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Kampf gegen brutale Fußballer - Attacken auf Schiris sollen in den Spielerpass

29.01.2013 | 08:45 Uhr
Kampf gegen brutale Fußballer - Attacken auf Schiris sollen in den Spielerpass
Angriffe auf Unparteiische sind im Fußball keine Seltenheit, wie hier beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Benfica Lissabon im Jahr 2012 als Schiedsrichter Christian Fischer mit einem Bodycheck zu Boden geschickt wurde.Foto: Uwe Schaffmeister/WAZ FotoPool

Krefeld.  Nach der jüngsten Attacke auf einen Schiedsrichter bei einem Hallenturnier in Krefeld fordert der erste Fußballverein Konsequenzen: Der SC Viktoria 09 Krefeld schlägt vor, Gewalttaten von Fußballern im Spielerpass registrieren zu lassen. Der zuständige Fußballverband Niederrhein will davon nichts wissen.

Die Attacke war brutal: Bei den Krefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften Anfang Januar sprang ein Spieler dem Schiedsrichter in den Rücken. Der Kreisliga-Verein SC Viktoria 09 Krefeld fordert jetzt, dass in Zukunft alle Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter in den Spielerpässen der Fußballer registriert werden. Darin stehen bislang nur allgemeine Daten wie Name, Geschlecht und Vereinszugehörigkeit.

„Wir sind zwar selbst nicht betroffen, aber wir haben von solchen Vorfällen einfach zu oft gehört “, sagt Markus Eitner, Vereinsvorsitzender des SC Viktoria. Mit dem Eintrag in den Spielerpass könnten Vergehen transparent dokumentiert werden. „Ein Vermerk hilft den Vereinen zu entscheiden, ob sie Spieler aufnehmen wollen oder nicht.“ Er sehe die Vereine in der Pflicht ein Zeichen zu setzen. Aus dem Spielerpass würde damit ein Führungszeugnis - mit oder ohne Eintrag.

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Bei den eigenen Fußballern käme die Idee gut an, sagt Eitner. „Ich habe innerhalb und außerhalb des Vereins positive Rückmeldungen erhalten.“ Im April will der Verein den Vorschlag beim Kreistag in Brüggen einbringen. Sollte er dort durchkommen, müssten ihn noch zwei höhere Instanzen absegnen. Dann würde abschließend der DFB-Bundestag darüber entscheiden.

Verband sieht Stigmatisierung von Fußballern

Dem Vorstoß zur Änderung des Spielerpasses räumt Rainer Lehmann, Geschäftsführer des Fußballverbandes Niederrhein, keine großen Chancen ein: „Das ist nicht zulässig, das macht auch keinen Sinn.“ Er sehe nicht die Vereine in der Pflicht, sondern die Sportgerichte, die bereits ausreichend harte Urteile fällen würden .

Bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter sind Sperren von mindestens einem Jahr üblich, im Jugendbereich sind es sechs Monate. Beleidigungen und Schimpfwörter können mit Sperren zwischen zwei und drei Wochen geahndet werden – bei rassistischen Äußerungen müssen die Spieler mit härteren Strafen rechnen.

Außerdem, so Lehmann, müsse jedem Spieler nach Verbüßen seiner Strafe die Möglichkeit eines Neuanfangs gegeben werden. Dem widerspricht Viktoria-Vereinschef Markus Eitner. Zwar hält auch er die Strafen für ausreichend, aber einen Eintrag im Spielerpass findet er trotzdem sinnvoll: „Ein Angriff auf Schiedsrichter oder Offizielle geht gar nicht. Das sollte man sich vorher überlegen.“ Der auffällig gewordene Fußballer vom Turnier in Krefeld hätte bei ihm im Verein „keine Chance“.

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Kommentare
30.01.2013
07:38
Kampf gegen brutale Fußballer - Attacken auf Schiris sollen in den Spielerpass
von xboxking | #21

LACHHAFT... wer Gewalt anwenden, sollte mind. 3 Jahre bekommen oder gar lebensang... kann nicht sein das dort manchmal von 3, 6 Monaten gesprochen...
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2013-01-29 08:45
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