Schneller per Bus und Bahn
11.01.2010 | 08:00 Uhr 2010-01-11T08:00:00+0100Emmerich. Klare Ansage zur Betuwe-Route: „Wir erwarten die komplette Übernahme des kommunalen Anteils durch den Bund”, sagte Ulrike Ulrich, Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, beim Neujahrsbesuch der CDU-Prominenz aus dem Kreis Kleve in der NRZ-Redaktion in Emmerich.
„Nachhaltig ausgelotet” werden sollen in einem Infrastruktur-Paket zudem auch die Reaktivierung des IC-Halts in Emmerich, damit zum Beispiel Studenten aus dem Ruhrgebiet die neue Hochschule Rhein-Waal besser erreichen könnten, und eine Schnellbusverbindung zur Hochschule und zum boomenden Flughafen Weeze.
Palmen erstaunt über die vielen Gefahrgüter
„Wir wollen diesen Versuchsballon starten”, sagte Ulrike Ulrich und kündigte dazu eine Initiative im Kreistag an. Sie wünsche sich eine Bewusstseinsveränderung bei der Bahn, die diesen veränderten Rahmenbedingungen Rechnung trage.
Dass im Zuge des Planfeststellungsverfahrens eine Umfahrung in diesem Jahr doch noch einmal ins Spiel kommen könnte, erwartet Staatssekretär Manfred Palmen (MdL) nicht: „Das macht keinen Sinn.” Nicht nur aus finanziellen Gründen. Sorgen bereite ihm eine Zahl, die ihm Ende des vorigen Jahres zu Ohren gekommen sei. Danach gehörten 75 Prozent der Güter auf der Betuwe-Route Gefahrgutklassen an. „Diese Masse hat mich überrascht”, sagte Palmen. Auch angesichts des schweren Unglückes in Viareggio (Italien) und der jüngsten Güterzugentgleisungen im Raume Beckum erwartet Palmen von der DB, dass sie dem „echten Sicherheitsbedürfnis” der Menschen Rechnung trage und dafür sorgt, dass die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes und Rettungsdienstes zügig und nah an eine mögliche Unfallstelle herankämen: „Es muss vernünftige Rettungswege geben.”
Der neue CDU-Kreisvorsitzende Dr. Günther Bergmann betonte gegenüber der NRZ: „Wir sind gut drauf und gehen frohen Mutes in Richtung Landtagswahl.” Die Stimmung seiner Partei – trotz „kleinerer Wellenbewegungen Ende vergangenen Jahres”, die sich aber gelegt hätten. Gemeint war der parteiinterne Krach um die gescheiterte Aufstellung von Ulrike Ulrich aus Emmerich als Landtagskandidatin im Südkreis. „Das sei Schnee von gestern”, meinte dazu NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen.
Die Chancen, nach den Wahlen im Mai das Land weiter regieren zu können, seien gut: „Wenn wir keine Fehler machen. Denn das Rennen ist natürlich erst am Wahlabend gewonnen”, sagte Linssen, der sich nicht mehr um ein Landtagsmandat bewirbt, aber als Finanzminister weiter machen möchte. „Wenn es die Wähler und der Ministerpräsident so wollen”, fügte der Issumer an.
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