ADAC fordert kostenlose Pinkelpausen auf deutschen Raststätten
21.06.2012 | 08:04 Uhr 2012-06-21T08:04:00+0200
München. Der Automobil-Club hat Rastanlagen in 13 europäischen Ländern getestet. Er kritisiert: Viele Anlagen seien nicht auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. Für Deutschland mahnte der ADAC die kostenlose Nutzung der Sanitäranlagen an.
Pünktlich zu Beginn der Reisesaison hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) die Autobahnraststätten entlang der wichtigsten europäischen Reiserouten überprüft und kritisiert.
Von 65 getesteten Rastanlagen in 13 europäischen Ländern erhielt keine die Bestnote „sehr gut“, teilt der ADAC mit. 27 Mal vergaben die Tester die Note „ausreichend“. Immerhin 33 der Anlagen wurden mit „gut“ ausgezeichnet. In Ländern wie Spanien und Italien fehlten oft Spielplätze und Wickelmöglichkeiten, kritisierte der Automobil-Club.
Von sechs überprüften Raststätten in Deutschland erhielten vier ein „gut“. Darunter die Anlagen Irschenberg Süd und Denkendorf an der Autobahn 8, Seeberg Ost an der A 10 und Nürnberg-Feucht Ost an der A 9. Die Raststätten in Langen-Bergheim Ost an der A 45 und Münsterland West an der A 1 wurden mit „ausreichend“ bewertet. Von sechs getesteten Autohöfen erhielten drei die Note „ausreichend“ und drei die Wertung „gut“.
Der Testsieger kommt aus Österreich
Zudem wurde die Behindertentauglichkeit europäischer Raststätten von den Testern kritisiert. Rollstuhlfahrer hätten beispielsweise in den Niederlanden und in Serbien kaum die Möglichkeit, die Sanitäranlagen zu nutzen. So müssten in den Niederlanden die Bezahlschranken zunächst vom Personal geöffnet werden, ehe Rollstuhlfahrer die Anlagen nutzen könnten.
Mit Blick auf Deutschland forderte der ADAC eine kostenfreie Nutzung der Sanitäranlagen . Während in vielen europäischen Nachbarländern oder auch auf den deutschen Autohöfen die Gebühr für den Toilettengang als Gutschein im Raststättenshop oder Restaurant komplett erstattet werde, blieben die Nutzer deutscher Rastanlagen mit Sanifair-Toiletten auf 20 Cent Gebühr sitzen . Dass es auch anders gehe, so der ADAC, bewiesen die Beispiele aus Österreich und Kroatien: „Top Hygienewerte bei völlig kostenfreier Benutzung“.
Testverlierer mit der Note „mangelhaft“ wurde die Raststätte Ruma in Serbien an der A 1 zwischen Belgrad und Sid. In den Kategorien Verkehrsgestaltung, Familienfreundlichkeit und Sanitäranlagen musste der Club sogar ein „sehr mangelhaft“ vergeben, denn hier vermissten die ADAC Tester neben Standards wie einer Wickelmöglichkeit und einem Kinderstuhl im Restaurant auch eine Kinderspielecke sowie Behinderten-WC.
„Top Hygienewerte bei völlig kostenfreier Nutzung“
Testsieger wurde die Raststätte Wörthersee in Österreich an der A 2 zwischen Villach und Wien. Sie überzeugte dem Autoklub zufolge unter anderem durch abwechslungsreiches, ansprechend präsentiertes und gutes Essen sowie durch eine Babystation und gepflegte Sanitäranlagen. Auf den letzten Platz kam die Raststätte Ruma in Serbien an der A 1 nahe Belgrad.
Grundlage des Rastanlagentests waren die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit Kleinkind. Jede Anlage wurde zwei Mal an unterschiedlichen Tagen ohne Voranmeldung von unterschiedlichen Testern besucht. Für das sogenannte Euro-Test-Programm arbeitete der ADAC mit 17 Partnern zusammen. Bewertet wurde unter anderem in den Kategorien Verkehrssicherheit, Außenanlage, Service, Hygiene und Preise. (dapd)
21:54
Was die Firma Sanifair da auf den Raststätten veranstaltet ist reine Abzocke. Anfangs bezahlte man 0,50 € die man sich im Restaurant auszahlen lassen konnte, sofern man etwas verzehrte. Das fand ich auch ok. Heute zahle ich 0,70 € und bekomme 0,50 € zurück. Wenn ich schon überteuerte Mahlzeiten bestelle, erwarte ich aber zumindest eine kostenlose WC Benutzung. Hier nutzen die Betreiber schamlos ihre Monopolstellung auf den Autobahnen aus. Es zeigt die in Deutschland vorherschende Mentalität. Null Service für möglichst viel Geld.
16:52
Es ist ja noch nachvollziehbar, dass man für eine reine Pinkelpause etwas bezahlen muss. Niemand kann Einrichtungen an den Autobahnen bauen, die sich dann durch frische Luft finanzieren sollen.
Es ist allerdings eine Sauerei, dass die Gäste der sauteuren Restaurants auch zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Wenn ein Gastronom Speisen und Getränke verkauft - zumal an den Autobahnen zumeist zu horrenden Preisen - hat er gefälligst auch die sanitären Anlagen für seine zahlenden Gäste kostenlos zu stellen, wie jeder andere Gastronom auch.
07:19
Es wäre auch sehr schön, wenn die kostenfreien Exkrementsammelstellen an den einfach Parkplätzen überdacht würden, denn wer will schon, dass ihn der Blitz trifft beim Ka....
20:49
Nicht nur der ADAC fordert kostenlose Pinkelpausen, ich auch. Leider bin ich häufig gezwungen den nächsten Baum/Busch zu suchen. Ich bin kein großer Freund der Öschis,
aber deren Autobahntoiletten spielen mit im höchsten Level.
08:51
Und kann der ADAC denn auch sagen wie er die Toilettenmafia aus dem Geschäft drängen will?