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USA drohen mit Abzug aller Soldaten aus Afghanistan bis Ende 2014

26.11.2013 | 08:52 Uhr
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USA drohen mit Abzug aller Soldaten aus Afghanistan bis Ende 2014
Im Streit mit Afghanistan um die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens drohen die USA mit dem Abzug aller Soldaten bis Ende 2014.Foto: rtr

Kabul.  Der Streit zwischen Washington und dem afghanischen Präsidenten Karsai wird immer heftiger. Karsai will die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens über die weitere Präsenz von US-Soldaten in dem Land hinauszögern - das Weiße Haus verliert die Geduld.

Im Streit um das geplante Sicherheitsabkommen mit Afghanistan haben die USA damit gedroht, alle ihre Soldaten im kommenden Jahr vom Hindukusch abzuziehen. Die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice forderte den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai am Montag in Kabul auf, das Abkommen "schnell" zu unterzeichnen. Ansonsten müsse Washington alle Soldaten abziehen. Ungeachtet dieser Drohung stellte Karsai neue Bedingungen für seine Unterschrift.

"Ohne eine schnelle Unterzeichnung haben die USA keine andere Wahl, als die Planung für eine Zukunft nach 2014 zu beginnen, in der keinerlei Soldaten der USA oder der Nato mehr in Afghanistan präsent sind", sagte Rice nach Angaben des Weißen Hauses bei dem Gespräch mit Karsai. Mit der Unterschrift dürfe keinesfalls - wie vom afghanischen Präsidenten beabsichtigt - bis nach den Wahlen in Afghanistan im kommenden Jahr gewartet werden. Dies sei "nicht machbar".

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Karsai antwortete auf die Aussagen der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama nach Angaben des Weißen Hauses mit "neuen Bedingungen" und erklärte, er sei nicht zur schnellen Unterzeichnung des Abkommens bereit. Nach Angaben der afghanischen Präsidentschaft forderte der Staatschef unter anderem, dass es keine Operationen von ausländischen Soldaten mehr in Wohngebieten geben dürfe. Der Friedensprozess mit den radikalislamischen Taliban müsse in Gang gesetzt werden und freie Wahlen stattfinden.

Karsai will Unterzeichnung des Abkommens seinem Nachfolger überlassen

Rice hielt sich drei Tage lang in Kabul auf, sie war am Samstag eingetroffen. Am Sonntag billigte die afghanische Stammesversammlung Loja Dschirga das Sicherheitsabkommen. Die Stammesführer beauftragten Karsai, das Abkommen bis Jahresende zu unterzeichnen und damit in Kraft zu setzen. Der Präsident will dies aber seinem Nachfolger überlassen, der im April 2014 gewählt werden soll. Karsai selbst darf bei der Wahl nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Für Washington ist die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens, das unter anderem US-Truppen am Hindukusch Immunität vor der afghanischen Justiz garantieren soll, unabdingbare Voraussetzung für eine Truppenstationierung über 2014 hinaus. Nach derzeitigem Plan sollen alle ausländischen Kampftruppen bis Ende kommenden Jahres aus Afghanistan abziehen.

Die USA wollen aber über 2014 hinaus Soldaten am Hindukusch lassen, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten. Ohne eine weitere Präsenz von US-Soldaten wird ein massives Aufflammen der Gewalt in Afghanistan befürchtet. (afp)

Kommentare
26.11.2013
22:49
Nicht drohen, einfach heim fahren
von el-kommentante | #2

Ein Staat der ersthaft überlegt, die Steinigung (WAZ Meldung vom 25.11) wieder in die
Strafgesetzgebung einzufügen hat alle Ansprüche auf Hilfe verwirkt.
Last sie einfach wieder ins Mittelalter zurückkehren, sie wollen es nicht anders.
Vorher von mir aus alle Frauen ausfliegen, denn es sind ja wohl vor allen die Herren
die gerne in der Vergangenheit leben.

26.11.2013
15:57
USA drohen mit Abzug aller Soldaten aus Afghanistan bis Ende 2014
von Pit01 | #1

Man muss sich doch ernsthaft fragen: Was hat denn dieser gigantische ( auch gigantisch teuer ) Militäreinsatz gebracht? Neben Riesenkosten viele Tote ( auch unsere BW-Soldaten), mehr Opium bzw. Schlafmohnanbau wie je zuvor, die Taliban im wieder erstarken. Selbst die Russen haben schon damals erkannt, dass hier kein Blumenpott zu gewinnen ist. Nur unsere neunmalklugen Politiker halten steif an der Behauptung fest, dass die Demokratie am Hindukusch zu verteidigen ist. Lesen Sie mal dazu das Buch von Peter Scholl-Latour, der ein Kenner der Region ist. Sie werden dann wohl nachdenklich werden.

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