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Die Insel Sveti Stefan vor Montenegro soll Touristen anlocken

20.12.2012 | 16:01 Uhr
Die Insel Sveti Stefan vor Montenegro soll Touristen anlocken
VIPs wie Orson Wells, Sophia Loren, Sylvester Stallone und Claudia Schiffer verbrachten ihre Ferien auf der Insel.

Essen.  Die Hotelinsel soll Montenegro wieder zum Touristenmagneten machen. Vor den Balkankriegen war Jugoslawien (zu dem das heutige Montenegro gehörte) eine Hochburg deutscher Touristen. Heute kommen nur etwa 30.000 jährlich. Das soll sich ändern - zumindest, wenn es nach einem ehrgeizigen Unternehmer geht.

Jugoslawien gehörte in den 1970er und 1980er Jahren zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Doch mit den Jugoslawien-Kriegen brach der Tourismus in den Ferienregionen des Landes völlig zusammen. Mittlerweile knüpft das seit 2006 von Serbien unabhängige Montenegro wieder an seine touristische Tradition an – und setzt bei seiner Entwicklung auf einen Hauch von Luxus, auf Geschichte und die Attraktivität seiner küstennahen Naturräume.

Budva – sie ist das adriatische Synonym für das Dolce Vita des internationalen Jet Set. Die Hotelinsel Sveti Stefan liegt direkt vor der Küste Montenegros. Einst bebaut als Bastion gegen die türkischen Eroberer wandelte sich Sveti Stefan seit Titos Zeiten zu einem Hort der Ruhe suchenden VIPs. Orson Wells, Sophia Loren, Sylvester Stallone, Claudia Schiffer – sie alle verbrachten ihre Ferien ungestört auf dem kleinen Eiland, das sich – mittlerweile frisch renoviert und herausgeputzt – heute in neuem Glanz präsentiert.

Montenegro setzt auf Nachhaltigkeit

Doch der Luxus von Sveti Stefan ist nicht repräsentativ für das Montenegro der Neuzeit. Ein touristischer Entwicklungsplan hat die montenegrinische Küste seit 2008 auf Neuzeit getrimmt. Das oberste Gebot heißt Nachhaltigkeit. „Die meisten Hotels, die in Montenegro in den vergangenen Jahren gebaut wurden, sind auf dem Gelände der abgerissenen Hotels aus kommunistischer Vorzeit entstanden“, erläutert Karlo Petelin.

Er ist im Tourismusgeschäft ein alter Hase. Als Hoteldirektor leitete der Montenegriner in Deutschland Ferienhotels und -parks für Reiseveranstalter und Hotelketten. Seit 2008 ist Petelin der oberste Repräsentant der Nationalen Tourismusorganisation Montenegros in Deutschland.

Sehenswürdigkeiten von Kriegen verschont

Mit gemischten Gefühlen erinnert er sich zurück an die Zeit, in der er anfangs versuchte, Montenegro als Teil des einst beliebten Urlaubslandes Jugoslawien wieder ins Gedächtnis der deutschen Urlauber zu rufen. Alles vergebens. Rund 150.000 deutsche Gäste besuchten in den Hochzeiten des Jugoslawien-Booms jährlich die Region des heutigen Montenegro. 30.000 deutsche Gäste waren es im vergangenen Jahr.

Die Erinnerung der Deutschen an die Urlaubsziele im ehemaligen Jugoslawien scheint in den 15 Jahren zwischen dem Ausbruch der Jugoslawien-Kriege und der Unabhängigkeit Montenegros im Jahr 2006 gerissen zu sein.

Dabei blieben die historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten Montenegros von den Kriegen auf dem Balkan nahezu verschont. Was wiederum zur montenegrinischen Geschichte passt. Osmanen, Byzantiner, Österreicher, Venezier – sie alle versuchten im Laufe der Jahrhunderte mindestens einmal das bergige Balkanland, das etwas kleiner als Schleswig-Holstein ist, dessen Geoprofil jedoch jeden Schleswig-Holsteiner vor Neid erblassen lassen würde, zu besetzen.

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