Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Politik

UN-Sondergesandter drängt in Damaskus auf Waffenruhe

20.10.2012 | 18:33 Uhr
Foto: /AP/Jacques Brinon

Während eines Besuchs des UN-Sondergesandten für Syrien in Damaskus hat der Konflikt im Land wieder Dutzende Opfer gefordert. Am Samstag traf Lakhdar Brahimi den syrischen Außenminister Walid al Moallem, um für eine Waffenruhe in der Zeit der höchsten islamischen Feiertage zu werben. Für Sonntag war ein Treffen mit Präsident Baschar Assad geplant.

Beirut (dapd). Während eines Besuchs des UN-Sondergesandten für Syrien in Damaskus hat der Konflikt im Land wieder Dutzende Opfer gefordert. Am Samstag traf Lakhdar Brahimi den syrischen Außenminister Walid al Moallem, um für eine Waffenruhe in der Zeit der höchsten islamischen Feiertage zu werben. Für Sonntag war ein Treffen mit Präsident Baschar Assad geplant. Der Sondergesandte von UN und Arabischer Liga will durch die Waffenruhe während des am Freitag beginnenden viertägigen Opferfests einen länger dauernden Waffenstillstand erreichen.

Das Außenministerium erwähnte in einer offiziellen Mitteilung nach dem Treffen die Pläne für eine Waffenruhe jedoch nicht. Es hieß lediglich, beide Männer hätten "objektive und vernünftige Bedingungen" diskutiert, um die "Gewalt von jeder Seite zu stoppen". Diese sollten der Vorbereitung eines umfassenden Dialogs unter den Syrern dienen.

Am Samstag kam es jedoch im ganzen Land wieder zu schweren Kämpfen, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Dabei seien über 40 Zivilisten und Rebellen, aber auch mehr als 20 Regierungssoldaten getötet worden. Nach Angaben von Aktivisten starben in dem Konflikt inzwischen über 33.000 Menschen, Zehntausende sollen zudem verschleppt worden sein.

Brahimis Pläne für eine Waffenruhe fanden zwar international breite Unterstützung, doch in einer regierungsnahen Zeitung waren ihnen bereits zuvor nur wenig Chancen eingeräumt worden. Dafür fehle eine einheitliche Rebellenführung, mit der verlässlich eine Waffenruhe vereinbart werden könne, hieß es. Bisherige Absprachen über einen Waffenstillstand zwischen Rebellengruppen und der Regierung wurden - von beiden Seiten - stets schnell wieder gebrochen.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Schottland entscheidet sich gegen die Unabhängigkeit
Volksabstimmung
Schottland hat sich klar gegen die Unabhängigkeit entschieden. Etwa 55 Prozent der Wähler stimmten für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Nur vier Regionen stimmten für die Loslösung Schottlands. Der britische Premier hat nach dem Referendum eine umfassende Verfassungsreform angekündigt.
Poroschenko in den USA - kein Okay für US-Waffenlieferungen
Ukraine-Krise
Trotz eindringlicher Bitten des ukrainischen Präsidenten Poroschenko sieht US-Präsident Obama von Waffenlieferungen an das konfliktgeplagte Land vorerst ab. Nach einem Treffen mit Poroschenko im Weißen Haus machte er keine Zusagen für solche Lieferungen, sondern verwies lediglich auf Unterstützung...
Unabhängigkeit, Yes oder No? Die Welt blickt nach Schottland
Schottland
Gehören 307 Jahre englisch-schottische Union bald der Geschichte an? An diesem Freitag-Früh soll das Ergebnis des Referendums zur Unabhängigkeit Schottlands feststehen. Umfragen sahen beide Lager bis zum Schluss Kopf an Kopf. Auch das Ausland ist aufgeregt.
Innenminister Jäger attackiert Dortmunder Dezernentin Jägers
Flüchtlinge
Steht das Asylsystem in Nordrhein-Westfalen vor dem Kollaps? Dortmunds Ordnungsdezernentin Jägers (CDU) hatte wegen der Überfüllung der Flüchtlings-Erstaufnahme in Dortmund-Hacheney Alarm geschlagen. Der Innenminister warf ihr am Donnerstag im Landtag Stimmungsmache vor.
Frankreich beteiligt sich am Luftangriff auf Terrormiliz IS
Irak
Ernst und kämpferisch kündigt Frankreichs Staatschef Luftschläge im Irak gegen die Terrormiliz IS an. "Unser Ziel ist es, zu Frieden und Sicherheit im Irak beizutragen, indem wir die Terroristen schwächen", sagte Hollande. Es gehe auch um die Sicherheit Frankreichs.