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Niederrhein

Auf den Geschmack gebracht

21.09.2008 | 18:33 Uhr

TAG DER REGIONEN. Was die Niederrheiner beim Blick über den Gartenzaun so alles für sich entdecken können.

Kappes und mehr. (Foto: Heiko Kempken)

ALPEN. Frühschoppen mit Bier aus Büderich? Oder lieber ein Gläschen Apfelsaft aus Hamminkeln? "Klimaschutz durch kurze Wege" - so lautete das Motto am gestrigen "Tag der Regionen", zu dem der Kreis Wesel in diesem Jahr nach Alpen-Menzelen geladen hatte. Wer sich darauf einließ, hatte die Möglichkeit zu mancherlei Aha-Erlebnis ganz ohne moralischen Zeigefinger.

Winterbock und Rotbier

Klimaschutz kann schon beim Frühstück anfangen - wenn der Apfel für die Schulpause nicht aus Neuseeland kommt, sondern von der Streuobstwiese nebenan - so der Tenor. "Wir versuchen, die Leute wieder auf den Geschmack der alten Apfelsorten zu bringen", so Franz Wilhelm Ingenhorst vom Nabu Kreis Wesel. So warben die Rote Sternenrenette oder der "Schöne aus Wiedenbruck" am Nabu-Stand auf dem "Markt der Möglichkeiten" mitten in Menzelen-Ost duftig-farbig für den Erhalt der Streuobstwiesen in der Region. Aber auch wer Starkbier trinken will, muss künftig nicht mehr bis nach München auf die Wies'n fahren. Walter Hüsges, Bierbrauer aus Büderich, serviert ab Oktober wieder sein "Winterbock". Vor einem Jahr hat der gelernte Brauer und Mälzer im Keller seines Reihenhauses seine eigene Hausbrauerei eröffnet. "Walters Rotbier" zapfte der 58-jährige Niederrheiner gestern frisch vom Fass.

Klimaschutz geht nicht nur durch den Magen - und so hielten die Organisatoren auch eine Fülle von Informationen über Energiesparmaßnahmen bereit. Wer nicht sowieso schon per Drahtesel angereist war, konnte sich per Leihfahrrad auf eine Radbesichtigungstour rund um Menzelen begeben und sich auf 20 Stationen darüber informieren, was sich wie in der Region entwickelt.

"Gang-ang", "kjü-jü-jü" oder ganz einfach "kak"? Kommt ganz auf die Gans an. Die Biologische Station Wesel vermittelte mit viel Vergnügen Heimatkunde rund um die Gans - mit Gänsen aus dem Berliner Telefonbuch (!) und Eierschalen zum Mikroskopieren.

Es ist schon lange bekannt, dass es vor der eigenen Haustür noch viel zu entdecken gibt. Neuer ist die Erkenntnis, dass das auch Spaß machen darf - und kann. (gag)

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