Das ist Punk!
24.10.2009 | 19:58 Uhr 2009-10-24T19:58:00+0200
Am Niederrhein. Bunte Haare machen noch keinen Punk. So einfach bringt es Boris Graue auf den Punkt: „Die Unmöglichkeit Punk zu definieren, zeichnet ihn aus.” Der 39-jährige Jugendarbeiter kennt die Punkszene am Niederrhein, die so bekannte Bands wie „Betontod" hervorbrachte.
Bunte Haare machen noch keinen Punk. So einfach und gleichzeitig vielschichtig drückt es Boris Graue aus und fügt hinzu: „Die Unmöglichkeit Punk zu definieren, zeichnet ihn aus.” Wie kaum ein Zweiter kennt der 39-jährige Jugendarbeiter die Punkszene am Niederrhein, die so bekannte Bands wie „Betontod” hervorbrachte. Anfang 2010 erscheint die fünfte CD der Rheinberger Gruppe. „Glaube, Liebe, Hoffnung”, eine Weiterentwicklung des Punk.
Viele Bands haben sich weiterentwickelt
Denn Betontod gehören zu jenen Formationen, die mit dem ursprünglichen Drei-Akkorde-Punk nichts mehr zu tun haben. Anspruchsvolle Gitarrensoli, aufwendige Arrangements und ein metallgeprägter Sound sind ihr musikalisches Markenzeichen. „Viele Bands, die lang dabei sind, haben sich weiterentwickelt”, erklärt Graue, der erst an der legendären Volksschule in Moers arbeitete und nun im Bollwerk 107 als Programmplaner unterwegs ist.
Er kennt die Szene noch aus den Anfängen, als Punk bedeutete, seine Klamotten selbst zu machen, gegen das Establishment zu sein und mit ein paar Gitarrengriffen ein Konzert zu geben. Heute steht die Szene zwischen Mode, Plattenindustrie und Subkultur. Wie gesagt: Bunte Haare machen noch keinen Punk, es geht um die Lebenseinstellung. „Heute ist es kein Problem mehr für Punks, an Klamotten zu kommen, Läden gibt es genug”, sagt Graue.
Sich der Kommerzialisierung verweigern
Der traditionelle Geist des Punk lebt aber weiter – beispielsweise durch Bands wie die „Frischen Muscheln” aus Moers. Ihre Songs gibt's zum Herunterladen im Netz und für einen Auftritt verlangen sie nur einen kleinen Obolus. „Die verweigern sich jeder Kommerzialisierung”, sagt Graue.
Die Rheinberger Jungs von „Fahrlässig” dagegen träumen vom Durchbruch. Gerade ist ihr erster Longplayer mit dem Titel „Jede Sekunde zählt” erschienen. Doch Sänger Benny Götzken weiß, wie hart umkämpft die Szene ist. „Als Punkband muss man sich weiterentwickeln, es gibt ein Überangebot”, sagt der 21-jährige Chemikant.
Rheinberger Szene ist stark und ungebrochen
Besonders in Rheinberg ist die Szene stark und ungebrochen, wie Tino Renner von der Musikinitiative Rheinberg (MIR) berichtet. Die MIR unterstützt ehrenamtlich junge Bands und hilft ihnen Auftritte zu bekommen. Prominentestes Mitglied ist der Gitarrist von Betontod. „Das ist wohl auch der Grund, warum Punk hier so groß ist. Viele lassen sich von der Band inspirieren”, sagt Renner.
Seit der Entstehung Mitte der 70er Jahre in London und New York gab es immer wieder Ebbe und Flut, Punk hat Modewellen überstanden und wurde mit anderen Stilen vermischt. Markus „Fischli” Bittmann von der Duisburger Plattenfirma Impact Records sieht den niederrheinischen Punk im Wandel. „Die Bands spielen weniger Funpunk, dafür gibt es mehr Metalleinflüsse. Das schlägt sich auch beim Publikum nieder. Da gibt's mittlerweile viele Rockfans”, sagt der Experte.
Oi-Punk ist nicht Nazipunk
Die Öffnung zu anderen Strömungen klappt im politischen Bereich glücklicherweise nicht. Punk gilt als anti-autoritär, dennoch geriet die Duisburger Oi-Punk-Band „Pöbel und Gesocks” in den Verdacht, mit ihrer Musik rechtsextreme Fans zu bedienen. Aber grundsätzlich hat diese aus der britischen Arbeiterklasse stammende Punkrichtung mit Ska-Einflüssen nichts mit Neonazis zu tun, genauso wenig wie die Skinheads, die sie hören. „Oi-Punk ist nicht nach rechts offen”, erklärt Bittmann. Wie bei Leuten mit bunten Haaren lässt die Optik bei Glatzenträgern eben nicht unbedingt auf die Gesinnung schließen.
10:33
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05:43
Siffzecken aus bürgerlichem Hause.
04:01
Die Ska-Einflüsse im Oi-Bereich halten sich aber sehr in Grenzen! ;-)
01:41
Warum können manche nicht an GOTT glauben ?
;-) Murder. Gut.
19:30
Sehr netter Artikel. Nur: Ganz schön viel Marketing-Gerede für die Subkultur ...
18:37
Wenn das der Willi Wucher liest!
18:34
zeckenpack