DEG riss das Match gegen Ingolstadt noch aus dem Feuer
12.01.2010 | 23:06 Uhr 2010-01-12T23:06:00+0100
Düsseldorf. Ein furioses Fünf-Tore-Finish sorgte am Dienstagabend nach langem 0:1-Rückstand in den letzten acht Minuten für einen glücklichen 5:2-Sieg der DEG gegen Ingolstadt. Adler Mannheim ist an DEG-Trainer Harold Kreis interessiert.
Es war ein furioses Fünf-Treffer-Finish der DEG! Bis zur 52. Spielminute lagen die Schützlinge von Trainer Harold Kreis am Dienstag Abend gegen bis dahin klar bessere Donau-Panther aus Ingolstadt mit 0:1 hinten. Dann brach Rob Collins mit seinem 16. Saisontreffer glücklich den Bann. Die spektakuläre Schlussphase mit fünf DEG-Toren in 7:48 Spielminuten riss die offiziell 5417 Zuschauer im Dome mit wie noch selten in dieser DEL-Vorrunde. Das 5:2 (0:1, 0:0, 5:1) über den Tabellendritten im Wiederholungstreffen des Abbruchmatches vom 18. Dezember war letztlich eine Frage des Willens. Und auch des Fortune.
Immerhin 630 Zuschauer hatten an der Abendkasse für ein Ticket bezahlt. Plus der 4787 Eishockey-Freunde vom Abbruchabend wurden offiziell genau 5417 Besucher verbucht. Die allerdings nicht alle das Match verfolgten.
Das unterhaltsame Treiben bestimmten zwei Drittel lang eindeutig die Donau-Panther. Bei 16:4-Torschüssen zugunsten der Gäste im ersten Durchgang saß allerdings nur einer. Dafür ein kunstvoller. DEL-Top-Torjäger Thomas Greilinger überlistete DEG-Keeper Jean-Sebastien Aubin, sonst ein starker Rückhalt, aus spitzem linkem Winkel per Heber. Es war Greilingers 28. Saisontreffer.
Auch im Mitteldrittel wirkte die DEG über weite Strecken nicht spritzig genug. Mangelnde Kraft zog Fehler nach sich. Als keiner mehr an die Wende ernsthaft glauben konnte, hatte Rob Collins Glück. Sein Schussversuch aus spitzem Winkel rutschte dem bis dahin fehlerlosen Nationalkeeper Pätzold durch die Fanghand.
Jetzt brachen alle Dämme. Reimer stocherte nur 17 Sekunden später einen Bauerntrick ins Ziel. Boucks Überzahlausgleich konterte Kapitän Kreutzer mit einem eiskalten Flachschuss. Dann prügelten sich die „26-er”, Caldwell und Bellissimo - angestiftet von Murphy. Die Faustkämpfer mussten vorzeitig duschen. Caldwell ist Freitag gegen Nürnberg gesperrt.
In der fälligen DEG-Unterzahl fiel die Entscheidung. MacDonald bediente Kaufmann im Konter. Reimer legte vor den Augen von Bundestrainer Uwe Krupp sein zweites Tor des Abends noch drauf.
„Wir haben den Zug gegen das offensivstärkste Team der Liga erst nach vierzig harmlosen Minuten ins Gang bekommen”, meinte DEG-Coach Kreis.
ERC-Kollege Bob Manno war dagegen sichtlich sauer: „Vierzig Minuten waren wir die klar bessere Mannschaft. Dann ist uns das Match irgendwie entglitten.”
Übrigens: In Mannheim scheint das Interesse an einer Verpflichtung von DEG-Coach Harold Kreis zur neuen Saison zu steigen. Bisher war eine Rückkehr des langjährigen Adler-Verteidigers (890 Spiele von 1978 bis 1997) in die Quadrate-Stadt wegen Manager Marcus Kuhl (seit 1993 im Amt) kein Thema. Beide verstehen sich, so wird intern kolportiert, seit Jahren nicht gerade gut. Vom Sportinformationsdienst wurde Kuhl am Dienstag allerdings in der Trainerfrage für die neue Saison überraschend so zitiert: „Die logische Nachfolge wäre Harold Kreis.”
DEG: Aubin; Traverse, Bazany; Caldwell, Harrington; Holland, Holzer; Kreutzer, Collins, Reimer; Courchaine, Reid, Murphy; Kaufmann, MacDonald, Joseph; Hofland, Tutschek, Hinterstocker.
Schiedsrichter: Schimm (EHC Waldkraiburg).
Zuschauer: 5417.
Tore: 0:1 (19:29) Greilinger (St. Jacques), 1:1 (51:32) Collins (Reimer), 2:1 (51:49) Reimer (Collins, Harrington), 2:2 (53:54) Bouck (Motzko, Clymer/5-4-Überzahl), 3:2 (54:47) Kreutzer (Harrington, Reid), 4:2 (56:38) Kaufmann (MacDonald/4-5-Unterzahl), 5:2 (59:20) Reimer (5-6/Schuss ins leere Tor).
Strafminuten: DEG 17 plus Spieldauerstrafe (Caldwell/54:57 Min., wegen übertriebener Härte), Ingolstadt 19 plus Spieldauerstrafe (Bellissimo/54:57 Min. wegen übertriebener Härte).
Beste DEG-Spieler: Collins, Reimer, Aubin.
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