Das aktuelle Wetter NRW 13°C
EM 2012

Oranje bei der EM 2012 grandios gescheitert

17.06.2012 | 23:24 Uhr
Oranje bei der EM 2012 grandios gescheitert
Matchwinner: Cristiano Ronaldo besorgte beide Treffer der Portugiesen beim 2:1 gegen die Niederlande.Foto: Reuters

Charkow.  Oranje am Boden, Portugal dank Cristiano Ronaldo obenauf: Vize-Weltmeister Niederlande muss bei der EM in Polen und der Ukraine nach einer historisch schlechten Vorrunde die Heimreise antreten. Die Niederländer verlieren in Charkow nach zwei Ronaldo-Treffern mit 1:2 (1:1).

Null Punkte aus drei Spielen - das gab's für Oranje noch nie. Die Portugiesen stehen dagegen im Viertelfinale, dank der ersten beiden Turniertreffer von Ronaldo (28. und 74.), der es all seinen Kritikern zeigte. Gegner des EM-Zweiten von 2004 in der ersten K.o.-Runde ist am Donnerstag in Warschau Tschechien.

Rafael van der Vaart brachte die Niederlande zwar schon in der elften Minute mit 1:0 in Führung, doch danach was es vorbei mit der Oranje-Herrlichkeit. Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied hätte hergemusst, gleichzeitig waren die Niederländer auf Schützenhilfe des Erzrivalen Deutschland angewiesen. Nur eins von beiden traf ein, die DFB-Elf gewann gegen Dänemark 2:1.

"Wir haben dreimal verloren, ein schlechtes Turnier gespielt und es nicht verdient, weiterzukommen. Portugal war die bessere Mannschaft', sagte Torschütze van der Vaart: 'Das ist eine Schande. Jeder von uns muss jetzt in den Spiegel blicken."

Bert van Marwijks  Zukunft ungewisser denn je

Bondscoach Bert van Marwijk, dessen Zukunft nun ungewisser denn je ist, hatte schon mit der Aufstellung die Zeichen auf Offensive pur gestellt. Er brachte erstmals Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar von Beginn an. Ebenfalls neu in der voll auf Offensive ausgerichteten Startelf standen van der Vaart und Ron Vlaar, weichen mussten Kapitän Mark van Bommel, Jon Heitinga und Ibrahim Afellay. Portugals Trainer Paulo Bento vertraute der gleichen Elf wie beim 3:2-Sieg gegen Dänemark.

Auf dem Rasen zahlte sich die totale Offensive zunächst aus, 37.445 Zuschauer in Charkow sahen zu Beginn eine überlegene Oranje-Mannschaft, die im Mittelfeld beinahe nach Belieben kombinieren durfte. Angetrieben vom starken van der Vaart sowie Flügelstürmer Arjen Robben setzte Holland die Portugiesen unter Dauerdruck und wurde früh belohnt: Nach Vorarbeit von Robben schoss van der Vaart in seinem 99. Länderspiel aus 20 Metern unhaltbar ein.

Statt auf den zweiten Treffer zu drängen, zog sich das Oranje-Team nach der Führung überraschend zurück. Allen voran Portugals Superstar Cristiano Ronaldo schaltete einen Gang höher und riss das Spiel an sich. Pech hatte der Real-Torjäger, als er nach schöner Einzelleistung mit seinem Schuss nur den linken Außenpfosten (16.) traf. Zwei Minuten später konnte Helder Postiga einen bösen Schnitzer von Gregory van der Wiel nicht nutzen (18.), Raul Meireles traf kurz darauf das Außennetz (19.).

Ronaldo führt Portugal ins Viertelfinale

In der Folge übernahm Portugal immer mehr das Kommando. Während Holland mit seinem flüssigen Kombinationsspiel kein Durchkommen mehr fand, nutzte die Seleccao gekonnt den entstehenden Freiraum. So auch beim Ausgleich: Nach einem Ballverlust spielte Joao Pereira einen Traumpass durch die unsichere niederländische Viererkette auf Ronaldo, der zu seinem ersten Turniertor vollendete. Kurz darauf hätte Ronaldo mit einem Flatterball aus 35 Metern sogar beinahe das 2:1 erzielt.

Nach der Pause begannen die Niederlande erneut druckvoll, die erhoffte schnelle Führung verpassten aber sowohl der schwache Huntelaar (51.) als auch Vlaar (54.). Mit zunehmender Spieldauer schwanden dann die Hoffnungen bei der Elftal. Während Robben und Co. die Enttäuschung immer deutlicher ins Gesicht geschrieben war, lauerten die Portugiesen nur noch auf Konter.

