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Kollektiver Freudentaumel bei den Iserlohn Roosters

09.03.2012 | 23:22 Uhr
Kollektiver Freudentaumel bei den Iserlohn Roosters
Alle Hände voll zu tun hatte Roosters-Keeper Sébastien Caron beim 7:3 über München.

Iserlohn.  „Play-offs nur mit Iserlohn!“ / IEC schießt sich mit Dreifachschlag in fünfeinhalb Minuten ins Glück

„Oh, wie ist das schön!“ Die Iserlohner Eishockey-Gemeinde befindet sich seit Freitagabend in einem kollektiven Freudentaumel, ja fast schon in einem Ausnahmezustand. Denn nach einem packenden Match stehen die Roosters zum zweiten Mal seit ihrer DEL-Zugehörigkeit in den Play-offs!

Iserlohn Roosters – EHC München 7:3 (1:2, 3:0, 3:1). Kurz vor 22 Uhr kochte die Stimmung in der rappelvollen Eissporthalle auf dem Siedepunkt. Die La-Ola-Welle rollte über die Tribünen, der Großteil der restlos begeisterten Zuschauer verharrte noch lange auf den Plätzen und feierte das Team. Das Saisonziel ist erreicht, doch die Party geht weiter. Ob am Mittwoch mit den Pre-Play-offs oder erst später direkt mit dem Viertelfinale und gegen wen entscheidet sich erst am Sonntag. Aber so viel steht fest: Die Sauerländer spielen um die Meisterschaft!

Bis es so weit war, den ersten Matchball des Wochenendes zu verwandeln, hatte der IEC jedoch eine harte Nuss zu knacken. Denn München, das um seine allerletzte Chance kämpfte, war von Beginn an hellwach, in den Zweikämpfen präsenter, sehr flink und kombinationsstark unterwegs mit brandgefährlichen Vorstößen. Die Hausherren agierten nervös, spielerisch gelang wenig, sie standen gehörig unter Druck. So überraschte es auch nicht, dass die Bayern früh in Führung gingen. Gegen die unaufmerksame IEC-Deckung erzielte Ulrich Maurer, sträflich alleinstehend, das 0:1 (5.).

Dieser Treffer war alles andere als förderlich für das Nervenkostüm der Waldstädter. Die verzeichneten durch Mark Ardelans Schlagschuss ihre erste Möglichkeit (8).Danach scheiterte Michael Hackert gleich zweimal bei Überzahl an Sebastian Elwing (14.), ebenso Sean Blanchard, der nach einem kapitalen Wechselfehler des EHC frei vor dem Kasten auftauchte (15.). Der IEC war nun besser im Match und konnte wenig später jubeln. Robert Hock stand goldrichtig am Pfosten, als Michael Wolf abgezogen hatte (16.). Aber die Münchener setzten sofort nach und stellten die Iserlohner vor große Probleme. So groß, dass ihnen die erneute Führung gelang, Christian Wichert traf (20.).

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts sah es zunächst nicht gut aus. Denn der IEC spielte vier Minuten in Unterzahl, mehrfach lag das dritte Tor der stark kombinierenden Gäste in der Luft. Doch das Mason-Team überstand diese heikle Phase und schlug zurück, als Hackert von der Strafbank kam. Und wie! Bei seinem Vorstoß bediente er Wolf, der traf aus vollem Lauf zum 2:2 (28.). Die Wende wurde dann in Überzahl vollzogen. Innerhalb von 23 Sekunden schlug es zweimal bei Elwing ein. Zunächst mit zwei Spielern mehr auf dem Eis durch einen Schlagschuss von Colton Fretter, Felix Petermann hatte gerade einmal 18 Sekunden in der Kühlbox gesessen. Anschließend durch Wolfs zweiten Treffer. Die Fans waren aus dem Häuschen, die Pre-Play-offs nach diesen starken fünfeinhalb Minuten greifbar nah.

Aber der EHC war noch längst nicht geschlagen. Ulmers Chance, die Caron glänzend entschärfte, war ein deutliches Signal an den IEC, weiter aufmerksam zu bleiben. Das wurde schmerzhaft deutlich, als Mike Kampon drei Minuten nach Beginn des letzten Abschnitts nach Caron-Abwehr ungedeckt nachsetzte. München hatte sich noch lange nicht aufgegeben und drängte. Doch mit einem Rückhandheber erlöste Fretter mit seinem zweiten Treffer die blau-weiße Fangemeinde. „Play-offs nur mit Iserlohn!“ schallte es aus tausenden Kehlen, neun Minuten vor dem Ende war das Saisonziel praktisch erreicht. Und der Abend wurde gekrönt mit einem perfekten Unterzahlkonter über Tobias Wörle, den Wolf mit seinem dritten Streich eiskalt abschloss. Als Dave Spina sogar noch auf 7:3 erhöhte, gab es kein Halten mehr: „Oh, wie ist das schön!“

Michael Topp

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