Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Bundesliga

Werder Bremen geht mit Eichin auf neuen Pfaden

27.12.2012 | 18:01 Uhr
Werder Bremen geht mit Eichin auf neuen Pfaden
Werder Bremens künftiger Geschäftsführer Sport: Thomas Eichin im Weserstadion.Foto: dapd

Bremen.   Der neue Sport-Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten SV Werder kommt vom Eishockey-Klub Kölner Haie. Aber er hat trotzdem Stallgeruch: Denn er spielte für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga. Ein Führungstrio soll Machtfülle eines Einzelnen verhindern.

Eines hat Willi Lemke über Weihnachten ja geschafft: Die Entscheidung für Thomas Eichin beim SV Werder Bremen unter Verschluss zu halten wie ein Präsent, das unentdeckt im Gestrüpp unter dem Weihnachtsbaum den Ansturm einer unruhigen Kinderschar übersteht. Obwohl mit dem 46-Jährigen längst Einigkeit bestand, lüftete der mächtige Aufsichtsratschef erst nach den Feiertagen die Nachfolgeregelung für den nach Wolfsburg abgewanderten Klaus Allofs. Und nichts war zuvor über die Personalie eines Managers öffentlich geworden, der sich in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als Geschäftsführer der Kölner Haie ein markantes Profil verschafft hatte. Der UN-Sonderberater Lemke, federführend bei der Suche nach dem neuen Werder-Geschäftsführer Sport, pries ihn als „smarte Lösung“ für den Fußball-Bundesligisten.

Immerhin: Der ehemalige Fußball-Bundesligaprofi, der 180 Spiele für Borussia Mönchengladbach bestritt, machte im Blitzlichtgewitter eine gute Figur. „Ich musste nicht lange überlegen, als Werder mich kontaktiert hat. Es war immer klar, dass ich in den Fußball zurückkehren möchte“, sagte der Vater zweier Töchter. Und: „Ich habe andere Angebote abgelehnt, die nicht gepasst haben. Ich bin kein Mann, der nach einem Jahr wieder woanders arbeiten will.“

Eichin als "1b-Lösung"

Eichin erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 und wird künftig auf einer Geschäftsführer-Ebene mit dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Filbry und dem Lemke-Intimus Klaus-Dieter Fischer verankert. Gleichwohl gilt er nach den Absagen von Dietmar Beiersdorfer und Marc Kosicke sowie der Verweigerungshaltung von Marco Bode vielen lediglich als „1b-Lösung“. Eichin reagiert darauf gelassen: „Auch wenn ich die Nummer 12 gewesen wäre, das spielt keine Rolle. Ich werde daran gemessen, was in Zukunft passiert.“ Lemke versichert: „Er stand von Beginn an auf unserer Shortlist.“ Der Aufsichtsrat sprach von einem Entscheid, „auf den andere Vereine nicht gekommen wären“. Der Allofs-Erbe sei nicht „der klassische Sportdirektor, der alleine auf die Pirsch geht“, führte Lemke aus, sondern soll sich eng mit Cheftrainer Thomas Schaaf und dem direkt unter ihm installierten Direktor Frank Baumann besprechen. Schaaf signalisierte aus seinem Winterurlaub Zustimmung, Lemke scherzte über „weißen Rauch aus Österreich“. Werder will durch das „Dreier-Modell“ (Lemke) eine Machtfülle wie bei Allofs ausschließen.

Seinen Job tritt Eichin offiziell erst im Frühjahr an. Erst wenn für den derzeitigen DEL-Zweiten die Eishockey-Saison beendet ist, darf der gebürtige Freiburger wechseln.

Frank Hellmann



Kommentare
Aus dem Ressort
BVB im Urlaub bei Arsenal - Klopp: "Ist ja nur Königsklasse"
Vorbericht
Von Festtagsstimmung keine Spur. Angesichts der nationalen Talfahrt hält sich bei Borussia Dortmund die Vorfreude auf das Champions-League-Duell beim FC Arsenal in Grenzen. Vorerst gilt das Hauptaugenmerk der Bundesliga. Coach Jürgen Klopp fühlt sich gar wie im Urlaub: "Ist ja nur Königklasse."
Monaco kommt nach Leverkusen - Bayer winkt der Gruppensieg
Champions League
Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen will sich am Mittwochabend in der Champions League vorzeitig den Gruppensieg sichern. Ein Unentschieden im Spiel gegen den AS Monaco würde schon zur Endrundenteilnahme reichen, dennoch spielt die Werkself auf Sieg - nicht zuletzt in Hinblick aufs Achtelfinale.
BVB-Spieler Kirch ist "froh und heiß", wieder dabei zu sein
Kirch
Am Mittwoch tritt Borussia Dortmund in der Champions League beim FC Arsenal an - und erstmals seit langem steht Oliver Kirch wieder im BVB-Kader. Der Mittelfeldspieler fiebert der Partie entgegen, freut sich über den Zuspruch der Fans in schweren Zeiten - und mahnt, dass dieser nicht ewig reicht.
DFL erteilt Paderborn Bundesliga-Lizenz ohne Auflagen
Fußball
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat dem SC Paderborn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in der aktuellen Saison in vollem Umfang bestätigt.
Gündogan widerspricht Wechselgerüchten: "War nie ein Thema"
Transfergerüchte
Ilkay Gündogan hat in englischen Medien kursierenden Gerüchten um einen angeblichen Wechsel widersprochen. Auf Facebook schrieb der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund, ein Abgang vom BVB sei derzeit kein Thema - für die Zukunft aber nicht auszuschließen.
Umfrage
1:0 gegen Gladbach - War das die Trendwende für den BVB?

1:0 gegen Gladbach - War das die Trendwende für den BVB?

So haben unsere Leser abgestimmt

Abwarten. Die Chancenverwertung war immer noch nicht die eines Top-Teams.
33%
Ja. Dortmund musste sich einfach mal belohnen. Das wird den Knoten gelöst haben.
33%
Nein. Gladbach hat an diesem Tag unterirdisch gespielt. Und hat durch ein Eigentor geholfen.
33%
2402 abgegebene Stimmen