Mehr Güterzüge auf zweigleisiger Betuwe-Linie
24.10.2010 | 22:14 Uhr 2010-10-24T22:14:00+0200
Am Niederrhein.Offenbar plant die Deutsche Bahn nicht nur, vorerst auf den Bau eines dritten Gleises für die Betuwe-Linie zu verzichten.
Stattdessen will sie zwischen Emmerich und Wesel mehr Züge auf die Strecke schicken und die Walsumer Zechenbahn einbinden.
Die Deutsche Bahn will offenbar den Bau des dritten Gleises für die Betuwe-Linie zwischen Ememrich und Oberhausen verschieben und stattdessen mehr Züge auf die alte, zweigleisige Strecke schicken. Die zuständige Tochter DB Netz AG will wohl offensichtlich auch zwischen Wesel und Oberhausen zur Entlastung der Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Wesel die Walsumer Zechenbahn nutzen. Das erklärte Lothar Ebbers, stellvertretender Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ unter Berufung auf Berliner Quellen. Mit dieser Maßnahmen will die Bahn die zusätzlichen Verkehrsmengen bewältigen, die durch die auf niederländischer Seite schon fertiggestellte Betuwe-Linie (zum DerWesten-Spezial) auf den Niederrhein zurollen.
Vom Kaisergarten
nach Emmelsum
Die nötigen Gleise liegen jedenfalls schon lange und werden hin und wieder auch benutzt. Die sogenannte Walsumer Zechenbahn führt vom Oberhausener Kaisergarten über Buschhausen in Richtung Duisburg-Fahrn und Walsum. Weiter geht sie über Dinslaken-Eppinghoven und Voerde-Möllen durch die Rheindörfer in Richtung Hafen Emmelsum. Dort endet die Strecke. „Die Bahn müsste dort allerdings eine neue Eisenbahnbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe bauen“, erklärt Ebbers. Beide Bauten wurden 1945 beim Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt und bisher nicht wieder errichtet.
Eine solche Lösung käme für die Deutsche Bahn zunächst billiger als ein Ausbau der gesamten Strecke, so Ebbers, „die entsprechenden Voraussetzungen wurden schon beim Umbau des Weseler Bahnhofs geschaffen.“
Zeit
gewinnen
Mit dieser Variante will die Bahn offenbar Zeit gewinnen, bis genügend Geld für den Ausbau zur Verfügung steht. „Die Zechenbahn könnte ein wunderbarer Bypass sein“, urteilt der Mann vom Fahrgastverband „Pro Bahn“. Mehr aber nicht. Dennoch verspricht sich das Staatsunternehmen davon, einige Jahre Zeit bis zum endgültigen Ausbau der Betuwe zu gewinnen.
Hintergrund der Alternativplanung sind offenbar ganz erhebliche Finanzprobleme der DB Net AG, die sich durch Projekte wie Stuttgart 21 und den dazugehörigen Ausbau der Strecke Ulm-Wendlingen und den Ausbau der Strecke Nürnberg-Leipzig noch verschärft haben„Mit den 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, die die Bahn vom Bund für den Ausbau der Schienennetze bekommt, kann sie selbst die dringlichsten Infrastrukturmaßnahmen nicht stemmen“, so Ebbers.
Notwendig für die Realisierung der Betuwe-Linie und des Rhein-Ruhr-Expresses zwischen Köln und Dortmund wäre die doppelte Summe. Ein eventueller Ausbau des Eisernen Rheins ist da noch gar nicht eingerechnet.
Doch statt draufzusatteln will die Schwarzgelbe Koalition in Berlin die Mittel für das Schienennetz sogar noch kürzen. Die Mittel aus der LKW-Maut sollen künftig in voller Höhe in die Straße investieren werden. Unabhängig vom zukünftigen Bedarf muss nun jährlich jeder Cent aus der Maut in Asphalt gegossen werden.
