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Die Pokal-Krönung

08.06.2012 | 19:02 Uhr
Die Pokal-Krönung
B-Junioren-Westfalenpokal Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 am Donnerstag, 07.06.2012 im Fußballpark Hohenbuschei in Dortmund. Westfalenpokalsieger 2011/2012 wurde der FC Schalke 04. Schalker Spieler freuen sich über ihren Sieg .Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Dortmund. Borussia Dortmund -
FC Schalke 040:3 (0:0)

Tore: 0:1, 0:2 Donis Avdijaj (65., 73.), 0:3 Leroy Sané (80.).

FC Schalke 04: Grevelhörster, Multhaup, Friedrich, Heinrich, Dragon, Müller, K. Sané (57. L. Sané), Yildiz (79. Sesay), Avdijaj, Dittgen, Bodenröder.

Da kommt was nach beim FC Schalke 04. In dieser Saison machen im Fußball-Nachwuchs nicht nur die A-Junioren der Königsblauen auf sich aufmerksam, sondern auch die B-Junioren. Am Donnerstagvormittag krönten sie ein überragendes zweites Halbjahr mit einem 3:0-(0:0)-Erfolg bei Borussia Dortmund im Finale um den Westfalenpokal. „Ich freue mich für die Mannschaft. Sie hat bis zum Umfallen gekä­mpft“, äußerte sich Tomasz Waldoch, der von „einem richtig geilen Gefühl“ zum Abschluss seiner Zeit als Trainer dieser Mannschaft sprach.

Was der frühere polnische Nationalspieler und künftige Schalker U-14-Trainer im Laufe einer Spielzeit aus den Talenten dieser Altersklasse geformt hat, verdient höchste Wertschätzung. Da ist ein Team entstanden, in dem jeder Einzelne im Verbund und auch als Individuum glänzen kann. Bei richtiger Hege und Pflege wird man von dem einen oder anderen auch in einigen Jahren noch etwas hören, und zwar nicht nur zwischen Scholven und Ückendorf, sondern überregional.

Das Endspiel in dem wunderschönen BVB-Fußballpark in Brackel stand lange auf des Messers Schneide, obwohl der Gast zumindest in der ersten Halbzeit die größeren Spielanteile und die besseren Tormöglichkeiten hatte. Aber Donis Avdijaj, Max Dittgen und Cihan Yildiz waren im Abschluss nicht kaltschnäuzig genug. Noch nicht.

Das änderte sich nach der Pause. Aber zunächst hatten die Dortmunder mehr vom Spiel. Sie wären beinahe in Führung gegangen, wenn Mario Grevelhörster zwischen Schalkes Pfosten auf einem Kopfball von Sven Köhler aus kürzester Distanz nicht mit einer Wahnsinnsparade reagiert hätte (53.). Vielleicht brauchten die Schalker diese Aktion ihres Torhüters, um in der Schlussphase nicht nur gefällig, sondern auch zielstrebig und vor allem erfolgreich zu agieren.

Dass das aus Donis Avdijaj, Max Dittgen und Tim Bodenröder bestehende Torjäger-Trio von Gleichaltrigen derzeit nicht auszuschalten ist, bestätigte sich auch an diesem Donnerstag. Mit einer Einzelleistung und einem Abschluss mit der Pike erzielte Donis Avdijaj eine Viertelstunde vor Schluss das 1:0 für seine Mannschaft. Für noch mehr Unterhaltungswert sorgte anschließend der Vater des Torschützen, der von seinem Klappsitz aufsprang, auf den Rasen lief und in Hampelmann-Manier jubelte.

Max Dittgen leistet die Vorarbeit

Schade, dass ein pflichtbewusster Ordner diese Einlage nach kurzer Zeit unterband. Aber der Vater von Donis Avdijaj hatte sechs Minuten vor Schluss die Gelegenheit zu einer Neuauflage, denn sein Sohn, ein deutscher U-16-Nationalspieler, netzte nach Klasse-Vorarbeit von Max Dittgen ein zweites Mal ein. Den letzten Treffer markierte der eingewechselte Leroy Sané, wobei Max Dittgen mit seiner Vorlage erneut mindestens zur Hälfte daran beteiligt war.

Oliver Ruhnert, der Sportliche Leiter der Schalker Nachwuchs-Abteilung, sprach nachher von einem hochverdienten Sieg. „Das war das i-Tüpfelchen auf die Rückrunde“, stellte er zufrieden fest. Die Dortmunder, die sich im A-Junioren-Finale gegen Schalke durchgesetzt hatten, wirkten hingegen niedergeschlagen. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut gespielt, haben viele Bälle schon im Spielaufbau verloren“, meinte Trainer Hannes Wolf. „Nach der Pause konnten wir zunächst Dominanz ausüben. Aber die Klasse-Parade von Schalkes Torhüter Mario Grevelhörster und die Einzelaktion von Donis Avdijaj zum 1:0 haben letztlich den Ausschlag gegeben. Über die gesamte Spielzeit hat Schalke verdient gewonnen.“

Michael Koch



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