Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Bundesliga-Prognose

Bayer Leverkusen - Bewährungsprobe für Hyypiä und Lewandowski

17.08.2012 | 14:36 Uhr
Bayer Leverkusen - Bewährungsprobe für Hyypiä und Lewandowski
Eine Trainer-Doppellösung bei Bayer Leverkusen: Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski. Foto: imago

Leverkusen.  Kein Allein-Entscheider bei Bayer Leverkusen: Der Verein hat mit dem Trainerduo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski einen Drei-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Der Kader ist nach wie vor gut besetzt: Neu sind Philipp Wollscheid und Daniel Carjaval.

Es gibt diese Paare, die so sind wie Blitz und Donner. Pech und Schwefel. Tim und Struppi. Gesucht, gefunden. Einer ohne den anderen nicht mehr denkbar. Und dann gibt es Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski.

Sie haben sich nie gesucht, und gefunden hat sie deshalb auch ein Dritter, nämlich Rudi Völler, der Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen. Als der Verein gegen Ende der vergangenen Saison seinen Trainer Robin Dutt entließ , präsentierte Völler sofort die ungewöhnliche Doppellösung mit Lewandowski und Hyypiä auf der Bank. Nun sind die beiden also ein Paar, das zusammenwachsen soll wie Blitz und Donner. Und zu den spannenden Fragen der neuen Spielzeit gehört auch die, wie es mit diesem Tandem in einer Zeit funktioniert, in der zum Beispiel in München oder Wolfsburg die Sehnsucht nach dem einen starken Entscheider brennt.

Die Trainer

Es war schon eine große Überraschung, als Leverkusen ein paar Spieltage vor Schluss der vergangenen Saison Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski aus dem Hut zauberte. Auf den ersten Blick haben die beiden rein gar nichts gemeinsam: Lewandowski ist der mit dem Trainerschein, der, der bei Bayer als der Mann fürs Fachliche gilt, der aber als Spieler nie ein Großer war.

Alles einmal umgedreht, und man ist bei Sami Hyypiä: Als Abwehrchef in Liverpool geradezu verehrt, und danach auch bei Bayer, wo er die letzten paar Jahre als Spieler verbrachte, hoch geschätzt. Aber völlig unerfahren als Trainer. Macht nichts. Hyypiä gibt in dem Tandem den Teamchef, die, pardon, Rampensau. Freundlicher ausgedrückt: er ist das Gesicht des Trainerteams. Lewandowski soll das Gehirn sein, der Mann für die Feinarbeit. Beide  haben inzwischen bekundet, dass sie in Fußballfragen sehr ähnlich ticken. Soll heißen: Es wird funktionieren.

Trotzdem gibt es Zweifel. Bayer hat im Endspurt des Vorjahres fleißig gepunktet, die Stimmung hat sich seit dem Abgang Robin Dutts  deutlich gebessert. Aber Skeptiker fragen, ob das Grund genug sein kann, das Duo gleich mit einem Drei-Jahres-Vertrag auszustatten. Jedenfalls: Die echte Bewährungsprobe beginnt jetzt.

Unser Bundesliga-Tipp

1. Borussia Dortmund

2. FC Bayern München

3. FC Schalke 04

4. Bayer Leverkusen

5. VfL Wolfsburg

6. Borussia Mönchengladbach

7. 1899 Hoffenheim

8. VfB Stuttgart

9. Hannover 96

10. Werder Bremen

11. 1. FC Nürnberg

12. Eintracht Frankfurt

13. SC Freiburg

14. Mainz 05

15. Fortuna Düsseldorf

16. SpVgg Greuther Fürth

17. Hamburger SV

18. FC Augsburg

 

Das Personal

Und schon ist man beim großen Trumpf dieses Trainerduos. Auch nach den Abgängen von Michael Ballack, dessen Zukunft immer noch offen ist, Rene Adler (Hamburger SV) und Tranquillo Barnetta (Schalke 04) verfügt Leverkusen über einen der am besten besetzten Kader der Liga. Mit Philipp Wollscheid aus Nürnberg kam ein großes Abwehrtalent, mit Daniel Carjaval aus der Reserve von Real Madrid ein Mann für die rechte Seite. Weil das Gros des Kaders, allen voran die Nationalspieler Andre Schürrle und Lars Bender gehalten wurden, haben Hyypiä und Lewandowski ein junges und äußerst talentiertes Team beisammen. Aber das hatten ihre Vorgänger auch.