18:05
Es ist schier unglaublich. Mitte der 90er Jahre wurde die Betuwe-Planung gemeinsam mit den Niederländern abgestimmt. Und jetzt 2010 soll ein altes Gleis die Lösung sein. Leicht ironisch möchte ich anmerken: echt kreativ...
17:13
Warum sollen andere Orte diese Betüwe kriegen,
wo Emmerich,Rees und Wesel nur immer Vorteile
von der Bahn hatten?Ich finde die Jetzige Führung
sollte man dort belassen
23:50
Diese Strecke ist auch nicht gemeint. Es ist gemeint die Strecke von Oberhausen,Duisburg-Hamborn,Walsum,Möllen,Emmelsum oder Bucholt. Bei Friedrichsfeld kreuzen sich die Strecken Wesel/Oberhausen und Emmelsum-Bucholt/Oberhausen.Die Personenzüge fahren oben über die Brücke und unten die Güterzüge für Emmelsum. Zwei Brücken fehlen. Wären diese Brücken fertig würde sich zwischen Wesel und Friedrichsfeld die Strecken teilen. Treffen würden sich beide Strecken wieder am Kaisergarten in Oberhausen. Dort geht es für die meisten Güterzüge durch den neuen Tunnel über Oberhausen -West nach den Süden und über Essen-Dellwig Richtung Norden/Osten. Die Trasse liegt noch so wie nach 1945. Ebenso sind die Brückenpfeiler der gesprengten Brücken noch vorhanden. Die heutigen Ingeneure sagen immer Beton hält höchsten 30 Jahre. Diese Pfeiler sagen uns aber ganz was anderes. Diese Betonpfeiler stehen seit über 80 Jahre. Auch die Oberhausener Fundamente der S-3 Linie durch den Tunnel sind in den 30er-Jahren gegossen worden. Sie halten immer noch. Und auf der Trasse von Wesel nach Möllen werden keine Radwege geplant. Doch das Sagen hat der Kreis Wesel ( irrtümlich schrieb ich Stadt Dinslaken, sorry) www.kreis-wesel.de › ... › Hafen Emmelsum.
22:34
Die Bahnstrecke über Xanten ist schon gar nicht mehr existent! Hinter dem Bahnhof in Xanten sind alle Gleisanlagen zurückgebaut und es wird gerade in diesem Monent eine neuer Radweg auf der alten Streckenführung gebaut. So viel zum Thema Fernverkehr über eine eingleisiege unelektifizierte nicht vorhandene Strecke bis nach Kleve zu schicken....
20:57
Und noch ein Nachtrag. Die Bahn ist Besitzer der Trasse bis Möllen. Ab Möllen ist die Stadt Dinslaken Besitzer der Trasse. Die Gesellschaft nennt sich Dinslakener Kreisbahn. Diese Trasse bedient derzeit den Hafen Emmelsum. Dort werden täglich hunderte Tonnen von hochwertigen Papiererzeugnisse aus Österreich umgeladen. Für der Rückfahrt werden Produkte für hochwertige Papiererzeugung zugeladen. Gleichzeitig bekommen mehere Firmen unregelmässig Güterwagen. Auf der anderen Seite am Kanal ist noch eine Strecke bis nach Bucholt. Dort ist noch ein Tanklager eingemottet welches ebenfalls bei einer Reaktivierung sofort wieder angefahren werden kann. Für diese Eisenbahntrasse ist die Dinslakener Kreisbahn verantwortlich. Also ist die Stadt Dinslaken jetzt das Zünglein an der Waage um die Pläne umzusetzen.
20:43
Durch die Zechenschließung von Walsum und die Anlieferung für die Kohlekraftwerke Walsum und Möllen durch die Schifffahrt wird diese Strecke bei weitem nicht mehr ausgelastet. Durch den regen Güterzugbetrieb wurde die Personenbeförderung auf dieser Strecke in den siebziger Jahren eingestellt.Dies ist heute nicht mehr der Fall. Dieser neue Plan ist eine sinnvolle und auf Dauer preiswertere Variante als Ersatz für die Neubaustrecke drittes Gleis Wesel-Oberhausen.
