Fifa hat komplett abgewirtschaftet
30.11.2010 | 20:56 Uhr 2010-11-30T20:56:00+0100
Essen.Zwei der ursprünglich 24 Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees sind suspendiert worden - gegen drei weitere gibt es schwere Vorwürfe. Der Ruf ist ruiniert. Ein Kommentar.
Joseph Blatter spricht immer so gerne von der großen Fußball-Familie, die zusammen halten muss. Und für Außenstehende, die seit vielen Jahren mit Spekulationen über eine korrupte Fifa leben müssen, hat dieser Satz längst einen negativen Beigeschmack: Er klingt nach Camorra.
Gerade erst sickern wieder Nachrichten an die Öffentlichkeit, die die Glaubwürdigkeit des Fifa-Exekutivkomitees, wenn man so will der Fußball-Weltregierung, nur deshalb nicht erschüttern, weil sich ein ruinierter Ruf nicht mehr erschüttern lässt.
Laut Süddeutscher Zeitung sind nunmehr 140 Millionen Franken an Bestechungsgeldern gerichtlich dokumentiert. Offenbar ließen sich Fifa-Topfunktionäre über Tarnfirmen bereits vor der Jahrtausendwende gewaltig schmieren.
Zwei der ursprünglich 24 Mitglieder des Exekutivkomitees sind vor Wochen bereits suspendiert worden. Schwere Vorwürfe gibt es nun gegen drei weitere Fifa-Männer, die Bestechungsgelder von über zehn Millionen Dollar kassiert haben sollen.
Das passt ins Bild einer Fifa, eines schlecht beleumundeten Männerbundes um den Präsidenten Blatter, der abgewirtschaftet hat und der nun wieder ungerührt versucht, den Skandal für beendet zu erklären.
Das hat immer geklappt. Blatter, von dem es heißt, er habe bereits 1988, in der Nacht vor seiner ersten Wahl zum Fifa-Chef, Briefumschläge mit Geld verteilen lassen, sieht jedenfalls keinen Anlass, die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verschieben.
Die große Show wird am Donnerstag in Zürich über die Bühne gehen. Und wer glaubt, dass bei dieser Veranstaltung alles mit rechten Dingen zugeht, der wird auch glauben müssen, dass Blatter ein Ehrenmann ohne Fehl und Tadel ist.

22:40
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19:01
Der Ober-Mafiosi Blatter weis doch es doch am Besten: Es gibt Angebote, die man nicht ablehnen kann!
18:18
Der Fisch stinkt vom Kopf, allen voran Sepp Blatter hat in den letzten Jahren vehement an diesem System gearbeitet. Noch mehr Korruption gibt es wohl nur noch in in der dritten Welt.
17:32
bis vor wenigen Jahren
17:31
Die haben nicht abgewirtschaftet. Korruption hat bei der FIFA eine lange Tradition. Neu ist nur, daß sie sich leichter dabei erwischen lassen.
Aber es ist auch kein Zufall, daß FIFA und IOC in der Schweiz sitzen. Dort war passive Bestechung bis vor wenigen überhaupt nicht strafbar. Interessante glauben die von Tranparency International, die Schweiz auf Platz 5 der am wenigsten korrupten Länder auf der Welt setzen zu dürfen. Eine Liste, die man sicher das Klo runterspülen darf!