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Fortuna-Historie

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10.08.2010 | 07:00 Uhr

Düsseldorf. Der 90-jährige Jubilar Heinz Lucas machte 1969 das Bewerbungsrennen.

Das wäre ein Geschenk im ersten Saisonheimspiel der Fortuna gegen Hertha BSC Berlin. Wenn die Zuschauer wieder lautstark rufen würden: „Lucas, wir danken Dir . . . !“ Wie Ende April 1975, als der Trainer sich nach knapp fünf Bundesliga-Jahren aus dem Rheinstadion verabschiedete. Heute wird Heinz Lucas, man glaubt es kaum, 90 Jahre alt.

Er ist naturgemäß nicht mehr ganz so fit wie zu seinen besten Zeiten, wohnt jetzt in der Erkrather Senioren-Residenz Rosenhof. Doch letzte Saison sah man ihn noch in der Arena bei den Spielen. Zu seinem Festtag heute kommt nicht nur der Vorsitzende seines Stammvereins Hertha 06 Berlin. Mit Ex-Präsident Hans Noack an der Spitze rückt auch eine hochkarätige, fast komplette Fortuna-Mannschaft an: Von Torwart Wilfried Woyke bis Linksaußen Dieter Herzog.

Beiroths Empfehlung

Abwehrspieler Benno Beiroth ist auch dabei. „Wahrscheinlich habe ich dazu beigetragen, dass er 1969 nach Düsseldorf kam“, schmunzelt Beiroth: „Ich kannte ihn vom VfB Lübeck und habe ihn dem Vorstand empfohlen.“ Nach dem Abschied von Trainer Otto Knefler brauchte Fortuna einen neuen Übungsleiter.

„Auf Wunsch des Vorstands hatte ich eine Anzeige im Kicker veröffentlicht“, erinnert sich Ex-Präsident Hans Nowak, damals Abteilungsleiter. So, als ob es gestern gewesen wäre. Ein Berg von Bewerbungen namhafter Kandidaten folgte. Am Ende hatte Heinz Lucas knapp die Nase vorn. Vor dem späteren MSV-Trainer Rudi Fassnacht.

Lucas sprach nie darüber: Aber sein Karriere wurde durch eine schwere Kriegsverletzung arg behindert. Bei den erbitterten Kämpfen um Anzio und Nottuno bei Rom erwischte es ihn. 34 Operationen waren notwendig, um ihn wieder annähernd für den Leistungsfußball herzustellen. Bis 1951 war er Mittelläufer und Vertragsspieler in Würzburg und beim Berliner SV 1892. Danach Trainer bei Hertha 06 und dann bei Wacker 04 in Berlin. Dazu beim VfR Neumünster, bei Hannover 96, VfB Lübeck und SV Darmstadt 98, bevor es zur Fortuna ging.

1971 klappte mit den Flingernern der Aufstieg in die Bundesliga. Zweimal wurden die Rot-Weißen unter Lucas beachtlicher Dritter. Als sich 1975 nach knapp fünf Jahren das Engagement wund gelaufen hatte, kam ein hoch dotiertes Angebot vom mächtigen Münchner 1860-Präsidenten Dr. Erich Riedl. Manfred Krafft übernahm Fortuna für einige Wochen. 1977 brachte Heinz Lucas auch die Münchner Löwen in die Bundesliga. Bis 1981 arbeitete er noch bei Eintracht Braunschweig, dem Wuppertaler SV und der Spielvereinigung Fürth.

Danach blieb er im Westen „kleben“, von seinem Haus in Mettmann der Fortuna immer eng verbunden. Er gründete die Oldie-Mannschaft Fortuna 70. Die Spieler von damals loben heute noch den Streuselkuchen mit Sahne seiner Frau Delo, einer Sportlehrerin, vor Jahren verstorben.

Wahrscheinlich machten gerade die Dinge außerhalb des  Platzes die Verdienste von Heinz Lucas aus. „Ein dauernder Arbeiter für jeden Spieler. Notfalls stand er auch nachts als Geburtshelfer zur Verfügung.“ Gerät der sonst eher kühle Benno Beiroth ins Schwärmen. „Väterlich, fleißig, Vertrauen schaffend“, meint auch Ex-Präsident Hans Noack. Lucas’ Leitspruch lautete so: „Ein Mensch wird wie verwandelt, wenn als Mensch man ihn behandelt . . .“

Theo Mai



Kommentare
11.08.2010
01:14
Trainersuche per Anzeige
von Ulrich E. Becker | #1

Für mich der größte FORTUNA-Trainer der Nachkriegszeit, herzlichen Glückwunsch Heinz Lucas und weiterhin alles Gute!!!

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