Testspielverbot türkischer Klubs kostet KFC Uerdingen 100.000 Euro
27.06.2012 | 17:00 Uhr 2012-06-27T17:00:20+0200
Krefeld. Das Testspielverbot des DFB für türkische Vereine in Deutschland schlägt hohe Wellen. Der KFC Uerdingen ist stinksauer - 100.000 Euro gehen dem Verein durch die Spielabsagen gegen Fenerbahce Istanbul und Trabzonspor verloren. Der Krefelder Fünftligist will gegen die Entscheidung des DFB protestieren.
Das Testspiel-Verbot des DFB für türkische Spitzenvereine in Deutschland ist für den KFC Uerdingen ein schwerer Schock. "Die Nachricht traf uns völlig unvorbereitet und ist eine Katastrophe". Im Juli wollte der Fünftligist aus Krefeld ein Turnier mit Fenerbahce Istanbul und Trabzonspor austragen. "Durch das Verbot gehen uns Einnahmen von rund 100.000 Euro verloren", schimpft KFC-Pressesprecher Marc Peters.
DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock begründet die Maßnahme gegenüber der WAZ-Mediengruppe mit sicherheitsrelevanten Aspekten: „Unsere Entscheidung betrifft alle Verbände und Vereine, bei denen es in der Vergangenheit zu Störungen gekommen ist ". Es gehe darum, Gefährdungslagen auszuschließen und zusätzliche Belastungen für die Polizei zu vermeiden, so Sandrock.
KFC Uerdingen kann Testspiel-Verbot nicht nachvollziehen
Bei Spielen in der 1. türkischen Liga hat das Abbrennen von bengalischen Feuern Tradition . Laut Kölner Express habe der DFB das Verbot auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion rund um das "illegale Abbrennen von Pyro-Technik " beschlossen. Dadurch sei eine Genehmigung der Spiele in Deutschland derzeit nicht möglich.
Die Gewerkschaft der Polizei in NRW begrüßt diese Entscheidung unter der Prämisse "Sicherheit hat Vorrang". "Es ist aufgrund der Vorfälle am Ende der Bundesliga-Saison schon ein vorsichtiges Umdenken des DFB erkennbar", sagt der GdP-Vorsitzende Frank Richter. Allerdings wünscht sich die GdP, dass der DFB diese Haltung auch bei Bundesliga-Spielen in der neuen Saison beibehält.
Für den KFC Uerdingen ist das Testspiel-Verbot nicht nachvollziehbar: "Freundschaftsspiele gegen türkische Klubs haben bei uns Tradition". 2011 war etwa Trabzonspor zu Gast. "Da kommen regelmäßig 5000 bis 8000 Zuschauer, und es hat noch nie Ärger gegeben", beteuert Peters. Da gebe es mehr Probleme, wenn etwa der VfB Speldorf mit 40 Fans anreise . Die Freundschaftsspiele gegen türkische Vereine hätten dagegen den Charakter eines Familienfestes. "Unser Kapitän Ersan Tekkan ist Türke - da sind die Spiele etwas ganz Besonderes."
Krefelder Verein will beim DFB protestieren
Auch für die türkischen Vereine sei das Verbot ein Desaster: "Die sind genauso stinksauer wie wir, weil sie über diese Spiele auch ihre Trainingslager finanzieren", so Peters. Der Pressesprecher beschreibt die Maßnahme, alle Vereine in einen Topf zu schmeißen, als "Sippenhaft". Der KFC Uerdingen will gegen das Testspiel-Verbot offiziell beim DFB protestieren. Neben den Krefelder Spielen soll ebenfalls keine Genehmigung für ein Match zwischen Fenerbahce Istanbul gegen den spanischen Verein FC Getafe am 25. Juli in Köln erteilt worden sein.
Der Vorsitzende des Kreisliga-Vereins "Fenerbahce Istanbul Marl", Hakan Simsir, kann nach der Entscheidung des DFB nur den Kopf schütteln: "Wenn ich mich an das Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC oder die letzten Heimspiele des 1. FC Köln erinnere, dann müssten Spiele dieser Vereine auch alle verboten werden." Für ihn werde hier mit zweierlei Maß gemessen. Besonders unglücklich findet Simsir, dass bei aller Integrationsarbeit in Deutschland jetzt die türkischen Vereine und ihre Fans an den Pranger gestellt werden: "Da fehlt dem DFB schlicht das Fingerspitzengefühl." Besonders leid tun Simsir die in Deutschland lebenden Fenerbahce-Fans: "Für die ist es ein Erlebnis, wenigstens einmal im Jahr ihre Lieblings-Mannschaft live sehen zu können."

