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Gefahrgüter mitten durch die Stadt

07.08.2009 | 19:01 Uhr

Am Niederrhein. Jan-Simon Laaracker wohnt in Praest, etwa 200 Meter von den Bahnschienen entfernt, über die bald täglich hunderte von Güterzügen rumpeln werden – wenn, ja wenn auf deutscher Seite die Betuwe-Linie verlängert ist.

 Am Niederrhein. Jan-Simon Laaracker wohnt in Praest, etwa 200 Meter von den Bahnschienen entfernt, über die bald täglich hunderte von Güterzügen rumpeln werden – wenn, ja wenn auf deutscher Seite die Betuwe-Linie verlängert ist. An den Geräuschpegel durchrauschender Personen- und Güterzüge hat der Niederländer sich längst gewöhnt. Aber die Planungen zu dieser großen europäischen Güterverkehrstraße, die in wenigen Jahren die Strecke Rotterdam - Genua in einem Rutsch befahrbar machen soll, bringt ihn regelmäßig auf die Palme. Bis zu 7000 Waggons donnern dann an seinem Wohnzimmer Tag für Tag vorbei, dank Blockverdichtung im Abstand von 1500 Metern. Und: „40 Prozent des Güteraufkommens werden Gefahrgüter sein”, sagt der Niederländer. Das bedeute: „Jeder 40. Waggon, der z.B. durch Emmerich fährt, hat gefährliche Stoffe geladen – die Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke sind bei weitem nicht ausreichend – und unsere Politiker kümmern sich nicht darum.”

Das sehe in anderen Teilen Deutschlands ganz anders aus, sagt Betuwe-Anlieger Karl-Heinz Denstorf aus Haldern – wie Laaracker engagiert in der Interessengemeinschaft IG-Biss. Und zitiert aus einem Offenen Brief, den er im Internet entdeckt hat. Da fordert der Oberbürgermeister der Stadt Lahr (Schwarzwald) Minister Tiefensee u.a. auf, sich „mit Entschiedenheit” dafür einzusetzen, dass „bei Neuplanungen von vornehmlich vom Güterverkehr genutzten Strecken die Siedlungsgebiete konsequent umfahren werden.” Auf „entsetzliche Art und Weise” habe die Katastrophe im italienischen Viareggio vor wenigen Wochen „die Problematik von Gefahrguttransporten auf der Schiene mitten durch unsere Städte und Gemeinden ins kollektive Bewusstsein gerückt.” Warum, fragen sich Denstorf und Laaracker, sehen Poliker im Schwarzwald das anders als Politiker am Niederrhein? „In Holland wurde viel mehr für die Sicherheit entlang der Trasse getan als hier je angedacht wurde.” Die IG-Biss fordert schon länger ein Gutachten für eine neue zweigleisige, siedlungsferne Gütertrasse.

Nächste Infoveranstaltung der IG-Biss am 27. August, 19 Uhr, im Kolpinghaus in Elten. Den Offfenen Brief aus Lahr im Wortlaut kann man finden unter www.ig-biss.de

Heike WALDOR-SCHÄFER

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Kommentare
16.11.2009
10:39
Gefahrgüter mitten durch die Stadt
von Rmeier | #1

Rechnen ist nicht eure Stärke.
Jeder 40ste sind 2.5% 40% sind 4 von 10.

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