Regionalexpress soll bis Arnheim fahren
09.02.2011 | 18:46 Uhr 2011-02-09T18:46:00+0100
Arnheim.Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr prüft offenbar ernsthaft eine Verlängerung des Regionalexpress 5 von Emmerich nach Arnheim. Entsprechende Vorschläge würden auf ihre Machbarkeit untersucht und den Gremien im Frühjahr vorgelegt, heißt es beim VRR.
Die Signale stehen nicht allzu schlecht, dass der Regionalexpress 5 von Emmerich bis nach Arnheim verlängert wird. „Wir gehen davon aus, dass weit mehr als 1000 Reisende täglich auf diesem Streckenabschnitt den Zug benutzen würden“, so der Verkehrsverbund Rhein Ruhr.
Für eine Bahnverbindung zwischen den beiden Städten macht sich seit Anfang Dezember eine Initiative stark: Ina Laarman-Luijckx hat bisher über 2200 Unterschriften gesammelt. Die Niederländerin mit Wohnsitz in Emmerich will die Behörden auf beiden Seiten der Grenze davon überzeugen, dass viele Menschen in der Region die Wiederbelebung des Nahverkehrs auf der Strecke Emmerich-Zevenaar-Arnheim wünschen.
2200 Unterschriften für die Verbindung
Wer mit dem Zug von Emmerich vormittags ins 30 Kilometer entfernte, nordwestlich gelegene Arnheim will, muss um 8.11 Uhr mit der Regionalbahn ins 57 Kilometer entfernte, südöstlich gelegene Duisburg fahren, um dort um 9:29 Uhr in den ICE nach Amsterdam zu steigen, der um 10:23 Uhr in Arnheim hält. Reisezeit inklusive Umsteigen: Zwei Stunden und zwölf Minuten. Und das ist noch ein optimaler Anschluss.
Bisher hatte sich Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks dafür stark gemacht, dass der ICE wieder in Emmerich hält. Doch das scheint mehr als fraglich. Dagegen verhandelt jetzt die „Stadsregio Arnhem-Nijmegen“ mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr über eine Verlängerung des RE 5.
Linksrheinisch ist ein grenzüberschreitender Bahnverkehr nicht möglich. Die Strecke zwischen Kleve und Nimwegen ist seit Jahren unterbrochen: Dort verkehrt nur noch eine Draisine. Dass sich grenzüberschreitender Verkehr durchaus rechnen kann, zeigt das Beispiel des RE 13 zwischen Hamm und Venlo. Der „Einkaufsexpress“ zwischen dem Ruhrgebiet und Venlo ist längst selbstverständlich.
Neue Lokomotiven
Eine Verbindung zwischen Emmerich und Arnheim gab es bis 2006, wurde aber mangels Nachfrage eingestellt. Auch ein zwischenzeitlicher Probelauf am Wochenende entpuppte sich als Fehlschlag. Das soll dieses Mal nicht passieren. Deshalb wird gefordert, die Verbindung sieben Tage in der Woche, möglichst im Stundentakt, anzubieten. Laarman-Luijckx: „Viele Berufstätige, Studenten und Touristen könnten den Zug nutzen.“
Auch aus der Sicht von Lothar Ebbers, Sprecher des Fahrgastverband Pro Bahn, macht eine solche Verbindung Sinn. „Eine Verlängerung in Richtung Arnheim wird von uns schon lange gefordert.“ Allerdings gibt es auch technische Schwierigkeiten zu bewältigen. So sind die niederländischen Lokomotiven mit Gleichstrom, die deutschen Triebwagen mit Wechselstrom unterwegs. Also müssen mehrsystemfähige Fahrzeuge die Elektroloks der Baureihe 146 ablösen. „Kein Problem“, urteilt Lothar Ebbers. „Moderne Lokomotiven können grenzüberschreitend eingesetzt werden.
Falls eine Verbindung zwischen Emmerich und Arnheim zustande kommt, wird der RE 5 wohl in die Kursbuch-Geschichte eingehen. „Ein solcher Langläufer macht wenig Sinn. Wahrscheinlich würde der Zug dann in Duisburg oder Düsseldorf geteilt“, vermutet Lothar Ebbers. Sprich: Die modernen, mehrsystemfähigen Lokomotiven würden zwischen dem Rhein/Ruhrgebiet und den Niederlanden pendeln.
Schon im kommenden Jahr möglich
Diese Einschätzung wird auch beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr geteilt. „Wenn der Rhein-Ruhr-Express (RRX) auf die Schiene geht, dann wird der RE 5 ohnehin getrennt.“ Das allerdings kann noch Jahrzehnte dauern. Gegenüber dem RRX ist die Finanzierung des Ausbaus der Betuwe-Linie fast schon als gesichert einzuschätzen.
