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Fußball-Nostalgie

Gestatten, Doktor Tippenhauer!

16.10.2008 | 14:34 Uhr

Düsseldorf. Der ehemalige Fortuna-Trainer schreibt an der Uni Münster über die Bedeutung von Führungsspielern in einem Bundesliga-Team. Donnerstag wird der ehemalige DFB-Pokalsieger 65.

Lange war er abgetaucht. Und doch noch ganz nah dran an der Spezies Fußball-Profi: Der frühere Fortuna-Trainer Hans-Dieter Tippenbauer hat seinen Beruf und den Sport verknüpft.

"Ich arbeite an meiner Doktor-Arbeit"

Rund um seinen 65. Geburtstag, den „Tippi” heute mit Ehefrau Lore und seinen beiden erwachsenen Kindern in Travemünde an der Ostsee feiern will, verriet der einstige Bundesliga-Manager: „Ich arbeite an meiner Doktor-Arbeit.”

Bei Fortuna erstrahlte der Stern des damals 34 Jahre jungen Trainers im Juli 1978. Da wollte Chef-Coach Dietrich Weise unbedingt zum DFB nach Frankfurt wechseln.

Weise schlug dem Vorstand seinen Co-Trainer als Nachfolger vor. Präsident Kurt Schneider und seine Kollegen sagten zu: Die Flingerner hatten einen unverbrauchten und frischen Übungsleiter für die Bundesliga. Der Spielerkader war kaum ausreichend. Für Verstärkungen gab's kein Geld.

Was Tippenhauer mit dieser Truppe erreichte, erscheint bis heute ganz beachtlich. Tabellensiebter, Deutscher Pokalsieger in Hannover durch ein 1:0 über Hertha BSC Berlin nach Verlängerung.

Und dann dieser stolze 16. Mai 1979: Endspiel im Europapokal der Pokalsieger im Baseler St.-Jakob-Stadion, 3:4 gegen den FC Barcelona unglücklich nach Verlängerung verloren. So ganz nebenbei ein 7:1-Sieg in der Meisterschaft gegen den FC Bayern München mit Starbesetzung.

Sportliche Talfahrt

Solche Erfolge trübten den Blick im Fortuna-Vorstand. Tippenhauer forderte immer wieder Verstärkungen. Vor allem für die Abwehr nach den Ausfällen von Gerd Zimmermann und Dieter Brei. Die folgende sportliche Talfahrt kostete Tippenhauer im Oktober 1979 den Job. Otto Rehhagel beerbte ihn.

Tippenbauer coachte bis Oktober 1980 Arminia Bielefeld. Bei Borussia Dortmund gab es Ende 1983 noch ein Gastspiel. Danach wurde es still um ihn. Heute lächelt der gefragte Tennis-Senior nachsichtig bei Anfragen: „Ich brauche die große Bühne nicht. Meine Sportagentur in Ladbergen bei Münster läuft äußerst erfolgreich. Wir haben unter anderem auch viele Touristik-Bücher herausgebracht.”

Kaum zu glauben: 2009 will „Tippi” seinen Doktor-Titel machen. An der Uni Münster. 140 Seiten seiner Arbeit sind bereits fertig. Das Thema: „Die Bedeutung von Führungsspielern im Profi-Fußball”.

Ein hoch interessantes Feld. Seit 2004 beobachtet Tippenhauer die Bundesliga-Szene unter seinem Themenschwerpunkt genauer. Immerhin sechs Vereine und Profis wie Klaus Allofs, Dietmar Beiers-dorfer, Thomas von Heesen und Jörg Schmadtke unterstützen über Kontakte das Projekt.

Theo Mai

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Kommentare
16.10.2008
17:28
Gestatten, Doktor Tippenhauer!
von morle | #1

hallo Tippi, ich wünsche Dir alles Gute und erinnere mich gern an die Zeit, in der wir zusammen im Leistungsstützpunkt Greven an einem Tisch saßen -wir haben unsere Kinder dort hingebracht, welche sich dort unter Verbandstrainer Jan de Witt die Bälle um die Ohren hauen mussten, wir haben viel Spaß gehabt , eines vergesse ich nicht, als Dein Sohn Uli die Mädchen -ich hatte ja selbst eines die Juliane- einspielen musste, sagte er: oh je, jetzt muss ich auch noch die kleinen Mädchen hier von der Platte putzen, ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Doktoarbeit, viele Grüsse an Uli, an den sich Juliane immer gern erinnert, die auch schon ihren Doktorvater bei der Humboldt Uni in Berlin hat-Fach Jura, -monika schmitz-

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