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Gladbach träumt vom nächsten Wunder

23.09.2011 | 22:16 Uhr
Gladbach träumt vom nächsten Wunder

Mönchengladbach.  In Mönchengladbach wird vor dem Spiel am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg ein bisschen von der üblichen Zurückhaltung aufgegeben. Die Borussia boomt, am Samstag werden 50.000 Zuschauer im Stadion erwartet.

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Ein ausgebrannter Rangnick, ein HSV auf Trainersuche - viel Gesprächsstoff am 7. Spieltag.

Marc-André ter Stegen war am Montag beim Zahnarzt. Schon wieder. Die beiden angebrochenen Zähne, die sich der Schlussmann bei einem Zusammenprall mit Torwarttrainer Uwe Kamps einhandelte, erfordern offenbar eine gründliche Nacharbeit. Aber diese Termine, das darf man getrost voraussetzen, sind in diesen Tagen das Einzige, was dem Keeper ein bisschen Sorgen macht. Ansonsten ist die Welt einfach nur wunderbar für den 19-jährigen Aufsteiger , der hier und da schon als neuer Titan gefeiert wird.

Heute spielt er mit Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker). Es ist erst sein 13. Bundesligaspiel. Trotzdem darf der Blondschopf schon in der Zeitung lesen, dass er mit Hannovers Ron-Robert Zieler die besten Chancen habe, künftig die Nummer zwei in der deutschen Nationalelf zu werden. Manuel Neuer ist die Nr. 1 - und der Gladbacher, der in seinen zwölf Bundesligaspielen erst sechsmal bezwungen wurde, soll tatsächlich schon die Nr. 2 sein?

Um den Höhenflug der Borussia zu erklären, die einen beinahe makellosen Saisonstart hingelegt hat und bis auf Rang drei geklettert ist, wird oft auf Marc-André ter Stegen verwiesen, der, so behaupten die Statistiker, 89 Prozent der Torschüsse abgewehrt haben soll. Angeblich der aktuelle Bestwert der Liga.

Und die Stärke und Ausstrahlung des Torwarts ist sicherlich ein wichtiger Faktor des Gladbacher Aufschwungs. Ein anderer ist, dass das Team insgesamt sehr organisiert auftritt, kaum noch Verletzungssorgen hat und gerade in der Defensive überaus stabil steht. Nur drei Gegentore in den ersten sechs Spielen, das gab es noch nie, und das ist wohl das aktuelle Erfolgsgeheimnis: Die Abwehr funktioniert.

Die Borussia boomt

Die Anhänger, die heute in den Borussia-Park kommen, dürfen also nicht damit rechnen, mit Toren verwöhnt zu werden. Safety first ist eine wichtige Devise des Trainers Lucien Favre , und sie bedeutet zugleich, dass Sturmläufe wie gegen Wolfsburg eher die Ausnahme bleiben dürften. Dennoch boomt die Borussia. Die Gladbacher rechnen am Samstag mit über 50 000 Zuschauern, obwohl der Club wahrlich nicht zu den größten Zuschauermagneten der Liga gehört.

Erfolg macht bekanntlich sexy, und selbst Sportdirektor Max Eberl, ansonsten ständig als Mahner unterwegs, erlaubt sich einen Hauch von Euphorie. Nach der 0:1-Pleite auf Schalke hätten ihn die beiden 1:0-Siege gegen Kaiserslautern und in Hamburg „nicht nur wegen der sechs Punkte“ sehr gefreut, sondern weil die Mannschaft damit gezeigt habe, „dass sie gewachsen ist“.

Und: Ist die Mannschaft wirklich schon so gut wie der Tabellenplatz? Lucien Favre, der diese Frage auf der Pressekonferenz am Donnerstag gestellt bekam, antwortete mit einem Lächeln und dem Satz: „Es wäre unseriös, zu viel zu erwarten.“ Man dürfe nicht vergessen, wo seine Mannschaft, die ja kaum verändert worden ist, noch vor wenigen Monaten gestanden hat: mit beinahe zwei Beinen in der zweiten Liga. „Das Wunder fand schon statt“, erinnerte Favre, der zugleich eindringlich vor dem nächsten Gegner warnte. „Nürnberg ist schwer zu spielen, sie sind athletisch, engagiert, laufstark, gut organisiert und bei Standards sehr, sehr gefährlich.“

Andererseits, so der Trainer: „Wir haben vor keinem Gegner Angst.“ Und auch Marco Reus, Gladbachs Superdribbler, findet, man müsse gar nicht mehr so vorsichtig sein mit Prognosen. „Zurzeit passt alles zusammen.“

Das wissen auch manche Medien, die längst hergehen und Träume befeuern. Die Bild-Zeitung bemüht sogar den Taschenrechner und behauptet: Wenn die Gladbacher gegen Nürnberg gewinnen, sind sie, laut Bundesliga-Statistik, zu 76 Prozent mit von der Partie, wenn in der nächsten Saison die Europapokalspiele angepfiffen werden. Eine entsprechende Prämie hätten die Profis bereits ausgehandelt.

Gladbach siegt beim HSV

So ist die Stimmung. Anzeichen für einen Rückschlag muss man akribisch suchen. Aber dann wird man auch fündig: Dass Knut Kircher am Samstag das Spiel pfeift, ist jedenfalls kein gutes Omen. Denn das ist der Schiedsrichter, der die letzte Gladbacher Niederlage gepfiffen hat. Das bittere 0:1 im vergangenen März gegen Kaiserslautern.

Artur vom Stein

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Kommentare
26.09.2011
12:49
Gladbach träumt vom nächsten Wunder
von Vanagas | #1

Sehr geehrter Herr vom Stein !
Wie kommen Sie eigentlich zu Ihrer Aussage Die Gladbacher rechnen am Samstag mit über 50 . 000 Zuschauer , obwohl der Club wahrlich nicht zu den größten Zuschauermagneten der Liga gehört .

Ganz ehrlich , wissen Sie was Sie da schreiben ?
Ein klitzekleines bischen Recherche und Sie wüßten das Borussia Mönchengladbach trotz der Katastrophensaison 2010 / 2011 in Europa beim Zuschauerschnitt auf Platz 20 . steht mit knapp 46 . 000 ( ! ! ! ) Zuschauer . Noch vor europäischen Topteams wie Rangers , Liverpool , Valencia CF , Chelsea oder Atletico Madrid !

Jetzt sind Sie dran !
Oder kneifen Sie die Antwort auf meine Zahlen ?

www.stadionwelt.de weiß mehr .

So ist das !

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