Das Schweigen gebrochen
12.11.2008 | 17:27 Uhr 2008-11-12T17:27:44+0100ROT-WEISS ESSEN. Es stehen richtungsweisende Entscheidungen zum Thema Stadion-Neubau an. Strunz betont Verantwortung.
Am 25. November tritt der Rat der Stadt Essen zusammen. Wieder einmal eine Sitzung, bei der endlich Entscheidendes in Richtung Stadion-Neubau für Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen auf den Weg gebracht werden könnte. Ob, wann und in welcher Form und zu welchen Kosten. "Wir sind eng in Gesprächen verbunden mit der Stadt und deren Beratern", so Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport bei den Rot-Weißen.
Er bricht damit ein beinahe monatelanges Schweigen zu diesem Thema. Der Verein will in die Offensive gehen - gerade rechtzeitig vor der Ratssitzung. Es stünden Entscheidungen an, die für RWE richtungsweisend sein werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Man habe sich aus den Diskussionen bewusst herausgehalten, denn andere Institutionen und Interessengruppen hätten sich in den Dienst der Sache gestellt.
Flagge zeigen
Doch die Zeit des Zusehens soll nun vorbei sein, RWE will "Flagge zeigen". Der Verein musste und muss sich neu aufstellen, die Strukturen professionalisieren. Eine Bedingung für die Stadionpläne. Strunz: "Aber das ist uns nicht übergestülpt worden, sondern diesen Umbruch haben wir gerne mitgetragen."
Mit der Aktion "Kämpfen für Essen" will sich der Club nun, so Strunz, als Repräsentant der Stadt aufstellen. Bei RWE wirbt man massiv für den Stadionneubau - und um den geht es schließlich erst einmal ganz grundlegend. Unter dem Strich hätten alle etwas davon.
"Kämpfen für Essen" - nicht allein für Rot-Weiß. Das soll rüber kommen. Die Arena soll dem Verein nicht einfach in den Rachen geworfen werden. "Wir sehen uns in der Verantwortung für Essen und seine Bürger. Fußball hat eine kulturelle Bedeutung und ist darüber hinaus in der Gesellschaft fest verankert. Was wäre Gelsenkirchen ohne Schalke 04? Auch RWE kann als sportliches Aushängeschild einen Mehrwert für Essen schaffen und dafür müssen nun die Grundlagen gelegt werden."
Alle sollen profitieren
Die Rechnung: besagter Mehrwert kann sich nur im Profifußball ergeben, mittelfristig soll Rot-Weiss Essen wieder zweitklassig sein. "Wir wollen die Zukunft des Klubs neu gestalten, dafür muss jetzt die Infrastruktur geschaffen werden." Sprich: das neue Stadion. Am Ende profitierten alle davon, so Strunz überzeugt.
RWE-Präsidiumsmitglied Nico Schäfer sieht noch einen ökonomischen Vorteil, vor allem für die Stadt Essen. "Überall dort, wo ein Stadion mit der dazugehörigen Infrastruktur neu entstanden, hat das auch dem dortigen Bezirk enorm geholfen. Das ist bewiesen." Schäfer weiß um die leeren Stadtkassen, das dürfe jedoch kein K.O.-Kriterium sein.
"Dann hätte man sich auch nicht in das Projekt Kulturhauptstadt stürzen dürfen. Natürlich braucht es Mut, aber dieses Stadion birgt enorme Chancen. Für alle."

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