Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Politik

Taliban greifen Militärlager von Prinz Harry an

15.09.2012 | 16:31 Uhr
Foto: /AP/ddp images/AP

Die Taliban haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen islamfeindlichen Film einen britischen Luftwaffenstützpunkt im Süden Afghanistans angegriffen, auf dem auch Prinz Harry stationiert ist. Bei dem Überfall in der Nacht zum Samstag auf Camp Bastion in der Provinz Helmand wurden zwei US-Soldaten getötet.

Kabul (dapd). Die Taliban haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen islamfeindlichen Film einen britischen Luftwaffenstützpunkt im Süden Afghanistans angegriffen, auf dem auch Prinz Harry stationiert ist. Bei dem Überfall in der Nacht zum Samstag auf Camp Bastion in der Provinz Helmand wurden zwei US-Soldaten getötet. Ein Talibansprecher sagte, der Angriff sei eine Reaktion auf den islamfeindlichen Film gewesen, der den Propheten Mohammed verunglimpfe. Tausende weitere Selbstmordattentäter stünden bereit, um ihr Leben für den Propheten zu geben, warnte der Sprecher. Wegen des Films kam es am Freitag auch zu massiven Proteste in mehreren islamischen Ländern.

Die Angreifer seien mit Handfeuerwaffen, Mörsern und Raketen gekommen und hätten zahlreiche Gebäude und Flugzeuge beschädigt, teilte die NATO-Truppe ISAF mit. Einem Sprecher zufolge wurden 16 Taliban-Rebellen getötet. Prinz Harry, der am (heutigen) Samstag seinen 28. Geburtstag feierte, blieb den Angaben zufolge unverletzt. Er hält sich derzeit zu einer viermonatigen Mission in Afghanistan auf. Ab kommender Woche soll er Einsätze mit Kampfhubschraubern fliegen. "Wir haben das Lager angegriffen, weil sich dort auch Prinz Harry aufhielt", sagte der Talibansprecher am Telefon.

In Afghanistan fielen die Proteste gegen den Film am Freitag und Samstag gering aus. Einige hundert Menschen demonstrierten in Dschalalabad im Osten des Landes. Die Behörden sperrten den Zugriff auf das Videoportal Youtube, um eine Verbreitung des Schmähvideos in Afghanistan zu verhindern.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Aus dem Ressort
Bundesagentur will Kleinbeträge nicht mehr eintreiben
Jobcenter
Manchmal sind es 20 bis 30 Euro, manchmal nur wenige Cent - bei der Rückforderung von zu viel gezahlter Hartz-IV-Unterstützung sind Jobcenter penibel. Oft sind die Kosten für das Eintreiben höher als der zurückgeforderte Betrag. Das soll sich jetzt ändern.
Starker Zustrom von Asylsuchenden hält an
Flüchtlinge
Der starke Zustrom von Asylsuchenden nach Deutschland hält an. Insgesamt 37 820 Menschen stellten in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg einen Asylantrag.
Großteil syrischer C-Waffen abtransportiert oder vernichtet
Konflikte
Etwa 80 Prozent der syrischen Chemiewaffen sind abtransportiert oder vernichtet worden. Das erklärte die UN-Sonderbeauftragte für die Operation, Sigrid Kaag, am Samstag nach Angaben der Vereinten Nationen.
Vatikan hebt gleich zwei Päpste in den Heiligenstand
Heiligsprechung
Mit Johannes XXIII. und Johannes Paul II. werden die einflussreichsten Päpste der Moderne heilig gesprochen. Der Vatikan will ein Signal setzen: Der Heiligenbegriff als Zeichen gegen Spaßkultur. In beiden Fällen wurden die strengen Voraussetzungen für eine Heiligsprechung nicht erfüllt.
Ruhrbischof fordert zu Ostern mehr Einsatz für Flüchtlinge
Kirche
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat die Deutschen in seiner Osterpredigt in Essen zu mehr Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen aufgerufen. Für Christen sei es Pflicht, Menschen aufzunehmen und integrierend zu wirken. Die Menschen sollten nicht von Überfremdung reden.