersten direkten Abstiegsplatz mit einem Punkt Abstand zum Relegationsrang belegt, müssten es aus den letzten drei Spielen schon sechs Punkte sein, um die Rettung noch zu schaffen. Doch die Partie gegen den Tabellenzweiten Mengede 08/20 (Sonntag, 15 Uhr, Waldschlößchen) wird alles andere als einfach.

Hoffnung macht Trainer Jörg Berg das Hinspiel, das man nur mit 1:2 verlor. „Eigentlich haben wir gegen die immer ganz gut ausgesehen“, so der Coach. Dennoch tendieren Motivation und Selbstvertrauen bei den Rot-Weißen momentan gen Nullpunkt. Berg: „Wir haben nur eine Chance, wenn wir einen Sahnetag erwischen.“

Für Landesliga-Tabellenführer SW Wattenscheid 08 ist die Meisterschaft nur noch Formsache. Beim Tabellenletzten FC 96 Recklinghausen (Sonntag, 15 Uhr) braucht die Mannschaft von Bayram Kollu nur noch einen Punkt. „Es war eine sensationelle Saison“, so der Trainer: „Wenn wir das gewinnen, ist die ganze Last weg. Ich weiß gar nicht, wohin mit meiner Freude.“

Für den SV Höntrop, der am Sonntag (15 Uhr, Preins Feld) gegen den Tabellendritten SV Zweckel antritt, geht es um nichts mehr. „Deren Druck ist sicher höher, die wollen noch aufsteigen“, sagt Trainer Thomas Baron: „Ich erwarte, dass wir unseren sechsten Platz verteidigen und abgeklärt auftreten. Jedes Spiel kann uns als Aufsteiger noch weiter bringen.“

Felix Groß

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