Das aktuelle Wetter NRW 12°C
NRW-CDU

Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will

27.06.2012 | 19:03 Uhr
Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will
Der designierte CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet.Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Essen.   Der designierte Landesparteichef Armin Laschet spricht im Interview über neue Konkurrenten, einen Volksentscheid zu Europa und die Frage, wie die Union Rot-Grün angreifen will. Um seine Partei wieder nach vorne zu bringen, will er auf die Schwarmintelligenz seiner Mitglieder setzen - ganz wie die Piraten.

Kummerkasten, Konsensstifter, Kursgeber: Armin Laschet (51) ist in vielerlei Hinsicht gefragt, wenn ihn die nordrhein-westfälische CDU am kommenden Samstag in Krefeld zu ihrem neuen Chef wählt. Der frühere NRW-Integrationsminister übernimmt den größten Landesverband der Partei als Nachfolger des bei der Landtagswahl dramatisch gescheiterten Norbert Röttgen in politisch unruhigen Zeiten.

Herr Laschet, werden die Deutschen als Konsequenz aus der dramatischen Euro-Schuldenkrise über eine neue Verfassung abstimmen müssen?

Armin Laschet: Nicht aktuell, aber wenn wir eine echte politische Union schaffen und mehr Souveränität und weitere Entscheidungskompetenzen Europa übertragen, setze ich mich für eine Volksabstimmung über die Verfassung ein. Wir sollten eine Volksabstimmung nicht als Bedrohung für das Jahrhundertprojekt Europa sehen, sondern als Chance begreifen, unsere Politik besser zu erklären. Das Gelingen der Euro-Rettung ist die Schicksalsfrage, an der sich der Wohlstand in Deutschland entscheidet. Ich bin sicher, dass die große Mehrheit der Deutschen parteiübergreifend weiß, dass unsere Sicherheit und Zukunft von Europa abhängt.

Wer soll für „Euro-Bonds“ und eine Schuldengemeinschaft abstimmen?

Laschet: Mehr Europa bedeutet eine klare Einschränkung der Länder, die beim Euro dabei sein wollen, sich aber nicht an die Regeln halten. Eine Schuldenunion, in der es keine Sparanstrengungen mehr geben würde, wäre falsch. Erst wenn nach strengen Maßstäben und unter klarer Haushaltskontrolle gemeinsame Politik gemacht wird, kann man in der Zukunft über Euro-Anleihen sprechen.

  1. Seite 1: Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will
    Seite 2:  "NRW-Landesverband muss mehr bringen als 26 Prozent"

1 | 2


Kommentare
28.06.2012
19:27
Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will
von TVtotal | #3

Haben wir doch gestern erst hier gelesen..Transparenz in der Politik gefährdet die Demokratie, laut Piratenchef!

28.06.2012
13:22
Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will
von grundwissen | #2

Sie schreiben: "Um seine Partei wieder nach vorne zu bringen, will er auf die Schwarmintelligenz seiner Mitglieder setzen - ganz wie die Piraten." Da ist deutlich ein Schreibfehler zu finden. Es müsste "Schwammintelligenz" heißen. "...er will auf die Schwammintelligenz seiner Mitglieder setzen..."!

28.06.2012
11:29
Was CDU-Chef Laschet von den Piraten lernen will
von Dunervstmich | #1

Das desaströse Ergebnis der letzten Landtagswahl ist nicht nur dem desolaten Wahlkampf geschuldet. Die CDU überholt die SPD programmatisch auf der linken Seite. Nur mit einem Flügek fliegt der Vogel CDU nicht, er stürzt ab. Gerade Leute wie Laschet haben das zu Verantworten. Die CDU nähert sich dem Projekt 15 %. Wenn die CDU mehr MItglieder als Wähler hat, wacht diese CDU vielleicht mal auf.

Aus dem Ressort
VdK will in Karlsruhe bessere Pflege einklagen
Soziales
Einen ungewöhnlichen Weg geht der Sozialverband VdK, um die Zustände in der Pflege zu verbessern: Er will per Klage in Karlsruhe Mindeststandards festlegen lassen. Ob der angekündigte Vorstoß Erfolg haben wird, ist aber umstritten.
Regierung blockiert Rüstungsausfuhren nach Russland
Export-Stopp
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat das Bundeswirtschaftsministerium beschlossen, ein Rüstungsausfuhrverbot nach Russland zu verhängen. Betroffen seien aber keine Kriegswaffen, sondern nicht näher bestimmte Rüstungsgüter. Vorangegangen war eine Anfrage der Grünen.
Israel setzt Friedensverhandlungen mit Palästinensern aus
Nahost
Israel reagiert auf die Bemühungen der palästinensischen Fatah um eine Aussöhnung mit der Hamas - und setzt die Friedensgespräche aus. Dies beschloss das Sicherheitskabinett unter Leitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag. Eine Annäherung beider Seiten ist nicht in Sicht.
Russland reagiert mit Militärmanöver auf Gewalt in Ukraine
Ukraine
Als Reaktion auf den ukrainischen Militäreinsatz im Osten des Landes hat Russland am Donnerstag neue Militärmanöver an der Grenze zur Ukraine angeordnet. Die Übungen in den Grenzregionen unter Beteiligung der Bataillone aus den "südlichen und westlichen Militärbezirken" hätten bereits begonnen.
EU setzt auf mehr Jugendaustausch - Neuordnung der Programme
"Erasmus+"
Hunderttausende junge Leute profitierten schon von den Austauschprogrammen der EU. Nun gibt es einen neuen Ansatz - und es fließt mehr Geld. Das Bundesbildungsministerium geht davon aus, dass in Deutschland bis 2020 Über 500.000 junge Menschen von "Erasmus+" profitieren werden.
Umfrage
Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?