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Spiel zur Serie

Rollenspiel "Game of Thrones" leidet unter diversen Macken

12.06.2012 | 08:45 Uhr
Nachdem man es ein paar mal gesehen hat, werden die Kampfanimationen bei "Game of Thrones" schnell langweilig.

Das Rollenspiel zu George R. R. Martins erfolgreicher Fantasysaga "Game of Thrones" besitzt trotz gelungener Geschichte zu viele Macken und Unstimmigkeiten. Die dialoglastige Story wird durch ewige Ladezeiten und monotone Kämpfe gestört.

Krieg und Intrigen, Helden und Verräter, verfeindete Adelshäuser und mysteriöse Gefahren: Die aufwendig produzierte US-Serie "Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer" nach der gleichnamigen Romanreihe von George R. R. Martin bietet alles, was das Fantasyfanherz begehrt. Die erste Staffel wurde hierzulande Ende März an einem Wochenende komplett von RTL II ausgestrahlt und erzielte Quoten weit über dem Senderschnitt . Staffel zwei der HBO-Produktion startete jüngst im Pay-TV-Kanal Sky Atlantic HD. Zeitgleich erschien das Rollenspiel "Game of Thrones" für PC und Konsolen - entwickelt vom französischen Studio Cyanide, das bereits einen halbgaren Strategietitel zum TV-Spektakel lieferte.

Entsprechend groß ist die Skepsis der Fans, abermals ein Merchandising-Machwerk mit prominenten Namen vorgesetzt zu bekommen. Und auf technischer Seite mag diese Skepsis durchaus angebracht sein: "Game of Thrones" leidet zuweilen arg unter elendslangen Ladezeiten, matschigen Texturen, von Klonfiguren bewohnten Städten, unsauber animierten Charakteren, lachhaften Logiklöchern und unzähligen anderen, ebenso ärgerlichen Schlampereien, die es einem schwer machen, den zähen Einstieg zu überstehen.

Dialoglastiges Spiel

Game of Thrones

Immerhin: Die vielschichtige, parallel zum ersten Buch angesiedelte und von George R. R. Martin abgesegnete Geschichte kann ein wenig von all dem wieder wettmachen. PC- und Konsolenspieler schlüpfen abwechselnd in die Kluft zweier Männer, die dem Spiel um Throne eigentlich abgeschworen haben - und nun Kapitel für Kapitel tiefer in die Machtkämpfe von Westeros gezogen werden. Der eine, Mors Westford, ist ein altgedientes Mitglied der Nachtwache. Ein Raubein, das von seinen Brüdern gefürchtet und von den Wildlingen jenseits der großen Mauer "Schlächter" genannt wird. Der andere, Alester Sarwyck, kehrt nach 15 Jahren Exil in seine zerrüttete Heimat Flussrath zurück, um dem Begräbnis seines Vaters beizuwohnen, seinen Erbanspruch zu untermauern und damit den Argwohn der Geschwister auf sich zu ziehen.

Schnell wird klar: "Game of Thrones" ist ein äußerst dialogintensives Spiel. Die Wahl der Antworten in den ordentlich synchronisierten, aber mit viel Blabla überladenen Gesprächen entscheidet sogar in geringem Maße über den Fortgang der Handlung. Bei Schlüsselszenen der Geschichte, die beide Helden später zusammenführt und vor allem im letzten Drittel mit geradezu brutalen Wendungen aufwartet, wird einem das Ruder jedoch aus der Hand genommen.

Attributverteilung hat kaum Auswirkungen

Spielebewertung
Game of Thrones

Spielname: Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer

Hersteller: Cyanide Studio / Focus

Vertrieb: dtp

Genre: Rollenspiel

Erhältlich ab: 31.05.2012

Preis: Ca. 60 Euro

EAN Code: 3512899108981

Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene

Alter: ab 16 Jahren

Multiplayer: nein

 

Bewertung

Grafik: befriedigend

Steuerung: befriedigend

Sound: befriedigend

Spielspass: befriedigend

Gesamt: befriedigend

Das eigentliche Spielgeschehen verkommt in "Game of Thrones" fast zur Nebensache. Und das, obwohl sich Entwickler Cyanide - theoretisch zumindest - um eine ausgefeite Charaktergestaltung und ein taktisches Kampfsystem bemühte. Bereits zu Beginn darf man bei jedem Helden zwischen drei Klassen wählen, Bonuspunkte auf Attribute und Fertigkeiten verteilen sowie postive und negative Charakterzüge festlegen. In der Praxis erweist sich das alles aber als rein statistisches Blendwerk ohne große Auswirkungen.

Entscheidender sind gutes Equipment und jene Talente, die sich durch Levelaufstiege freischalten und im Kampf einsetzen lassen. Dazu wird das Geschehen stark verlangsamt, sodass genügend Zeit bleibt, bis zu drei Sonderfähigkeiten zu einer durchschlagende Kombinationen aneinanderzureihen. Mors betäubt also einen Gegner erst, verpasst ihm einen schmerzhaften Kopfstoß und hetzt dann auch noch seinen Köter auf ihn, der schon jetzt den Titel "hässlichster Begleiter des Spielejahres 2012" innehat. In einigen kurzen Abschnitten darf man diesen Würfel auf vier Beinen auch direkt steuern, um Geruchsspuren hinterherzuhecheln oder Schätze fürs Herrchen zu finden.

Monotone Kämpfe

Brauchbare Kampfkombinationen schleifen sich allerdings viel zu schnell ein - und werden angesichts der nicht gerade clever agierenden Computergegner während der gesamten Spieldauer von 20 bis 30 Stunden verwendet. Die öde Folge: Die Kämpfe verlaufen stets nach demselben Muster. Und wer einer Waffengattung treu bleibt, sieht hundertfach die immergleiche Animation, wenn ein Gegner niedergestreckt wird.

Fazit: "Game of Thrones" hätte angesichts der prominenten Vorlage und des ambitionierten Charaktersystems ein anspruchsvolles Rollenspiel werden können. Doch selbst die gelungene Rahmenhandlung kann längst nicht alle technischen Schnitzer und spielerischen Ungereimtheiten ausbügeln, die Entwickler Cyanide den Fans der Fantasysaga in geballter Form zumutet. Mit "Skyrim" und "Risen 2" gibt es deutliche bessere Genre-Alternativen. (_teleschau - der mediendienst)

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