Für alle Felle
20.03.2009 | 18:54 Uhr 2009-03-20T18:54:00+0100
Das Ehepaar Franz kümmert sich seit 30 Jahren in Duisburg um kleine und große Tiere in Not. Als private Initiative.
Am Niederrhein. Ein kleines Vogelküken mit gebrochenem Flügel, das aus dem Nest fiel – ein ausgedientes Zuchtpferd, das auf den Schlachthof sollte: Egal, wie klein oder groß die Zwei- und Vierbeiner sind, wenn es um „Tiere in Not” geht, leidet das Ehepaar Franz mit. Hilfsbedürftigen Tieren steht ihre Tür deshalb stets offen, ihr Telefon nur selten still. Seit 30 Jahren kümmern sich die beiden Duisburger mit ihrer privaten Tierschutz-Interessengemeinschaft um das Wohl von Klein- und Großvieh mit Federn und Fell.
„Wellensittiche, Hunde und Katzen, Esel – wir versuchen, jedem Tier in brenzliger Situation zu helfen”, sagt Waltraud Franz. Und das hat beinahe Familientradition. „Meine Mutter versuchte, alle Tiere aus der Nachbarschaft zu retten”, so die Tierschützerin. Aktuell wohnen ein Hamster, eine Stadttaube und zehn Hunde beim Ehepaar. „So gelten wir als ähnliche Einrichtung wie ein Tierheim bei den Ämtern und unterliegen auch denselben Kontrollen sowie der Tierschutzverordnung”, unterstreicht Ehemann Peter die Seriosität ihrer privaten Organisation. In und um Duisburg sind sie im Einsatz für verwahrloste und verletzte Tiere.
„Dabei arbeiten wir eng mit Ordnungs- und Veterinäramt zusammen und helfen schwerpunktmäßig in sozial schwächeren Stadtteilen, wie Bruckhausen oder Marxloh”, so Franz. Er war früher im Vorstand des Tierschutzvereins: „Aber in so einer Position muss man eher menschliche Probleme lösen als den Tieren helfen.” Die Entscheidung, sich privat für die tierischen Gesellen zu engagieren, war also eine ganz bewusste.
Tierischer Auftritt
Und eine, mit der die Tierschützer erfolgreich sind. Rund 20 Mitstreiter unterstützen das Ehepaar bei der Arbeit. Alle freiwillig und ehrenamtlich. „Sie bringen die Tiere zum Arzt, helfen Spenden sammeln und Pflegestellen zu finden”, freut sich Waltraud Franz. Denn die Not der Tiere nimmt kein Ende. „In 30 Jahren dachten wir schon mal daran, ein anderes Hobby zu verfolgen, aber neben Job und und Tierschutz ist das unmöglich”, gesteht der berufstätige Peter Franz. Ehefrau Waltraud kümmert sich mittlerweile nur noch um notleidende Schützlinge. „Wir schauen nach den Tieren, holen sie ab, lassen kastrieren und impfen. Das alles zu organisieren, ist viel”, weiß sie.
Die 18-jährige Traberstute „Elma”, ein ehemaliges Rennpferd, und die 22-jährige Schimmelstute „Jana”, eine ausgediente Zuchtstute, haben zwar ein Zuhause auf dem Großen Talhof in Sonsbeck-Hamb gefunden, aber niemanden, der die finanziellen Zügel für Hafer- und Heukauf in die Hand nehmen will.
Die Besitzerin, die beide Pferde vor dem Schlachthof rettete, ist verstorben. Kosten für Futter, Stallmiete, Schmied und Arzt bleiben derzeit teilweise noch an Pferdepflegerin Maike Schwarma hängen. Sie kümmert sich allerdings um insgesamt 16 Pferde und Ponys, darunter viele andere „Rentner”, die nicht mehr geritten werden können und nicht beim Schlachter landen sollen.
„Tier in Not Duisburg” will helfen und ruft dazu auf, Patenschaften für die beiden Stuten zu übernehmen, damit sie weiterleben können. Weitere Informationen unter 0203/43 55 88.
Auch die Vermittlung der Fell- und Federgefährten an Menschen mit ähnlich großem Herz ist in all der Zeit nicht leichter geworden: „Wir haben alte, große Tiere, häufig schwer vermittelbare Fälle”, so Franz. Solche, wie „Patty” und „Thor”, zwei querschnittsgelähmte Mischlingshunde, oder Katzenmama „Hannah” mit ihren drei Kindern. Doch „Tiere in Not Duisburg” hat das nie abgeschreckt. Mehrere hundert „Notfelle” (wie akute Fälle auf der Internetseite www.tiere-in-not-duisburg.de genannt werden) versorgte die Interessengemeinschaft in 30 Jahren. Manchmal wurden neue Herrchen und Frauchen gesucht, manchmal nur die Besitzer unterstützt, und hier und da halfen Patenschaften für die Tiere (siehe Kasten).
Und wenn bei Kaninchen, Kater, Co. einmal kein fachlicher oder finanzieller Beitrag reicht, oder die Tiere nicht so schnell in ein neues Heim ziehen können, dann hilft das Fernsehen. „In der WDR-Sendung 'Tiere suchen ein Zuhause' sind wir auch zu Gast”, sagt Peter Franz nicht ohne Stolz. Am Sonntag, 29. März, ist es wieder soweit. Dann hofft das Ehepaar Franz auf offene Türen bei tierlieben Zuschauern. Denn auch Rauhaardackel „Pelle” oder Kurzhaarkatze „Sweety” hatten es bisher nicht leicht im Leben.
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Vor dem Kauf eines sogenannten Rassetieres sollte bedacht werden, daß möglicherweise eine Qualzüchtung unterstützt wird. Bei Hunderassen, die auf extreme Nasenlosigkeit gezüchtet werden, wie etwa Pekinesen, Boxer und Möpse, sind Kurzatmigkeit, Schluckbeschwerden und Gebißmißbildungen die Regel. Bestimmte Formen von Zwergenwuchs, z.B. beim Dackel oder Basset, sind mit erblich bedingten Wirbelsäulenschäden verbunden.
Tiere, die nicht überzüchtet sind oder eine gesunde Promenadenmischung, die im Tierheim auf ein neues Zuhause wartet, werden mehr Freude bereiten.
www.tierheimlinks.de