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Australien

Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern

25.01.2013 | 05:45 Uhr
Australiens malerische Landschaften gehören zu den ältesten der Welt.

Australien.   Australiens Waldgebiete gehören zu den wenigen Orten weltweit, an denen man noch auf vom Menschen unangetastete Natur stößt. Die Ureinwohner lernten vor langer Zeit, mit ihr zu leben. Mit dem Aborigine Skip begeben wir uns in Gebiete, die um ein Vielfaches älter sind als die Menschheit selbst.

Australien ist eigentlich ein Irrtum. Wir halten das Land für jung, weil wir es erst vor gerade einmal 240 Jahren entdeckt haben. Dabei ist Australien älter als jeder andere Ort auf unserem Planeten. Wer mit Hilfe der „Zeitkapsel Australien“ unsere Erdvergangenheit kennenlernen will, landet am besten im Norden von Queensland. Hier sehen einige Gegenden noch so aus wie die Welt vor 135 Millionen Jahren. Dagegen ist die spektakuläre und sensible Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs geradezu brandneu: Erst seit rund 600.000 Jahren schützt es die australische Ostküste vor wilden Pazifikwogen.

Von Port Douglas, 40 Kilometer nördlich von Cairns, lässt sich das gut per Boot erkunden. Doch neben diesem Unesco-Naturerbe gibt es hier gleich noch ein zweites: den Daintree-Regenwald. Ein Urwald, der direkt an den Sandstränden von Nord-Queensland beginnt und sich über 170 Quadratkilometer in die Berge hinaufzieht.

Den Lebensraum lesen wie einen Katalog

Hier, in dieser von der geologischen und menschlichen Weltgeschichte verschonten Ecke unseres Planeten, haben Pflanzen überlebt, die auch schon zu Zeiten der Dinosaurier wuchsen. Von den 19 Urpflanzen, von denen alles Grün dieser Welt abstammt, wachsen hier 13. Wenn es einen Wald gibt, der dem Grün des Paradieses am nächsten kommt, dann ist es dieser hier. Und es gibt Menschen, die nach wie vor in und mit diesem Paradies leben . Zum Beispiel Skip.

Der 35-jährige Aborigine arbeitet für das Informationszentrum an der Schlucht des Mossmann-Rivers. Wenn er, der eigentlich Yangkonda heißt und zum Volk der Kuku Yalaniji gehört, in den Wald geht, dann liest er den Lebensraum wie wir den Baumarkt-Katalog. Für ihn ist der Wald ein einziges Wesen, in dem jeder Stein und jeder Baum, jedes Beuteltier und jedes Insekt seinen Platz und seinen Zweck hat. Sie fügen sich vor seinen Sinnen zusammen wie die Buchstaben einer uns fremd gewordenen Sprache – und er liest seinen Weg. Einen Weg, den er nicht antritt, ohne die Ahnen um Erlaubnis angerufen zu haben, ob denn auch wir Ahnungslosen aus der westlichen Welt über seine Pfade ins dämmrige Grün stapfen dürfen.

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Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern
Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern
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http://www.derwesten.de/nrz/reise/mit-einem-aborigine-unterwegs-in-australiens-unberuehrten-waeldern-id7511663.html
2013-01-25 05:45
Australien,Natur,Aborigines,Ureinwohner,Wald,Dschungel
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