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Wie man Kindern das Wandern schmackhaft macht

09.07.2012 | 11:55 Uhr
Wie man Kindern das Wandern schmackhaft macht
Für Kinder ein Abenteuerspielplatz, der keinen Eintritt kostet: der Wald.

Siegen.   Im Wald können Kinder viel entdecken - ganz ohne Eintritt zu zahlen. Da hilft es allerdings, wenn man ein paar Ideen hat: Wie man einen Tag im Wald verbringen kann mit die Kindern, die (noch) nicht gern weit wandern. Und warum Steine dabei helfen können.

Spaziergang? Fenja und Jasmin haben keine Lust. Lieber wollen sie weiter mit den kuscheligen Plüsch-Piepmätzen spielen, ein fröhliches Vogelfest mit den Stofftieren feiern. Nur unwillig gehen die beiden Mädchen mit in den Wald.

Bis sie den großen Schatz gefunden haben: einen Ahorn-Samen. „Den kann man aufmachen und sich auf die Nase kleben“, erklärt Jasmin. Das tut sie diesmal allerdings nicht, sondern legt den Samen vorsichtig in eine kleine Schale, die die beiden Mädchen mitgenommen haben. „Das ist nachher für unser Vogelfest“, sagt sie. Ein paar Meter weiter entdecken die beiden eine dicke orange Nacktschnecke - auch für die Piepmatz-Party. Jetzt sind Jasmin und Fenja mit Eifer dabei.

„Meist entdecken die Kinder von sich aus, was sie interessiert und womit sie spielen können. Sie haben ganz schnell gelernt, Naturmaterialien zu nutzen“, sagt Gabriele Buhl-Berghäuser. Im zweiten Jahr leitet die Erzieherin nun den Waldkindergarten in Siegen-Weidenau; im Jahr 2010 sind die „Wiesenpieper“ gegründet worden. „Anfangs aber war es für die Kinder schon schwierig, mit ,Nichts’ zu spielen“, räumt Gabriele Buhl-Berghäuser ein.

Spazieren gehen mit einem Stein auf dem Kopf

Deshalb müsse man Kindern, die nicht allzu häufig im Wald spazieren, vielleicht nur einen einzelnen Urlaubstag dort verbringen, Angebote machen. Ideen, wie man ganz ohne Lego, ohne Hüpfburg, ohne Achterbahn und ohne Geld auszugeben einen spannenden Tag verbringen kann, hat die Erzieherin viele:

Zum Beispiel wie ein Fotomodell auf dem Laufsteg gehen - mit einem Stein statt einem Buch auf dem Kopf. „Das schärft den Blick für die Umgebung“, erklärt Gabriele Buhl-Berghäuser, „weil man dann nicht auf den Boden guckt.“ Und weil es ganz offensichtlich auch kleinen Kindern wie zum Beispiel Olivia viel leichter fällt, so ein Stück des Weges ganz zügig zu marschieren.

Als die Steine dann doch irgendwann vom Kopf rutschen, sagt Gabriele Buhl-Berghäuser: „Die braucht ihr gleich noch, nehmt sie bitte mit.“ Für das Stein-Boccia nämlich. In die Mitte kommt ein großer dicker, nach dem jedes Kind wiederum mit seinem Steinchen wirft. Wer am nächsten an den großen herankommt, hat gewonnen.

Stein-Memory schult das Gedächtnis

Weiter geht’s mit den Steinen, um ein paar hundert Meter weiter Naturmemory zu spielen. Aus langen Stöcken legt Gabriele Buhl-Berghäuser einen Rahmen auf den Boden. In die Mitte kommen ein paar der Steine, dazu Zweige mit Blättern, Rinden-Stücke, Wurzeln, die die Kinder gesammelt haben. Ein paar Sekunden betrachten alle Kinder den Rahmen auf dem Boden, versuchen sich die Stücke darin einzuprägen. Dann schließen sie die Augen - nur nicht Lene. Die holt einen Stein heraus, versteckt ihn hinter dem Rücken. Nun dürfen die anderen wieder gucken und überlegen, was im Rahmen fehlt.

Davon können die Kinder kaum genug bekommen, würden gern Runde um Runde weiter spielen. Auch Fenja und Jasmin.

Nina Grunsky



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