Ganz so lange müssen die Pendler auf eine Verbindung zwischen Emmerich und Arnheim wohl nicht warten. „Es könnte schon im Laufe des kommenden Jahres soweit sein“, heißt es beim VRR, der ab Anfang 2012 auch den Niederrhein umfasst.
00:35
DAS WÄRE TOLL!!!
ICE war viel zu teuer als es noch ging!
20:04
Man könnte auch den ICE in Emmerich wieder halten lassen. Dann hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
1.Keine zusätzlichen unnötigen Züge und Anschluß an den Fernverkehr für den Doetinchemer- und Klever Raum.
Auch die Weseler könnten sich den Weg nach Oberhausen ersparen.
Die Bocholter fahren ohnehin von ihrem Aaltener Bahnhof nach Arnheim und das halbstündlich.
21:01
@9 Wer will schon nach Duisburg? Warum also nicht von Emmerich nach Düsseldorf oder gar Köln - und dann in den ICE nach Arnhem...
Die Verlängerung der S3 hört sich schön an (Doch dann bitte gleich nach Bocholt Elektrifizierung Wesel-Bocholt). Aber das Problem auf dieser Strecke sind die zahlreichen Güterzüge, die lt. EU-Urteil Vorrang genießen müssen. Dadurch passt heute oft auch nicht der Anschluss in Oberhausen für die Relation Wesel-Essen. Ein Anschluss in Duisburg wäre dagegen sinnvoller, weil auf der Strecke Duisburg-Essen eine dichtere Taktfolge besteht. Da die RE-Züge nur in Mülheim Hbf halten, kann man mit etwa gleicher Fahrzeit wie bisher rechnen (S3 5 Halte zwischen OB und E Hbf). Oder man sollte einen 20 Minuten-Takt zwischen Oberhausen und Essen-Altenessen (Nord-Lüdenscheid) einrichten (2 S-Bahn, 1 RE), da in Altenessen U-Bahn-Anschluss in die Essener City besteht.
19:37
@6 Wer will schon nach Oberhausen? Da muss man ja noch länger am Bahnsteig stehen und ist auch nicht eher da.
17:22
JAA! bitte !
und nicht vergessen:
genügend FahrradPlätze bereitstellen;
könnt ja ne kleine Ecke gelebtes Europa werden
16:45
Die Weiterführung der Regionalbahn bis nach Arnheim macht durchaus Sinn.
Denn seitdem der ICE nicht mehr in Emmerich hält, ist es für die Niederrheiner recht umständlich mit der Bahn in die Niederlande zu reisen. Hinzu kommt, dass von Arnheim wiederum mit dem stopptrein eine Weiterfahrt nach Amsterdam möglich ist, ohne ICE-Zuschlag zu zahlen.
So würden die Regionen wieder zueinander wachsen, die seit Aufhebung des Haltes der Fernzüge nach Amsterdam in Emmerich widersinnig getrennt worden sind. Denn einen Einsatz für den fehlenden ICE-Halt hat es nicht gegeben. Im gegenteil: D-Züge und Fernexpress-Züge wurden zugunsten der ICE abgeschafft. So macht es also Sinn, die Regionalbahn bis nach Arnheim zu führen.
Schade ist es auch um die Route Kleve-Nimwegen. Auch diese Strecke hatte mal Sinn gemacht. Statt auf der Schiene die regionen zusammenzuführen, werden Gleise munter stillgelegt - ob mit oder Sinn. Meist aber ohne Verstand.
13:06
@comptur:
Wo kein Angebot, da keine Nachfrage.
Und umgekehrt.
Weshalb aber wird der unsinnige Weg nach Duisburg genannt, wenn der (nonstop bis Arnheim
verkehrende)ICE auch in Oberhausen hält ?
13:02
Schon toll, über was man sich Gedanken macht.... Wo bleiben die verlängerten REs? Durch die Fahrplanänderungen im Dezember 2010 wurde es eher schlimmer statt besser. Wenn man als Bahnnutzer mal auf eine Alternative ausweichen moechte (bei Verspätungen), machen einem nun die nicht mehr vorhandenen Anschlussmöglichkeiten einen Strich durch die Rechnung. Vom RRX möchte ich nichts mehr hören (und wird man wohl auch nicht die nächsten Jahre...)
12:52
Ich fände es auch eine tolle Idee wenn die S 3 bis nach Wesel verlängert wird.
12:43
Die Regionalexpress sollte bis Arnheim fahren, Die S-Bahn sollte bis Wesel verlängert werden.
So würden die Anbindungen zu den Niederlanden, und ins Ruhrgebiet hergestellt, und das relativ Kostengünstig.
Doch speziell im Revier tut sich nicht. Das Ruhrgebiet ist nur noch mit sich selbst Beschäftigt.
Pro.Ruhrgebiet fordert statt dessen eine U-Bahn bis nach Xanten und Alpen, damit die Ruhrstadt zur Weltstadt wird, und Xanten zum Vorort.