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MSV-Talent Hoffmann sammelte Erfahrungen "im Vorstadtghetto"

07.06.2012 | 12:00 Uhr
MSV-Talent Hoffmann sammelte Erfahrungen "im Vorstadtghetto"
Andre Hoffmann im Vorwärtsgang: Der U-19-Nationalspieler kann nun aber erst einmal verspätet den Sommerurlaub antreten.Foto: imago sportfotodienst

Duisburg.   Fast alle Spieler des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg erholen sich schon seit Wochen von der stressigen Saison - nur André Hoffmann fährt erst jetzt sein Betriebssystem herunter. Mit der U19-Nationalelf verpasste er den Sprung auf den EM-Zug und damit die WM 2013.

Während die Teamkollegen an Mittelmeer-Stränden oder auf Clubschiffen die Akkus nach einer kraftraubenden Saison aufladen, fährt Andre Hoffmann, Defensivspezialist beim Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg sein Betriebssystem erst langsam herunter.

Der Verteidiger war nach dem Saisonfinale in der zweiten Bundesliga noch mehrere Wochen im Einsatz. Erst absolvierte er ein Trainingslager mit der U-19-Nationalelf , danach ging es zur Euro-Eliterunde nach Serbien, wo Hoffmann in zwei von drei Gruppenspielen als Kapitän mit dem Bundesadler auf das Feld lief.

„Für mich war das eine große Ehre, als Spielführer aufzulaufen und die Nationalhymne mitzusingen. Das sind schon besondere Eindrücke“, bilanziert Hoffmann. Sportlich lief der Trip nach Serbien allerdings nicht wunschgemäß. Zwar holten die Deutschen gegen den Gastgeber ein 2:2, mühten sich aber gegen Außenseiter Rumänien zu einem 1:1-Remis. Das 3:0 über Ungarn reichte nicht zum Gruppensieg. Hoffmann: „Wir haben keine Partie verloren und trotzdem haben wir die Europameisterschaftsendrunde verpasst, weil mit Serbien nur der Erste weitergekommen ist. Das ist schon sehr enttäuschend und hat bei mir einen Kater ausgelöst.“

Bitter für die Truppe von Trainer Horst Hrubesch: Durch den verpassten Sprung auf den EM-Zug ist gleichzeitig auch die Chance vertan, sich für die Weltmeisterschaft 2013 in der Türkei zu qualifizieren.

„Eine Superspielklasse!“

„Dadurch sind wir gleich doppelt gestraft. Wir sind unserer Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Gegen die Serben haben wir keineswegs unsere normale Form abrufen, trotzdem ein Unentschieden geholt. Die beiden anderen Spiele fanden nicht im großen Stadion, sondern auf einer Art Freibadwiese in einem Vorstadtghetto statt. Das war für uns ein Nachteil, soll aber keine Entschuldigung für das Ausscheiden sein“, so Hoffmann.

Jetzt nutzt der 19-Jährige die kurze Phase bis zum 24. Juni, wenn die Zebras mit dem Aufgalopp an der Westender Straße starten, zur Erholung. „Ich bin ein paar Tage bei meiner Familie und fliege dann mit meiner Freundin in die Sonne, um wieder ganz auf Null zu kommen.“ Zuvor setzt sich der Aufsteiger des vergangenen Jahres mit Fitnesscoach Karim Rashwan in Verbindung. Hoffmann: „Alle MSV-Spieler haben Pläne für den Urlaub mitbekommen. Ich werde mit Karim absprechen, welches Programm ich absolvieren soll.“ Zwar hat Cheftrainer Oliver Reck in Aussicht gestellt, dass Hoffmann später ins Training einsteigt, um sich besser regenerieren zu können, doch das will der Youngster überhaupt nicht: „Ich möchte am 24. Juni da sein, um auch gleich alle neuen Spieler kennenzulernen. Vielleicht kann ich zwischendurch noch mal eine Verschnaufpause einschieben.“

Der Nationalspieler freut sich jetzt schon auf die neue Saison. „Die zweite Liga wird mit dem 1. FC Köln, Hertha BSC und dem 1. FC Kaiserslautern eine Superspielklasse. Wir spielen in tollen Stadien vor vielen Zuschauern und wollen auch unser eigenes Publikum begeistern. Zu den Großen gehören wir selbst nicht, weil wir uns in einer Übergangsphase befinden. Aber wir können die Großen sicherlich etwas ärgern.“

Für Hoffmann selbst geht es sportlich darum, die starken Eindrücke aus der abgelaufenen Serie (24 Spiele, ein Tor) zu bestätigen. „Ich bin dankbar für die Chance, die ich in Duisburg bekommen habe. Als junger Spieler im Abstiegskampf mitzukämpfen, das ist sicher nicht alltäglich. Und in meinem Alter so viele Spiele zu absolvieren, auch nicht. Deswegen möchte ich vom ersten Trainingstag an das Vertrauen zurückgeben“, sagt der ehemalige Essener. Hoffmann hat sich zwar einen Status erarbeitet, rechnet aber nicht mit Vorschusslorbeeren: „Stellenwert hin oder her: Ich fange ganz von vorne an und habe keinen Grund, mich beim MSV auszuruhen.“ Gleiches gilt für die Truppe insgesamt. „So eine Saison möchte kein Spieler von uns noch einmal erleben. Wir wollen gut starten und eine Serie ohne Schwierigkeiten erleben. Als Mannschaft sind wir gewachsen. Das ist ein Vorteil für uns.“

Thomas Tartemann



Kommentare
07.06.2012
16:36
MSV-Talent Hoffmann sammelte Erfahrungen
von Pokalschreck65 | #1

Der Junge hat ne gesunde Einstellung zum Beruf. Wenn du so weiter machst Andrè, wirst du es noch weit bringen!!! Hoffentlich bleibst du uns Zebras noch laaaaange erhalten!

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