Es werden bedeutend weniger Wohngebiete davon betroffen sein als die Strecke Wesel-Oberhausen. Seht dafür mal einmal bei Google nach. Vergleicht diese beiden Varianten. Zwei Brücken müssen neu erbaut, Die Strecke elektrifiziert werden, sowie das gesamte Streckennetz elektronisch von Wesel oder Oberhausen ferngesteuert werden. Auch ein zweigleisiger Ausbau steht nichts im Wege. Denn diese Strecke wurde früher zweigleisig benutzt und steht heute noch als Grundstück der Bahn zur Verfügung. Interessant wäre noch die Frage: Wie sieht es mit den Fahrradwegen auf Eisenbahntrassen aus? Wenn diese wieder für den Eisenbahnbetrieb reaktiviert werden müssen, sind dafür neue Planfeststellungsverfahren nötig oder ist die alte Genehmigung immer noch gültig? Nur was macht dann unser Fachmann von der freiwilligen Feuerwehr in Oberhausen? Der guckt dann nämlich dumm aus der Wäsche. Wäre aber schade wenn seine Vorstellungen von einer besseren Anbindung Feuerwehr/Trasse einfach verschwinden würde. Doch leider hat dieser Mann sehr viel Porzellan zerschlagen und steht für tragfähige Konzepte nicht mehr zur Verfügung.
19:34
@ #4; ubu
Die Walsumer Bahn wird alles andere als kaum genutzt.. Ich wohne in der Nähe des ehemaligen Haltepunkts Provinzialstraße. Wochentags herrscht dort ein sehr reger Verkehr vor. Die Anwohner in Fahrn und Walsum werden sich für eine weitere Zunahme des Verkehrs bedanken.
16:16
@ #2 Xurxo: Doch, eine Brücke müsste gebaut werden, es sei denn du baust einen Bahndamm vom Bf Briedrichsfeld mitten durch den Ort in Richtung Spellen.
Die alten Brückenwiderlager der 1945 gesprengten Kanalbrücke zwischen Spellen und Wesel sind ja sogar noch vorhanden.
Aber es ist gut, dass auch die DB endlich mal auf die Idee kommt, die vorhandene, aber kaum genutzte Infrastruktur zwischen (Wesel-) Spellen und Oberhausen zu nutzen, anstatt in die dichtbebauten Wohngebiete in Voerde, Dinslaken und Sterkrade noch ein drittes Gleis pflanzen zu wollen.
Lärmschutz, Gleisneubau- oder sanierung und Elektrifizierung ist nämlich bei beiden Strecken erforderlich. Dafür ist die Walsumer Strecke aber in weiten Teilen ortsfern trassiert und verfügt zudem über keine Bahnübergänge.
Ich halte die Ansicht der Bahn in diesem Fall für durchaus nachvollziehbar und auch sinnvoll.
15:55
Hi@all
Schon mal gehört das die Spellener Strecke auch nicht elektrifiziert ist??
15:03
Hallo proBypass,
schöne Idee, nur in der Praxis nicht durchzuführen. Die Strecke Xanten-Kleve-Nimwegen ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Somit fällt die Strecke für den Fernverkehr flach. Mal ganz davon abgesehen, das hinter dem Klever Bahnhof die Gleise entfernt und durch eine Straße ersetzt wurden. Zudem müssten die IC International von Nijmegen kommend in Arnhem Kopf zu machen um nach Amsterdam zu kommen. Die Bahnstrecke über Spellen wäre die die optimale Lösung für die Güterbahnen. In Friedrichsfeld kreuzt die Bahn zudem die Strecke Oberhausen-Wesel und es müsste noch nicht einmal eine neue Brücke gebaut werden.