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Betrugstrio landet erneut in U-Haft

02.08.2012 | 19:20 Uhr
Betrugstrio landet erneut in U-Haft

Essen. Wer genau hinhört, der kann bei der Essener Justiz ein wenig Schadenfreude registrieren. Denn ein mutmaßliches Betrügertrio, das seit zwei Jahren und gefühlten 200 Prozesstagen vor der XV. Strafkammer steht, hat die Freiheit offenbar zu neuen Straftaten genutzt. Jetzt sitzt es wieder in U-Haft.

Der alte Vorwurf in Essen: Die drei Männer aus Dortmund und Duisburg, 37 bis 44 Jahre alt, sollen von der Essener City aus am Telefon älteren Menschen vorgespiegelt haben, diese seien kostenpflichtig bei Glücksspielen im Internet regis­triert. Gegen eine geringe Gebühr von unter 100 Euro könnten sie aber gelöscht werden. Viele überwiesen den Betrag, obwohl sie nicht einmal einen Computer besaßen. Der Schaden ging in die Millionen.

Vor der Essener Strafkammer zeigte die Verteidigung mit zahllosen Beweis- und Befangenheitsanträgen wenig Sinn für Kooperation. Irgendwann waren die Haftfristen überschritten, so dass alle Angeklagten aus der U-Haft entlassen wurden. Sinnvoll scheinen sie ihre Zeit nicht genutzt zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Hagen der WAZ bestätigte, soll das Trio mit einem Versicherungsmakler aus Herdecke mit derselben Masche ab Juni 2011 neue Geschäfte gemacht haben. Zunächst geht es um 97 Fälle, die Dunkelziffer sei aber sehr hoch. Am Mittwoch vergangener Woche seien die Haftbefehle vollstreckt worden.

Stefan Wette



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