Der Anspruch

Leverkusens Anspruch ist zugleich Leverkusens Problem. Einfach ausgedrückt: Das Team muss sein Potenzial dauerhaft auf den Platz bringen. Daran sind, mit Ausnahme von Jupp Heynckes, in den letzten Jahren alle Trainer früher oder später gescheitert. Eine offizielle Version zur neuen Saison gibt es in Leverkusen übrigens auch: Die Qualifikation zur Euro League  gilt als Muss, die für die Champions League als wundervolle Zugabe.

Die Probleme

Die Entscheidung, ein gleichberechtigt arbeitendes Duo auf die Bank zu setzen, kann sich als belebend erweisen. Oder eben zum Problem werden. Niemand weiß, ob Hyypiä und Lewandowski auf Dauer das Zeug haben, sich durchzusetzen. Die zweite große Frage ist die, ob sie die alte Leverkusener Krankheit in den Griff bekommen. Zu oft wirkte die Mannschaft in entscheidenden Augenblicken nicht robust genug, um den großen Wurf zu landen.

Die Prognose

Das Arbeitsklima stimmt wieder, Talent ist reichlich da, das Trainerteam ist unverbraucht: Platz vier.

Klaus Wille



Kommentare
Aus dem Ressort
Werder verliert 0:1 gegen Köln - Ende der Ära Dutt?
Fußball
Resigniert saß Robin Dutt auf der Bank und registrierte mit verbitterter Miene den nächsten Tiefpunkt von Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen - und womöglich das Ende seiner Amtszeit. Eine bittere Heimpleite gegen Aufsteiger 1. FC Köln hat die Krise der Hanseaten weiter verschärft.
Ende der Ära Dutt? Werder verliert 0:1 gegen Köln
Fußball
Resigniert saß Robin Dutt auf der Bank und registrierte mit verbitterter Miene den nächsten Tiefpunkt von Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen - und womöglich das Ende seiner Amtszeit. Eine bittere Heimpleite gegen Aufsteiger 1. FC Köln hat die Krise der Hanseaten weiter verschärft.
Ujah schießt Köln in Bremen zum Sieg und Dutt wohl ins Aus
Bundesliga
Mit der fünften Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen verschärft sich die Krise von Werder Bremen und Trainer Robin Dutt. Die Hanseaten verloren gegen den 1. FC Köln mit 0:1 und bleiben Tabellenletzter. Für die Gäste erzielte der eingewechselte Anthony Ujah den entscheidenden Treffer.
Gladbach träumt vorm Duell mit den Bayern von alten Zeiten
Gipfeltreffen
Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern München beherrschten in den 1970ern die Bundesliga. Gemeinsam kamen sie auf acht Deutsche Meisterschaften. Das Spitzenspiel am Sonntag ist der 100. Vergleich der beiden Traditionsvereine. Favre: „Wir müssen keine Angst vor Bayern haben.“
BVB-Meistertrainer Ottmar Hitzfeld glaubt an das Klopp-Team
Hitzfeld
Als Rentner im Unruhe-Zustand hat der Fußball Ottmar Hitzfeld längst nicht losgelassen. Als TV-Experte teilt er sein Wissen mit der Fußballwelt. Der ehemalige Meistertrainer glaubt fest daran, dass für Borussia Dortmund der Erfolg in der Bundesliga zurückkehren wird.
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?