20:27
Es geht hier wohl kaum nur um Pyrotechnik.Wenn ich mich recht ensinne wurde z.B. vor einiger Zeit das Bochumer Ruhrstadion bei solch einem Spiel erheblich beschädigt
13:53
Fussballvereine zu bestrafen, dass verrückte Bengalos abbrennen halte ich nicht für in Ordnung. Wenn ein Verbot besteht, dann sind die zu bestrafen die diese Bengalos ins Stadion schmuggeln und damit rumzündeln. Bestrafung heisst auch richtige spürbare Bestrafung und nicht nur Stadionverbot. Weiterhin muss die Überwachung mit Kameras in den Stadien verbessert werden um einen sofortigen Zugriff für die Polizei zu ermöglichen. Genauso wichtig ist auch die rundumbewachung an den Zäunen der Stadien, da werden nähmlich auf die wartenden Fans die Bengalos über den Zaun geschmissen um einer Leibesuntersuchung beim Eintritt ins Stadion zu entgehen.
Hier macht man Vereine fertig die damit überhaupt nichts zu tun haben. Jeder Verein versucht sich gut wie es geht vor solchen Straftaten zu schützen und wenn dann nun doch solche Straftaten durchgeführt werden, dann ist dafür die Polizei zuständig. Wenn ich eine Straftat begehe ist das doch genauso. Hier die Vereine zu bestrafen ist der falsche Weg
13:39
Die Spielverbote treffen allesamt Partien, bei denen der DFB nicht involviert ist bzw. keine finanziellen Interessen hat. Bleibt abzuwarten, ob der DFB auch durchgreift, wenn dem Verband dadurch eigene Einnahmen durch die Lappen gehen würden ...
10:27
eine absurde Endscheidung seitens des DFB .Die türkischen Fans sind zwar leicht heissblütig aber nicht gewalttätig und haben schon immer für Stimmung in Stadien gesorgt.Die Bengalos kommen grundsätzlich nur in der heimischen Liga zum Einsatz und rechtsradikal wie es die russischen oder kroatischen Fans bestens demonstriert haben sind die türkischen Fans sicherlich nicht.Und die kleinen Vereine kucken durch die Endscheidung in die Röhre da Finanzeinbussen in Kauf genommen werden müssen.Und das sind für Vereine wie dem KFC Uerdingen eigentlich überlebens wichtig.Lieber DFB wenn Ihr dass jetzt lesen solltet versucht mal eure Endscheidung zu überdenken .
09:16
Richtig so, Fans die sich nicht benhmen können, müssen eben verzichten!!
08:29
Darf jetzt die Fortuna, Hertha oder der FC Köln auch keine Testspiele austragen?
23:36
Sehr geehrter Herr Kreienbrink,
glauben Sie, dass Ihre provokante (und obendrein sachlich falsche) Überschrift bei diesem Thema irgendwie hilfreich ist? Es handelt sich nicht um eine Sperre für türkische Klubs, sondern für Vereine mit Krawall-Fans, die sich nicht benehmen können... Das betrifft einige (nicht alle!) türkischen Vereine, sowie auch Vereine aus anderen Ländern!
Die Überschrift ist sachlich richtig, da sie sich auf die Einnahmeverluste des KFC Uerdingen bezieht.
21:54
Es sind nicht nur Testspiele von türkischen Vereinen verboten, nein auch von Real Mallorca (Spanien) und Willem II Tilburg (Niederlande).
21:23
Der DFB muss so handeln. Die Vereine aus Deutschland werden und wurden bereits nicht unerheblich bestraft. Bei Vereinen aus dem Ausland jedoch versagt die hiesige DFB-Justiz. Oder können wir Platzsperren in der Türkei aussprechen? Ferner sollte man auch sagen, das die Innenminister bei weiteren Extremvorfällen den Vereinen bereits eine Kostenbeteiligung am polizeilichen Ordnungsdienst angedroht haben. Also müssen wir nicht noch zusätzliche Probleme importieren!
20:00
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