Ein Gegenstoß wie aus dem Lehrbuch führte in der 67. Minute beinahe zum zweiten Tor der Portugiesen. Der spielfreudige Ronaldo überbrückte das gesamte Mittelfeld und bediente den mitgelaufenen Fabio Coentrao, der in Maarten Stekelenburg seinen Meister fand. Nachdem auch Nani freistehend an dem Oranje-Schlussmann gescheitert war, machte es Ronaldo höchstpersönlich: Nach einem Pass von Nani hatte der Superstar alle Zeit der Welt und vollendete überlegt zum 2:1. Van der Vaart traf in der 83. Minute mit einem Distanzschuss nur den Pfosten, ebenso Ronaldo kurz vor dem Abpfiff.

sid



Kommentare
18.06.2012
12:01
Die Wahrheit liegt immer auf dem Platz - immer
von UdoLikinger | #2

Viele unterdurchschnittlich begabte Journalisten/-innen in Deutschland verwechseln Häme mit Humor. Beliebte Ziele waren die Fußballer Mario Gomez und Christiano Ronaldo. Eifersucht, Missgunst und Neid sind die Triebfedern, aus denen die Häme gebogen wird. Ein unterdurchschnittlich begabter Journalist und ein überdurchschnittlich begabter Fussballer - was dabei heraus kommt, wenn der erstere über den zweiteren urteilt - wir haben es hundertfach gesehen, gehört und gelesen. Nun bin ich tief befriedigt - intellektuell und moralisch: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Nach Mario Gomez hat Christiano Ronaldo den einfältigen Neidern gezeigt, wo beim Genie der Hammer hängt.Ich bin froh, dass die allermeisten Geifer-Mäuler nun kläglich verstummen, dass sie "ihre ****** halten"...

18.06.2012
08:26
Früher wäre ein Ausscheiden Hollands ein eigener Grund zum Feiern gewesen
von ruhrgebieti | #1

Aber schon beim Spiel hat man gemerkt, daß es sich immer mehr um ein ganz normales Duell zwischen Topfavoriten handelt. Heute gibt es keine Spuckattaken mehr und niemand wischt sich irgendwelche Hintern mit irgendwelchen Fahnen ab.

Aus dem Ressort
EM-Finale 2020 in London - Viertelfinale in München
EM 2020
London hat den Zuschlag für das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2020 bekommen: Das Endspiel findet im Wembley-Stadion statt. Zudem vergab die Uefa am Freitag in Genf die beiden Halbfinals in die englische Hauptstadt.
Mit den EM-Plänen 2020 stärkt UEFA-Boss Platini seine Macht
EM 2020
Die Fußball-EM 2020 wird in Deutschland und zwölf weiteren Ländern ausgetragen. Ein Konzept, dass den kontinentalen Einheitsgedanken symbolisieren soll, aber auch ein Instrument von UEFA-Präsident Platini ist, um seine Macht zu stärken. Ein Kommentar.
So läuft die Vergabe für die Austragungsorte der EM 2020
Fußball-EM
Zum 60. Jubiläum findet die Fußball-EM 2020 erstmals in 13 Ländern statt. Die UEFA entscheidet am Freitag, wo in sechs Jahren gespielt wird. Der DFB erwägt zudem seine Bewerbung um die Finalspiele zu Gunsten einer alleinigen Austragung der EM 2024 zurückzuziehen und England den Vortritt zu lassen.
Improvisation wird beim Nationalteam zum Dauerthema
DFB-Team
Drei Weltmeister sind zurückgetreten, andere fallen wegen Verletzungen aus: Auch gegen Schottland musste sich Bundestrainer Joachim Löw behelfen. Und er kündigt an, dass sich das im nächsten halben Jahr auch kaum ändern werde. Geduld ist gefragt. Ein Kommentar.
Das DFB-Drama um BVB-Star Marco Reus geht weiter
DFB-Star
Der Dortmunder Angreifer, der die WM verpasste, hat sich gegen Schottland schon wieder verletzt und muss erneut wochenlang pausieren. „Wahnsinn, was für ein Pech Marco im Nationaltrikot hat“, sagt Thomas Müller, der mit zwei Treffern den 2:1-Erfolg gegen Schottland sicherte.
Fotos und Videos
Die besten Bilder der EM 2012
Bildgalerie
EM 2012
Der Nachwuchs stürmt den Rasen
Bildgalerie
EM 2012
Titel-Hattrick für Spanien
Bildgalerie
EM 2012
Public Viewing in Oberhausen
Bildgalerie
EM Halbfinale