Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Politik

Südsudan und Sudan legen Ölstreit bei

04.08.2012 | 17:27 Uhr
Foto: /AP/Pete Muller

Der Ölkonflikt zwischen Südsudan und dem Norden scheint vorerst entschärft.

Frankfurt/Main (dapd). Der Ölkonflikt zwischen Südsudan und dem Norden scheint vorerst entschärft. Nachdem beide Staaten im April im Streit über die Nutzung der Ölvorkommen um die Stadt Heglig am Rande einer militärischen Konfrontation standen, einigten sie sich jetzt über den Export südsudanesischen Öls über sudanesische Pipelines: Nach Angaben der südsudanesischen Regierung vom Samstag wurde vereinbart, dass der Süden für die nächsten dreieinhalb Jahre 9,48 Dollar pro Barrel Transportgebühr für die Nutzung der Ölleitungen Khartums bezahlt.

Südsudan verfügt über rund drei Viertel der Ölvorkommen in der Grenzregion zum Sudan. Im Januar stellte das Land allerdings die Förderung ein, nachdem es dem Sudan Öldiebstahl vorgeworfen hatte. Das Binnenland Südsudan muss die sudanesischen Pipelines nutzen, um das Öl für den Export zu den Häfen zu pumpen. Über die Aufteilung der Erlöse aus dem Erdölgeschäft hatten Khartum und Juba bislang keine Einigung erzielt. Stattdessen hatte der Konflikt beide Staaten an den Rande eines Krieges geführt.

Bereits am Freitag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba ein Abkommen über die gemeinsame Ölindustrie mit dem Sudan angemahnt. "Auch wenn Südsudan und Sudan nun getrennte Staaten sind, so teilen sie doch ein Schicksal und eine Zukunft", sagte Clinton nach einem Treffen mit Präsident Salva Kiir. "Es ist nun dringend nötig, dass beide Seiten - der Norden und der Süden - zügig ein Abkommen über die offenen Fragen schließen. Die Menschen im Südsudan erwarten das."

Am Donnerstag war eine Frist des UN-Sicherheitsrates zum Abschluss eines Abkommens zwischen den Nachbarstaaten ausgelaufen. Der arabisch dominierte Norden und die afrikanischen Stämme im Süden hatten von 1983 bis 2005 einen blutigen Bürgerkrieg mit rund zwei Millionen Todesopfern geführt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Südsudan für unabhängig erklärt.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Aus dem Ressort
IS-Terroristen enthaupten angeblich weiteren US-Journalisten
IS-Terror
Laut amerikanischen Medien haben IS-Terroristen erneut einen Journalisten getötet. Die Berichte berufen sich auf ein US-Institut, das weltweit Terrorgruppen beobachtet. Bei dem Opfer soll es sich um einen amerikanischen Reporter handeln, der seit 2013 in Syrien vermisst wird.
NRW macht noch mehr Schulden - Steuereinnahmen brechen weg
Haushaltsloch
NRW muss dieses Jahr 800 Millionen Euro mehr an neuen Krediten aufnehmen als geplant. Auf dem Energiesektor hätten die Finanzämter insgesamt Mindereinnahmen in Milliardenhöhe verbucht. Finanzminister Norbert Walter-Borjans findet das „hochgradig unerfreulich“.
Steuert Kremlchef Wladimir Putin Russland in den Krieg?
Ukraine-Konflikt
Putins Machtpoker im Ukraine-Konflikt: Zuhause inszeniert sich der Kremlchef als "Friedenszar". Der Westen geht ihn jedoch zunehmend als "Aggressor" an. Steuert der Ex-Geheimdienstchef Russland in den Krieg? Die Propaganda im Staatsfernsehen ist jedenfalls seit Monaten im Kriegsmodus.
Kosten der Kommunen für Asylbewerber steigen erheblich
Asylbewerber
376 Millionen Euro haben die NRW-Städte im letzten Jahr für Flüchtlinge aufgewendet, 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr rechnet Innenminister Ralf Jäger mit einem Anstieg um 60 Prozent. Nach Schätzungen des Landes werden 2014 mindestens 37.000 neue Asylbewerber kommen.
Parteiübergreifender Widerstand gegen Pkw-Maut in NRW wächst
Pkw-Maut
Im Bund ringen SPD und Union um eine Einigung zur Pkw-Maut. In der Drei-Länder-Region NRW nehmen SPD und CDU darauf keine Rücksicht. Sie machen entschieden Front gegen das Vorhaben. Schäuble wolle private Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. NRW-Finanzminister Walter-Borjans ist dagegen.