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Urteil im Prozess Pussy Riot gegen Putin am 17. August

08.08.2012 | 13:50 Uhr

Im international aufmerksam beobachteten Prozess gegen die drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot wird das Urteil erst am 17. August verkündet. Das entschied Richterin Marina Syrowa am Mittwoch, nachdem die Angeklagten ihre Schlusserklärungen abgegeben hatten.

Moskau (dapd). Im international aufmerksam beobachteten Prozess gegen die drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot wird das Urteil erst am 17. August verkündet. Das entschied Richterin Marina Syrowa am Mittwoch, nachdem die Angeklagten ihre Schlusserklärungen abgegeben hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag drei Jahre Haft für Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina gefordert.

Die drei Frauen hatten am 21. Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen den derzeitigen Präsidenten Wladimir Putin protestiert. Mit Skimützen vermummt und in Minikleidern hatten sie ein "Punk-Gebet" vorgetragen: "Jungfrau Maria, Mutter Gottes, räume Putin aus dem Weg". Für viele russisch-orthodoxe Gläubige war schon Kleidung und Vermummung Blasphemie. Der Vorfall spaltete die russische Gesellschaft und erregte internationales Aufsehen: Wie gehen der russische Staat und seine Justiz mit Demonstrations- und Religionsfreiheit um?

Putin, gegen den Pussy Riot bereits im russischen Protestwinter auf dem Roten Platz demonstriert hatte, sagte am Rande der Olympischen Spiele vergangene Woche, die Strafe gegen die drei jungen Frauen sollte "nicht zu hart" ausfallen. Die Staatsanwaltschaft schien dem am Dienstag Folge zu leisten, indem sie statt der möglichen Höchststrafe von sieben Jahren drei Jahre Gefängnis forderte. Dabei sei mildernd berücksichtigt, das zwei der Frauen kleine Kinder hätten und sie ein gutes Führungszeugnis bekommen hätten.

Im Westen wird eine mehrjährige Haftstrafe als zu hart betrachtet. Die Verteidiger der Angeklagten warfen dem Gericht Willkür vor: "Selbst in sowjetischen Zeiten, unter Stalin, waren die Gerichte ehrlicher als dieses", zitierte die Londoner Zeitung "Guardian" Anwalt Nikolai Polosow. "In sowjetischen Zeiten haben sie sich wenige an eine Art Prozedur gehalten."

Putin hatte bei seiner Äußerung in London durchblicken lassen, die angeklagten Frauen im Alter von 23, 24 und 29 Jahren könnten froh sein, dass sie ihren Protest nicht im überwiegend muslimischen Kaukasus vorgetragen hätten. "Wenn sie einen heiligen islamischen Ort entweiht hätten, hätten wir nicht mal die Zeit gehabt, sie in Gewahrsam zu nehmen", sagte er.

Seitdem wird in Russland darüber spekuliert, was der Kreml für eine angemessene Strafe hält, die ihn nicht schwach erscheinen lässt und zugleich nicht neue Proteste anfacht. Auf dem Roten Platz sangen Pussy Riot im Winter: "Revolte in Russland, Putin bekommt Angst. Revolte in Russland, wir existieren!" Das Video wurde ein Hit auf der Internetplattform YouTube.

(Internet: http://freepussyriot.org/ )

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dapd

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