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Die Bundesliga vor Augen

08.01.2010 | 18:06 Uhr
Die Bundesliga vor Augen

Torwart Tom Starke sieht sich bei seiner Zukunftsplanung nicht unter Zeitdruck.

Hin und wieder lässt Tom Starke auf dem Trainingsplatz in Belek einen Ball passieren. Nichts Ungewöhnliches für einen Torhüter. Der 28-Jährige genießt die Arbeit bei frühlingshaften Temperaturen. „Das ist viel besser, als wenn ich mich in Duisburg auf den gefrorenen Boden werfen müsste”, so Starke. Vor 20 Jahren ließ Starke bei seinem ersten Training für Blau-Weiß Stahl Freital keinen Ball durch. „Die stellten fünf Jungs ins Tor, jeder bekam vier Schüsse auf den Kasten. Ich hab' als einziger Spieler alle gehalten und wurde Torwart”, erinnert sich Starke.

Somit wurde der damals Achtjährige Fußball-Torwart und nicht wie sein Vater Handballer, der diesen Sport in Dresden als DDR-Profi betrieb. Vermutlich gab die Körpergröße schon damals den Ausschlag. „Groß war ich noch nicht, aber zumindest lang”, schmunzelt der Keeper. Doch längst ist der 1,94-Meter-Mann an seinen Aufgaben gewachsen – nicht zuletzt in den vergangenen zweieinhalb Jahren beim MSV.

Starkes Vertrag läuft im Sommer aus

Die Experten zählen Starke mittlerweile zu den besten Torhütern der zweiten Liga, einige sehen ihn gar an der Spitze der Schlussmänner. Die Fans des MSV kürten ihn im Sommer zum „Spieler des Jahres”. Längst ist Starke Führungsspieler, der die Richtung zum Erfolg weisen kann. „Ich habe das Ziel vor Augen, mit dem MSV in die Bundesliga aufzusteigen”, sagt Starke, der anfügt: „Wir haben die Qualität, das zu schaffen.”

Womöglich ist der Aufstieg für den Verein die einzige Option, Starke über das Saisonende hinaus zu halten. Der Vertrag des Sachsen läuft im Sommer aus, MSV-Manager Bruno Hübner wird demnächst die Verhandlungen aufnehmen. Starke: „Mir gefällt es beim MSV, die Zeit drängt aber nicht, um eine Entscheidung zu treffen.”

Sollte Starke auch in der Rückrunde stark spielen, dürfte seine Verhandlungsposition zunehmend besser werden. Natürlich will Tom Starke in die Bundesliga zurück. 33 Spiele hat er dort bereits absolviert. Beim HSV und in Leverkusen war er Reservist, mit dem MSV stieg er ab. Nun ist Starke bereit für einen neuen Anlauf. Er sieht die Option, beim MSV zu verlängern, aber auch jene, in die Bundesliga zu wechseln: „Bei mehreren Klubs werden bald Plätze frei.”

In Hamburg, Stuttgart – womöglich auch in Schalke, München und Berlin wird sich im Sommer etwas verändern. Und in Hannover, wo Uwe Gospodarek gerade lediglich einen Halbjahreskontrakt unterschrieben hat. 96 ist nach dem Tod Robert Enkes kein Tabu-Thema. Starke: „Es wird jemand im Sommer die Nachfolge Enkes antreten. Wenn ich es nicht bin, dann wird es ein anderer Torwart sein.” Mit 28 Jahren ist Starke noch jung genug, um einen Vertrag mit Perspektive zu unterschreiben. „Ich mach's auch fürs Geld”, will sich der Torwart nicht unter Wert verkaufen.

Verhältnis zu Herzog ist unproblematisch

Nur auf die Bank will Starke nicht zurückkehren. Dafür hat sich der Torwart in den letzten Jahren zu viel erarbeitet: Die Duisburger Fans auf seine Seite gezogen, das Rennen um die Nummer eins gegen Marcel Herzog für sich entschieden. Das Verhältnis zu dem Schweizer sieht Starke als „völlig unproblematisch”. Starke: „Man mag es ja kaum glauben, aber wir beide kommen mit der Situation sehr gut klar. Es geht aber eben nicht ohne eine klare Hierarchie im Tor. Ich weiß aber, dass mit Marcel ein sehr guter Torwart hinter mir parat steht, ich also immer Top-Leistungen bringen muss.”

Irgendwann wird Starke seine persönliche Zukunft regeln. Egal, wie er sich entscheiden wird, steht für ihn bereits eines jetzt fest: „Ich werde bis zum letzten Spiel in Aachen alles für den MSV geben.”

Dirk Retzlaff

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