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MSV kehrt mit Sorgen aus der Türkei zurück

10.01.2010 | 11:00 Uhr
MSV kehrt mit Sorgen aus der Türkei zurück

Belek/Duisburg. Für Zebra Björn Schlicke endete das Trainingslager in Belek unerfreulich: Erst fiel er bei der Wahl zum Mannschaftsrat durch, dann verletzte er sich.

Um 18:35 Uhr landete am Sonntag die Sunexpress-Maschine aus Antalya auf dem Flughafen Köln/Bonn mit den Zweitliga-Kickern des MSV Duisburg an Bord. Mit Bangen hatten die Zebras in den letzten Tagen vom sonnigen Belek aus die Wetterlage im verschneiten Deutschland verfolgt. Schneesturm Daisy war dann doch nicht so schlimm, dass er den Meiderichern auf der Heimreise in die Quere kommen konnte.

Die Mannschaft hat in der Türkei bei hervorragenden Trainingsbedingungen sehr gut gearbeitet”, so Trainer Sasic.

Für MSV-Innenverteidiger Björn Schlicke zog indes noch vor der Heimreise in der Türkei ein dickes Gewitter auf. Der 28-Jährige musste in den letzten Tagen gleich mehrere Tiefschläge hinnehmen. Am Freitag ließ Trainer Milan Sasich überraschend einen neuen Mannschaftsrat und einen neuen Kapitän wählen. Schlicke, der seit dem Sommer die Binde trug, fiel bei der Wahl durch. Damit nicht genug: Am nächsten Morgen zog sich Schlicke im Training eine Muskelverletzung zu und liegt seit Samstagvormittag auf Eis. Der Ex-Kapitän wird beim Rückrundenstart am Sonntag gegen den FSV Frankfurt fehlen.

Im Sommer, als Sasic-Vorgänger Peter Neururer einen neuen Kapitän wählen ließ, hatte Schlicke noch eine breite Mehrheit aus dem Spielerkreis erhalten. Nun gehört der Abwehrspieler nichtmals mehr dem Spielerrat an. In diesem Gremium sitzen nun der neue Kapitän Tom Starke sowie Christian Tiffert, Tiago, Olivier Veigneau und Ivica Grlic. Zur Neuwahl kam es laut MSV übrigens, weil sich die Zusammensetzung der Mannschaft in der letzten Woche verändert hatte.

Personelle Versteckspiele

Nun ist Schlicke verletzt – eine Nachricht, die der MSV übrigens bis gestern Abend noch nicht publiziert hatte. Schlickes Blessur – womöglich ein weiterer Muskelfaserriss – verschärft die ohnehin schon angespannte Personalsituation der Meidericher. Personelle Nachrichten sind beim MSV mittlerweile Chefsache. Milan Sasic wollte etwa die Diagnose bei Bruno Soares – der Brasilianer zog sich laut MSV-Trainer einen Ermüdungsbruch im Fuß zu – persönlich bekannt geben. Dabei hatte sich die für den Brasilianer niederschmetternde Diagnose schon am Vorabend im Hotel herumgesprochen.

In dieses Bild passt das Versteckspiel um Mittelfeldspieler Chavdar Yankov, der nicht in die Türkei reisen durfte. Der Bulgare sei am Knöchel verletzt, so die offizielle Darstellung am Tage des Abflugs. Dabei hatten die Kiebitze auf dem Trainingsgelände schon längst den Bulgaren bei der Laufarbeit erspäht.

Weiterer Transfer ist möglich

Dabei benötigt Milan Sasic nun dringend gute Nachrichten. Mit dem Ex-Mainzer Srdjan Baljak stieß zwar in der Türkei die erhoffte Verstärkung für den Angriff zum Kader, doch dafür brachen nun mit Soares und Schlicke zwei Stammkräfte aus dem Abwehrbereich weg. Beim Test gegen Offenbach fehlten auch noch die angeschlagenen Änis Ben-Hatira und Kristoffer Andersen, sodass nur noch 13 Profis und drei U-23-Spieler zur Verfügung standen. „Die Mannschaft hat in der Türkei bei hervorragenden Trainingsbedingungen sehr gut gearbeitet”, zieht Sasic zwar eine positive Bilanz, doch bereitet ihm die personelle Situation Bauchschmerzen. Allerdings stellte Manager Bruno Hübner seinem Trainer bis zum Abschluss der Transferfrist Ende des Monats noch Linderung in Aussicht. „Grundsätzlich haben wir noch die Möglichkeit zu reagieren. Dabei kommt es auch darauf an, welche Fortschritte unsere Verletzen machen”, so Hübner, der in erster Linie dabei an den Offensivbereich denkt. Mittlerweile rückt aber auch die Defensivabteilung in den Fokus.

Dirk Retzlaff

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