Warum Löw mit Draxler nichts falsch machen kann
07.05.2012 | 15:26 Uhr 2012-05-07T15:26:39+0200
Gelsenkirchen. Der Bundestrainer hat Schalkes Top-Talent in das erweiterte Aufgebot für die Europameisterschaft berufen. Es ist ein kluger Vorgriff auf die Zukunft. Ein Kommentar.
Der David Odonkor des Jahres 2012 heißt Julian Draxler. So überraschend wie damals die Nominierung der Dortmunder Rasen-Rakete in das WM-Aufgebot von 2006 kam diesmal die Berufung des hochtalentierten Schalkers. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Damals war es eine Maßnahme, die aus der Not geboren wurde. Hätte Jürgen Klinsmann ein gesunder Sebastian Deisler zur Verfügung gestanden, wäre über David Odonkor nie diskutiert worden. Diesmal ist das Aufgebot qualitativ hochwertiger besetzt, und die Hinzunahme von Julian Draxler ist bereits ein kluger Vorgriff auf die Zukunft.
Das Kriterium „zu jung“ gibt es bei Löw nicht
Draxler, das muss man betonen, könnte derzeit immer noch für Schalkes A-Junioren spielen. Den sportlich Hochbegabten zu fördern und zu fordern und dabei die richtige Balance zu finden, das ist die Kunst. Den Schalkern ist das gut gelungen, Trainer Huub Stevens hat den Jungen nicht verheizt. Jetzt steht die nächste Entwicklungsstufe an. Raúl geht, Draxler kann im Idealfall dessen Position übernehmen. Er wird sie aber anders interpretieren. Mehr als Zehner, als Spielmacher im klassischen Sinn. Torgefahr nicht ausgeschlossen.
In Rastatt gab Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Euro 2012 in Polen und der Ukraine (vom 8. Juni bis 1. Juli) bekanntgeben. Diese Spieler hat Löw nominiert.
Sollte ihm auch dieser Schritt gelingen, wird nach der EM ohnehin mit ihm auch in der Nationalmannschaft zu rechnen sein. Für Löw gab es das Kriterium „zu jung“ auch schon bei Mario Götze nicht, den er ebenfalls schon als A-Jugendlichen ins internationale Rennen warf. Der Perspektivspieler Julian Draxler kann und soll in den nächsten Wochen im Kreis der DFB-Elite vieles lernen , und diese Lehrzeit wird sich garantiert auszahlen: für Draxler und für Löw.
Im Normalfall ist Julian Draxler momentan noch einer der Streichkandidaten für die bevorstehende EM. Wenn es dazu kommen sollte, dass er nicht zum endgültigen Aufgebot zählt, muss es ihn nicht weiter schmerzen. Falls sich aber ein anderer offensiver Mittelfeldmann noch verletzen sollte, wäre es ganz sicher auch kein Risiko, den jungen Schalker schon zu dieser Europameisterschaft mitzunehmen. Er hat in der Bundesliga hinlänglich bewiesen, dass er vor schweren Aufgaben kein Nervenflattern bekommt.

11:11
Draxler ist ein herrausragendes Talent und wenn er sich weiter so entwickelt ist es sowieso nur eine Frage der Zeit, wann er ein fester Bestandteil im Kader der Nationalmannschaft sein wird. Ich denke mal die Idee von Löw zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass er Draxler so mal über einen längeren Zeitraum sehen kann. Der wird dann auch nicht sonderlich unglücklich sein, sollte er nicht im EM Kader stehen, denn die Konkurrenz ist diesmal vermutlich noch zu groß.
Odonkar ist ein ganz schlechtes Beispiel, weil der war fußballerisch immer limitiert. Allein wegen seiner Schnelligkeit hatte Klinsmann ihn mit zur WM genommen. Die Qualität seiner Flanken war leider auch überschaubar, daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass er in der Nationalmannschaft keine große Karriere gemacht hat.
Du heißt natürlich Odonkor.
09:44
Pelé war mit 17 Jahren 1958 in Schweden Weltmeister!
09:37
Wollen es hoffen denn was ist aus Odonkor geworden ?
09:32
Löw hatte sicher eine Vorabversion diese Artikels, sonst wäre der Julian zu einem Schleuderpreis auf einem Sklavenmarkt in Zentralafrika über denTtisch gegangen.
16:38
Draxler gehört auf die Außen. Er ist schnell und dribblestark. Noch dazu sind seine Flanken ganz gut zu gebrauchen. Das Besondere an ihm ist,dass er wie Robben oft nach ihnen zieht und da den Abschluss sucht. Ich hoffe,dass er auch weiterhin die LA bekleiden wird,wäre auch besser für die Nationalmannschaft in Anbetracht der Konkurrenz auf der 10.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das - noch - anders sehe.
Ich habe Julian Draxler des Öfteren in der A-Jugend von Schalke sehen können, noch bevor Felix Magath ihn zu den Profis geholt hat. In der A-Jugend hat Draxler die "10" gespielt und ich muss sagen, dass das teils der Wahnsinn war. Selbstverständlich ist es kein Vergleich, die A-Jugend und die Profis, aber die Ansätze waren wirklich extrem stark. Auf der linken Außenbahn hingegen sehe ich ihn nicht ganz so gern, zwar setzt er sich teils sehr gut durch und, wie Du schon sagtest (siehe Bremen), sein "Zug" nach Innen und der anschließende Torabschluss. Aber meiner Meinung nach verschleppt er über Außen zu oft das Tempo und verdribbelt sich - es bleibt abzuwarten, in jedem Falle ein guter Spieler. Recht gebe ich Dir defintiv in Hinblick auf die Konkurrenzsituation der 10er-Position in der Nationalmannschaft.
Schauen wir mal, wie er sich in den nächsten Jahren entwickelt und welche Position besser zu ihm passt ;)