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Geschenke

E-Books, warme Jacken und Parfüm - was die Niederrheiner schenken

13.12.2012 | 18:36 Uhr
Die Deutschen geben mehr als im Vorjahr für Geschenke aus.

Moers.   Die Euro-Krise hat den Deutschen nicht das Schenken vermiest - rund 230 Euro will jeder im Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Eine Umfrage am Niederrhein.

Mit Weihnachten ist das so eine Sache. Gerade noch sind wir genervt, weil die Lebkuchen im August in den Regalen liegen, dann ist plötzlich der dritte Advent und die Geschenke sind immer noch nicht alle eingetütet. Birgit Leske ist da keine Ausnahme. Die Moerserin kennt das nicht anders. „Ich kaufe meistens auf den letzten Drücker“, gesteht sie. Zumindest ein Geschenk kann sie nun von der Einkaufsliste streichen: Durch die Plastiktüte in ihrer Hand schimmert buntes Geschenkpapier – von der Hüfte bis fast auf den Boden reicht das Präsent. Den Empfänger, eines ihrer Patenkinder, wird’s sicher freuen. „Was drin ist, wird aber nicht verraten“, sagt sie.

Rund 230 Euro wollen die Deutschen in diesem Jahr im Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben, wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergeben hat. „Das kommt bei mir wohl ungefähr hin“, meint Birgit Leske, „die Summe lege ich aber vorher nicht genau fest.“

Rund 91 Prozent der Deutschen planen, Geschenke zu kaufen. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kann der Handel mit einem Umsatzvolumen von 14,9 Milliarden Euro für Weihnachtsgeschenke rechnen, ein Plus von knapp neun Prozent.

Was schenken?

51 Prozent der Konsumenten geben nach eigenen Angaben auch Geld für Sinnloses aus. 4,9 Milliarden Euro pro Jahr werden so verprasst, lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Aachen-Münchener-Versicherung.

Schlechtes Wetter fürs Geschäft

Auch die Euro-Krise jedenfalls hat den Deutschen die Gebelaune nicht verhagelt, vermutet Wilhelm Bommann, Sprecher des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. Zehn Tage vor den Feiertagen lägen die Umsätze des Einzelhandels in der Region „knapp unter denen vom Vorjahr“, so Bommann, und das, obwohl es in Duisburg, Dinslaken, Wesel oder Moers abwechselnd verkaufsoffene Sonntage gegeben habe. Bommann: „Aber wir hatten auch am vergangenen Wochenende schlechtes Wetter fürs Geschäft - Schnee, dann Regen, Glätte, Matsch. Das kann das Ergebnis schmälern.“

Was im Moment geht? Als „Highlight“ des Weihnachtsgeschäfts sieht Bommann E-Books, seit dem Kälteeinbruch auch warme Kleidung, und die Klassiker aus den Parfümerien. Im Trend: „Immer mehr Geschenke werden online gekauft“, so Bommann. Man schätzt, dass etwa ein Fünftel der Weihnachtsgeschenke per Computer geordert werden.

Neun Tipps für den Weihnachtsmarkt

Der „stationäre“ Einzelhandel in Moers jedenfalls freut sich über Leute wie Nicole Kays, die sich noch persönlich auf die Suche nach Geschenken machen. Geschenkestress scheint für sie nicht zu existieren: „Ich hab’ alles schon fertig. Das ist bei uns auch immer ziemlich einfach, weil die Kinder alle konkrete Wünsche haben.“ Zugegeben, hier und da werde noch ein bisschen um das passende Geschenk gefeilscht. „Ein Handy mit Touchscreen haben wir unserer Tochter erfolgreich ausgeredet“, sagt Kays. Und für das gute Gewissen komme meistens auch ein Buch in die Geschenketüten der zwölf- und achtjährigen Töchter. Ihre eigene fällt hingegen sehr bescheiden aus: „Mein Mann und ich schenken uns nichts.“

Die Winterbilder unserer Leser

Ähnlich genügsam sind Angelika und Peter Scholz. „Für uns ist es schon ein Geschenk, wenn die Familie zusammensitzt“, sagt Angelika, die in diesem Jahr Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind zu sich eingeladen hat. Für ihre Gäste wird aber schon etwas unterm Tannenbaum liegen. Und das Ehepaar Scholz weiß genau, was: „Die Kinder haben sich ein Besteck-Set gewünscht und jeder kriegt noch 50 Euro oben drauf. Dem fünfjährigen Enkelkind kann man eigentlich alles schenken.“ Spielzeug gehe immer. Und um die besten Schnäppchen zu machen, schauen Angelika und Peter Scholz auch schon mal ins Internet.

Warme Socken

Ganz ohne Geschenke für sich selbst wollten die beiden dann aber offenbar doch nicht nach Hause. „Meine Frau hat sich gerade selber Schuhe gekauft und für mich ist hoffentlich ein Paar warme Socken in der Tüte“, sagt Peter. „Die zieh’ ich zu Hause sofort an.“

Christine Holthoff



Kommentare
14.12.2012
12:43
E-Books, warme Jacken und Parfüm - was die Niederrheiner schenken
von dschidschi5 | #1

".. was die Niederrheiner schenken.." ist für Leser in Essen noch uninteressanter als der Schnee von gestern. Warum wird so etwas als Aufmacher benutzt?

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